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Der gut aussehende Doktor vor mir im TV erzählt und erzählt und ich stelle plötzlich fest: worüber genau redet er denn gerade? Ich habe keine Ahnung und starre weiter gebannt auf den Bildschirm. Aber nicht auf den Mann, sondern auf die schönen Zargen hinter ihm! Die Türrahmen sind es, die mich interessieren.
Das darf ja wohl nicht wahr sein. Früher habe ich mir noch die Kerle genauer betrachtet, heute sehe ich an ihnen glatt vorbei und bleibe verzückt an den Türzargen hängen! Was macht so ein Hausbau mit einem nur?! Und geht das wieder vorüber?

Unsere Türzargen waren aber auch ein Thema für sich.
Da wir gut vorbereitet sein wollen, bestellen wir möglichst beizeiten unsere Baumaterialien. Um den zu langen Lieferzeiten oder Preiserhöhungen aus dem Weg zu gehen. Doch manchmal erweist sich dies eben auch als falsch.
Ganze sechs Türzargen haben wir umsonst bestellt. Die Maße passten nicht, da unser Trockenbauer eine andere Wanddicke einbaute als wir annahmen. Wir hätten warten können – sollen, ja, und erst dann messen wenn die Wände fertig eingebaut sind. Jetzt sind wir auch schlauer. Zu spät.
Nun mussten neue Türzargen her. Zurückgeben ist nicht, aber einen kleinen Rabatt bei der Neubestellung konnten wir zumindest rausschlagen. Ein kleiner notwendiger Trost. Nur nehmen uns jetzt trotzdem sechs Zargen unnötig Platz weg. Haben wollte sie bisher auch noch keiner.

Und als ob das nicht schon schlimm genug war, ließ uns dann obendrein auch noch der Türbauer hängen und sagte kurzfristig ab. Natürlich war auf die Schnelle kein Anderer zu finden, und so blieb uns gar nichts anderes übrig als die Zargen, nebst Türen, selbst einzubauen. Und das Fazit: es ging besser als gedacht. Eine gute Anleitung vom Hersteller und etwas Geduld, mit reichlich Zargen- und Bauschaum, und die Türen sind fein in ihren Zargen drin. Holdrio!

Ich hatte ganz eigene Vorstellungen von dem Einkauf einer Inneneinrichtung. Aber es kam anders. Mir hat es keinen Spass gemacht sämtliche Baumärkte nach Fliesen abzugrasen. Auch in der Badausstellung lief ich mir die Füße wund und fand nicht die gewünschten Sanitärartikel, sondern musste jeweils das nehmen was nach Mass reinpasst. Auch wenn die Auswahl dann auf gerade einen Artikel fällt.
Ungewollt bekamen wir einiges nur im Netz. Und letztlich sind wir dann, wie in einer Tanke für das schnelle Bier, rein – Waschbecken unter den Arm geklemmt – und bloß schnell wieder raus! Zum Teil weil wir keine Zeit hatten, oder nur keinen Nerv mehr, länger über etwas nachzudenken, was am Schluss einfach nur ein Gebrauchsartikel sein soll und keine Designerware zum vorzeigen. 

Derzeit ist es für uns unwirklich, dass der Bau seinem Ende entgegensieht. Kleinigkeiten sind noch zu machen, haben aber Zeit.
Wir haben so viel dazugelernt. Aber auch so viele Nerven gelassen. Vieles hat uns aber auch erfreut.
Nicht alles was wir uns vorgestellt hatten war auch genau so umsetzbar. Viele viele Kompromisse mussten wir eingehen – leider. Aber alles in allem befinden wir uns auf der Zielgeraden. Und das ist jetzt das Wichtigste.

Das Ende ist nun absehbar und keiner hat größere Blessuren erhalten oder ist zu Schaden gekommen.
Es wird derzeit noch alles begradigt und bereinigt.
Die Wohnung ist gekündigt.
Auf ein Neues.

Lasst es Euch gut gehen.