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„Ein bauender Laie ist stärker belastet als ein Testpilot!“ hörte ich mal und ist ja auch so wahr.

Zuerst war der viel zu späte anvisierte Termin der Hausaufstellung das Problem, dann wurde es terminlich mit der Bodenplatte problematisch, und auf einmal war selbst der Bodenaushub das größte Problem. Wir planten Vorn, und Hinten fiel alles zusammen. Hatten wir wieder Hinten im Griff, klappten die Termine Vorne nicht mehr. Die gesamte Bauzeit über zog sich das durch. Und eben genau da wollten wir nie und nimmer hin: alle Gewerke schön in baulicher Ordnung unter einen Hut bringen. Mein Meister wurde immer mehr zum Zirkusdompteur und verdiente sich Applaus im Jonglieren.

Und ich lernte nun zunehmend viele Baubegriffe wie Bewehrung und Armierungsstahl kennen, und auch Rückschlagventil und Revisionsschacht.

Immer wieder standen wir mit neuen Handwerkern zur Besichtigung auf dem Grundstück. Und das größere Problem war dabei nie die Verrichtung oder der Preis, sondern immer nur der Termin der Durchführung. Gibt es dann noch Alternativen? Nein! Wir entscheiden uns danach wer es alsbald erledigen kann. Welche Qualität die Arbeit derer hat können wir im Vorfeld eh nicht beurteilen. Also gehen wir schlicht nach dem Bauchgefühl vor und hoffen dann das Beste.

Unser gewählter Tiefbauer entpuppte sich als unser größter Gewinn. Und das bis heute. Tritt ein bauliches Problem auf welches in sein vielfältiges Resort fällt, löst er es im nächsten freien Moment. Und mit einer Qualität, die nicht alle gewohnt sind.

Unsere Bodenplatte ist eine Thermoplatte, auch Schwedenplatte genannt. Diese wird in einer Styrodur Hartschaum-Isolierschale mit verlegter Flächenheizung fix und fertig in Beton gegossen. Diese Platten stellen in Deutschland allein drei Firmen her und daher war es auch nicht ganz einfach einen Termin zu ergattern. Wer konnte ahnen, dass sie für das nächste halbe Jahr komplett ausgebucht sind? Aber auch hier war es schließlich von Vorteil ein kleines Haus bauen zu wollen, denn auch hier versicherte man uns schnell, was möglich zu machen sobald es geht, und unsere kleine Platte „dazwischen zu schieben“. Das ging dann auch fixer als wir uns erhofften und prompt kamen wir in Zeitnot mit der vorherigen Bodenbearbeitung für den tragfähigen Untergrund.

Ein einziger Tiefbauer hatte die Möglichkeit uns sofort den Aushub und die Bodenaufschichtung zu machen, und wir willigten hocherfreut ein. Es wurde auch höchste Eisenbahn. Aber sie gaben Alles um den Termin zu schaffen.
Die Jungs aus Bürstadt von der Bodenplatte legten bereits vorn die Kantenteile der Wanne, während hinten unser Tiefbauer noch auf Knien den Feinsplit glatt schob. Dafür wurde er aber auch nach Beendigung sofort gelobt, denn so eine ordentliche Kantenbearbeitung und Feinplanung hatten die Bodenplattenbauer auch noch nie erlebt.

Wiederum hatte sich der Tiefbauer gefreut, trotz vager Gewissheit doch eine so genaue Angabe des erschlossenen Abwasserkanals zu erhalten. Die Lage war vom Vorbesitzer unserer Wiese nur mit einer Eisenstange im Boden gekennzeichnet worden, um die wir schon einige Male mühevoll, aber achtsam herum Rasen mähten. Wir wollten es ja selbst kaum glauben. Aber die Begeisterung war groß, wirklich auf einen gelegten Kanal zu stoßen, wenn er dann auch viel tiefer war als angenommen. Aber anderswo gäbe es deutlichere Zeichen und es wurden schon Tonnen von Erde bewegt nur um festzustellen: Nix da! Keine gelegte Leitung zu finden. Wohin buddelt man dann, und wie lange? Hier versprach man uns geduldig weit nach unten auszuheben und wurde schließlich auch belohnt. Alle waren glücklich.
Es lief wie Hanne. Alle Abnahmen erfolgten ohne unsere Anwesenheit. Bodentests zur Tragfähigkeit wurden gemacht und der Abwasserkanal einschließlich Gulli wurden behördlich abgenommen. Wir bekamen lediglich die Unterlagen zur Dokumentation ausgehändigt.
Selbst als ein altes aber noch für vier Anrainer funktionsfähiges Fernsehkabel im Boden aufgespürt wurde. Der Ortselektriker kam flugs angerannt, als er von Nachbarn von dem Beginn der Bodenbuddelei erfuhr und angerufen wurde, und wollte größeren Schaden verhindern. Die Bauleute palaverten dann unter sich über die Vorgehensweise. Wir standen außen vor. Man einigte sich darauf das Kabel zu verlängern, etwas zu verlegen und dann wieder einzubuddeln. Dort läge es am besten und am sichersten.

Und spätestens jetzt kamen auch die Nachbarn zum Gucken. Tiefe Löcher müssen eine unheimliche Anziehungskraft besitzen. „Das wird wohl ein Pool?“ fragte gleich der Erste beim Anblick in den Schacht des Abwasserrohrs. „Ja, ja! Wir wollen vorbereitet sein.“ Plänkelte unser Gespräch so dahin. „Ahh, der Pool ist auch schon fertig!“ Machte auch der zweite Nachbar seinen Begrüßungsscherz. Wieder belustigt gaben wir auch ihm zur Antwort: „Na sicher! Muss sein!“ Der Dritte kam: „ Und einen Pool gibt es auch schon!“, und dann der Vierte. Die Nachbarn hatten kurzerhand ihren Spaß unter sich.

Was kann unser Tiefbauer aber auch gerade Gruben! Da macht ihm keiner was vor.
Einige Wochen später buddelte er auch noch das Loch für eine Zisterne und eine angrenzende Rigole zur geforderten Versickerung des Regenwassers. Schnurgerade über 2 Meter tief in den Boden. Und Ihr könnt es Euch schon denken. Ein Nachbar kam des Wegs und sagte: …..

Lasst es Euch gut gehen.