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Bei uns ist alles fit. Keiner im Haus weiche welten ist bisher infiziert und auch aus dem Umfeld sind bisher keine Krankheitsfälle bekannt. Ich versuche bei allen notwendigen Einkäufen meinen seit Monaten immer wieder auftauchenden Reizhusten zu unterdrücken, um nicht aus dem Laden geschmissen zu werden und ich weiß nun auch, dass Toilettenpapier und Nudeln so gut wie ganz sicher zum Heilungsverlauf des Coronavirus beitragen. Allerdings haben wir davon immer noch keine größeren Lagerbestände als sonst angelegt, sind aber dennoch recht optimistisch, gut und gesund durch diese Pandemie zu kommen, obwohl mein Meister und ich zur Risikogruppe zählen.

Nun kommt fast alles zum erliegen und unsere Gesellschaft befindet sich in einer interessanten Neuordnung. Manchmal allerdings auch in einer paradoxen. Wurden Schulen und Kitas geschlossen, sind sie an anderer Stelle in neuer Formation im privaten neu geöffnet. Ich verstehe ja das Betreuungsproblem, aber ist das die Lösung? Schulfreunde finden sich jetzt nicht mehr im Klassenzimmer zusammen sondern ziehen in Gruppen auf Spielplätze. Und sogar von Corona-Partys habe ich gehört.

Ja, ist schon blöd. Denn gerade jetzt, wo eigentlich das Leben draußen wieder erwacht, sollen wir uns alle nach drinnen zurück ziehen. Das fällt irre schwer. Ist aber notwendig. Als Panikmache empfinde das nicht. Ganz im Gegenteil. Ich hätte die Quarantäne viel früher verordnet. Jetzt haben wir bereits eine Verdopplung der Infizierten aller drei Tage! Und ich verstehe nicht ganz, warum bei manchen nicht mehr Ernsthaftigkeit an den Tag gelegt wird. Braucht es denn wirklich immer erst die Verbote von „oben“? Die Leidtragenden sind am Ende die Pfleger und Ärzte, sowie Apotheker und alle Verkäufer in den Supermärkten. Wie sollen die sich noch schützen?

In unserer Apotheke werden die Kunden neuerlich auf Distanz gehalten. Einen halben Meter vor dem Verkaufstisch versperrt ein breites auffälliges Band den näheren Zutritt. Sieht genau so aus wie beim Tatort. Fast rutschte mir schon mein gewöhnliches „wer ist tot?“ raus.
Aber nein, wir wollen uns beruhigen. Möge dieser Kelch an uns vorüberziehen. Und sowieso würde ich erst dann richtig Panik bekommen, wenn im Fernsehen wieder der Sendeschluss eingeführt wird und Spätabends das Testbild erscheint. Hallelujah.

Aber am letzten Wochenende war ja noch eine ganz andere Zeit. Da war es noch entspannter. Und die Sonne lockte uns so ungemein ins Freie. Also sind wir los nach draußen. Denn neben all den schlechten Nachrichten gibt es auch noch eine Gute. Es wird Frühling! Und das ist definitiv meine Zeit! Also auf zum Blümchen gucken.

Diesmal fuhren wir ins Märzenbechertal im Ziegelrodaer Forst. Hier fanden wir eine andere Landschaft vor als im Leinewehtal. Viel hügeliger und nicht ganz so Bodenfeucht. Aber es gab auch diesmal wieder massenhaft Märzenbecher. Was für ein schöner zauberhafter Anblick.

In einem kleinen Dorf, bestehend aus einer Haupt- und Mittelstrasse, war für genügend Parkfläche gesorgt und der Weg zu den Wiesen wurde gut beschildert. Auch etliche andere Besucher waren mit uns unterwegs, und so ging es erst im Gänsemarsch den Berg hinunter und dann in den Wald hinein zu den üppig blühenden Wiesen. Die Besuchergruppen zogen sich dann recht schnell weit auseinander. Jeder fand sein eigenes Plätzchen zum länger verweilen und endlosbetrachten oder fotografieren.

na, wer’s glaubt!

Somit genossen wir dann die nächsten Stunden in der Sonne und verbrachten einen herrlichen Tag im Freien. Sogar ein anschließendes kurzes Picknick war schon drin und dabei bereute ich fast, nicht doch das Strickzeug eingepackt zu haben. Na ja, ich will nicht zuviel verlangen Mitte März. Weitere Ausflüge werden noch kommen, ganz sicher.
Bis dahin nehmen wir weiterhin alle geduldig am großen Feldversuch teil und verhalten uns dabei verantwortungsvoll mit uns und allen Anderen.
Wir bleiben weiterhin skeptisch optimistisch. Und ihr bleibt weiterhin hoffentlich alle gesund.

„Warnung! Es besteht Gefahr für Leib und Leben“
das leben ist nun mal riskant – so der so

Lasst es Euch gut gehen.