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Opatija ist für uns ein Mysterium.
Was birgt diese Stadt nur für ein Geheimnis, welches wir nicht fähig waren zu lüften? Vielleicht sind wir ja doch nicht alle Straßen abgegangen, haben doch nicht alle Ecken und Winkel genau betrachtet, und sie hielt vor uns DAS wesentlichste, das wundervolle versteckt?
Aber wonach suchten wir da eigentlich genau?

„Opatija ist wunderschön. Das hat uns so gut gefallen.“ So waren immer wieder die Aussagen in unserem Verwandtenkreis. Also planten wir gleich einen Tag dafür ein und fuhren hin in dieses schöne Opatija. Und bei derartigen Lobpreisungen schien uns schon die Parkkarte im Parkhaus mit 3 Stunden verbleib fast zu kurz um alles richtig anzuschauen …

ein hafen der aussieht als sei er in miniatur errichtet. er hat auch nur eine so kleine zufahrt dass nur ‚bötchen‘ hindurch kommen

Sicher, Opatija ist immer noch ein ausgesprochenes Seebad. Und als ein solches hat es auch eine dementsprechende Promenade. Obwohl … was heißt das schon.? Promenade ist auch nicht immer gleich Promenade. Opatijas Küstenpromenade ist vielleicht schmaler und kürzer als so manch andere, aber dennoch chic gestaltet und einladend sauber.
Opatija wartet aber vor allem mit vielen Hotels auf. Viiielen Hotels. Und sonst? Alte Hotels. Schöner, weil in Villen versteckt. Und an ihnen kann man noch den Prunk des 19. Jahrhunderts einer Bäderstadt am besten erkennen. Einige davon könnten etwas Kosmetik und eine Aufhübschung gebrauchen. Noch andere brauchen derzeit gleich neue Besitzer. Prachtvoll sind sie natürlich allemal. Unterstützt auch durch ihre immer noch opulenten Gärten. In diesen stehen prächtige Palmen und andere große Bäume und künden immer noch von ihren ehemals reichen Bauherren. Und damit haben sie schon weit mehr zu bieten als ihre zu vielen Nachbarhäuser in neuzeitlichem Baustil. Und dann lassen auch ausgerechnet genau diese noch mit ihrer überragenden Höhe den herrlichen antiken Glanz dieser schönen familiären Villen verblassen.
Stehen in diesen kuschligen alten Gebäuden vielleicht 10 oder 15 Fremdenzimmer zur Vermietung, sind es in einigen Neubauten gleich Hunderte. Und diesen benötigten Platz für diese Touristenfülle, hauptsächlich in der Hochsaison, gibt Opatija bei weitem nicht her. Wir waren zur Nachsaison vor Ort und konnten uns daher ein ziemlich genaues Bild davon machen.
In abgeschlossenen Bereichen und gar Käfigen befanden sich die hoteleigenen Pools jeweils auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Von dort hatten die Urlauber einen uneingeschränkten Blick auf das Meer, da dieser Poolbereich etwas erhöht über dem Strand liegt. Dieser „Käfig“ war nicht sehr groß und drinnen lagen die Badehungrigen wie die Ölsardinen dicht an dicht nebeneinander auf ihren Liegen um den Pool, einschließlich Poolbar, herum. Und wie wir später feststellten, hatten sie erstaunlicherweise dort oben drin dann doch noch mehr Platz zum ausstrecken als es einige andere am Strand hatten, der hier nur aus einem sehr schmalen bis schmalen Küstenstreifen aus großem Fels bestand. Aber auch dort lag oder saß auf jeder nur halbwegs geraden Fläche die groß genug war ein Badegast. Zum Schwimmen stiegen sie über Leitern ins Meer.

Nach den vielen Hotelansichten auf der Hauptstraße liefen wir vorbei an einem dieser Käfige die Treppen hinunter zum Wasser um weiter die Strandpromenade abzulaufen. Immer noch in der Hoffnung etwas wirklich sehenswertes in dieser Stadt zu entdecken. Na ja – wie man will.
Weiter unten und nun nah am Meer führte uns der Weg vorbei an Geschöpfen die reglos in der prallen Sonne lagen. Einer am anderen, scheinbar schlafend auf glattem felsigem Untergrund. Ab und an glitt eins von ihnen bedächtig ins Wasser. Woran erinnert mich das nur?

diese dame hat den weitaus besten platz für sich ergattert. wie bequem er ist weiß nur sie selbst. ihr blick reicht hinüber bis nach rijeka. ob sie lieber dort wäre?

Und dann konnten wir einfach nicht mehr anders in unserer blanken Verwunderung über diese Touristenstapelei, als uns darüber lustig zu machen wie das wohl zu händeln ist. Wir malten uns aus das ganz sicher jeder Hotelgast jeden Tag neu eine Nummer ziehen muss wann und wo er am Pool Platz nehmen darf. Gleich der Einteilung vieler Hotels in die Essenzeiten am Buffet. Wir spannen unsere Idee auch gleich weiter dass womöglich zur Unterstützung der schnelleren Erkennbarkeit dies hier mit dem Tragen einer bunten Badekappe gekennzeichnet werden sollte. Die dann aber selbstverständlich auch untereinander tauschbar sein sollte – je nach Badelust und Zeitplanung. Auf Ansage hin sind die Badeplätze dann sofort zu wechseln…
Ja, doch, wir waren uns schnell einig. So, und nur so wäre es lösbar in der Hauptsaison diese vermutbare Touristenfülle zu managen. Nur eben immer ohne uns!

Für dieses Szenario der Strandbelegung muss man sich etwas Zeit nehmen und das taten wir auch. So setzten wir uns für unser Picknick auf eine der vielen angebotenen Bänke unter einen schattigen Baum. Dabei genossen wir noch länger den Blick auf das Meer Richtung Rijeka.


Wir liefen dann diesen Weg am Strand lang noch weiter. Dieser ist wirklich sehr schön und die Besucherzahl hielt sich in Grenzen. Dann kann man das auch genießen. Schließlich kommt man am Ende des Weges in einen sehr gepflegten Park. Auch der hat Kurstadtniveau. Wir liefen durch den Park und kamen wieder oben auf der Hauptstraße raus. Wir schlenderten durch einen Drogeriemarkt (schon wegen der jetzt dringend erforderlichen klimatischen abkühlung). Wir liefen eine steile Straße nach oben, drehten eine Runde oberhalb und liefen an anderer Stelle die Straße wieder hinunter. Nein, auch hier gab es nichts weiter als Hotels und Restaurants zu sehen. Sollten etwa die Imbissbuden und vielen Touristenstände die Hauptattraktion hier sein? Das wäre dann das Gleiche wie in Rabac. Und da möchte ich hier auch nicht zu weit drauf eingehen.
Mhhm, was aber sonst machte die gute Meinung über Opatija aus? Wir liefen noch die gesamte Straße ab. Dann ein Blick auf die Uhr: „Meine Güte, wir haben noch so viel Parkzeit übrig! – Lass uns trotzdem fahren.“

… davon sollte ich wissen, oder?

Diesen geheimnistragenden Ort haben wir für uns schlussendlich in Ohhpatzia umgetauft.

Lasst es Euch gut gehen.

 

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