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Da saßen wir nun hoch oben auf der Terrasse. Einer Adresse die noch nicht einmal unser Navi kannte. Im Rücken grüne Berge, vor uns der Blick über einen kleinen Weinberg hinunter auf Teile der Stadt Labin. Diese zeigte sich mit allerhand bunten Farben. Markante Hausfarben scheinen die Kroaten zu mögen. Immer wieder begegnet uns eine rote, orange oder lila Fassade.

Labin war eine Bergbaustadt. Der alte Bohrturm hat die Zeit überdauert und ragt mittendrin in die Höhe. Das Fabrikgelände wurde anderweitig genutzt und eine freie Fläche dient heute als Parkplatz. In Labin fallen sofort die ehemaligen Bergbauwohnungen im immer gleichen Hausbaustil auf. Sie sind über die Stadt verteilt errichtet worden, stehen geordnet in Reih und Glied und bestimmen fast das gesamte Stadtbild. Im Moment werden viele davon saniert.

Dabei ist das der neuere Teil der Stadt. Der alte, antike Stadtteil liegt noch höher auf der Bergkuppe. Ein steiler Anstieg wird dort von einer grandiosen Aussicht belohnt.
Noch ein kleines Stück höher liegt nur noch der Friedhof. Und bis zu diesem sollte man zuerst fahren. Einmal um davor kostenfrei zu parken, denn die Parkplätze in der Altstadt und in ihrer engeren Umgebung sind alle gebührenpflichtig, da sie in nicht allzu großer Zahl vorhanden sind. Und zum anderen weil selbst der Friedhof ein Besuch wert ist. In Kroatien sind die Friedhöfe gewöhnlich bunt, bunter und kunterbunt mit ausdauernden Kunstblumen auf allen Grabstellen geschmückt und sorgen damit immer wieder für einen Farbflash.

Vom Friedhof aus ist es nicht weit zur Altstadt zu laufen. Sollte man das nicht wollen oder können, gibt es dafür die kleine Bimmel-Bahn. Dieser Minizug bringt alle bequem weiter.


Die Altstadt zeigt sich auch ziemlich bunt. Und das kommt sicher daher dass sie mit unzähligen Ateliers aufwartet. Künstler gibt es in Kroatien überall wie Kiesel am Strand und sie werden mit vielen Förderprogrammen unterstützt. Auch die Schirme hingen in der Stadt verteilt für eine künstlerische Werbung.

Wir schoben uns gemächlich schlendernd durch all die vielen kurzen und langen Gassen hoch und runter. Eine sehenswerter als die nächste. Dabei stießen wir auch hocherfreut in der hintersten Ecke plötzlich auf einen reifen Feigenbaum. Leider standen wir an diesem nicht allein. Und wie immer waren die ersten reifen Früchte die er anbot auch noch so weit oben, dass wir nur die wenigsten erreichten. Aber immerhin. Denn das war dann auch unser erster und letzter Genuss davon in dieser Saison. Erstaunlich das in Dalmatien zu dieser Zeit die Feigensaison schon vorbei ist und sie hier gerade erst reif werden. Außerdem haben wir hier in Istrien auch noch wenig Bäume gesehen.

Der alte Kirchturm, der über allem ragt, lockte uns (na ja, eher meinen meister) natürlich auch noch mit einem Aufstieg. Ich war aber auch froh über diesen späteren herrlichen Ausblick über die gesamte Gegend. Der Aufstieg ist über die kurzen Trittflächen in einem engen Schacht und bei ungefähr 35 Grad nicht ganz ohne, aber machbar. Ein Wächter im Hof koordiniert zum Glück die Anzahl der Besucher. Und so tritt sich dann auch kaum einer im Treppenhaus oder oben beim Rundgang gegenseitig auf die Füsse.

Es war so schön von dort eine Gesamtübersicht über Labin zu bekommen. Wie herrlich grün diese Gegend doch ist. Natur soweit das Auge reicht.

In der neueren Stadt sind wir natürlich auch bummeln gegangen. Und am allermeisten interessieren uns dort gar nicht die vielen neuen Supermärkte mit bekannten Namen, nein, es gibt auch immer noch diese urtypischen kleinen „Tante Emma“ Läden von anno dazumal zu finden. Klar, sind die heute auch mit den neuen bekannten importierten Waren bestückt. Aber immer wieder begegnen uns in solchen Geschäften auch regionale Artikel die es sonst nicht überall gibt. Und diese Einrichtungen sind teilweise noch so richtig heimelig. Genau wie diese hier. Hinten an der Wand, besser gesagt in der Wand befinden sich noch immer die Kühlfächer. Ob die noch benutzt werden? Ich denke schon. War ja nicht immer alles unbrauchbar – früher.

Lasst es Euch gut gehen.

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