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In den ersten Januarwochen war in unserer Straße wieder ein Aufgebot an Fahrzeugen einer Filmcrew. Einschließlich richtig gemütlich eingerichtetem Cateringbus, was man so von der Strasse aus mit einem Blick schnell erhaschen konnte.
Es ist immer wieder dasselbe Haus, in dem einige Tage ein Filmteam anwesend ist. Ab und zu parken dann auch zwischen all den Technikfahrzeugen recht luxuriöse Wohnmobile. Der Drehort ist, so glaube ich, die Villa eines Chefarztes aus der Serie „In aller Freundschaft“.
Aber an einem Abend, es war schon stockdunkel, hörten wir mehrere Schüsse. Da stelle ich mir dann doch eher eine Szene für „Soko Leipzig“ vor und keine aus einer Krankenhausserie. Denn auch für die „Soko“ wurde schon in dieser Villa gedreht.
Warum ich Euch das erzähle? Nun, es standen am späten trüben Nachmittag riesige aufgespannte Leinwände vor dem Haus, die hell, also richtig hell, angeleuchtet wurden. Dies wird immer dann getan wenn im Haus eine Szene bei Tageslicht gedreht werden soll. Jaaa, so geht Fernsehen. Gibt es kein ausreichendes Tageslicht – wird sich welches gemacht. Und ich habe dabei echt überlegt, ob ich mir so eine gesamte feine Tageslicht – Vorrichtung – ja, nur mal ausleihe. Das hätte dann auch meine derzeitige Trübnis etwas erhellt.

Mal ehrlich, das ist doch kein Winter. Sogar amtlich bestätigt: zu warm und zu nass, aber vor allem: zu dunkel! Da helfe ich mir nun schon mit 2000er Einheiten Vitamin D .. und mein Spiegel ist trotzdem weiterhin im unteren Zahlenbereich fest verankert. Wie schön wären jetzt endlich einmal helle Schneetage.

Das einzige, wozu ich mich immer aufraffen kann, ist stricken. Gerade im Moment ist dass das Einzige was meinen Enthusiasmus ein wenig ankitzelt. Und das führt nun dazu das ich viele Projekte so schnell wie noch nie fertig bekomme. Ist ja auch nicht ganz schlecht. Und immer noch liegt so viel unfertiges rum …

Zu meinem Wollvorrat habe ich ein zwiegespaltenes Verhältnis.
Manchmal beherrscht mich das starke Gefühl, diese Menge überfordert und erdrückt mich und ich werde die Verarbeitung wohl nie im Leben schaffen. Und dann wiederum beruhigt mich diese Fülle an Wolle in den Kartons auch wieder ungemein. Da ist sie ein verlässliches Polster und ich habe dazu dann auch ganz konkrete Pläne im Kopf was ich daraus machen werde. Und oftmals denke ich dabei sogar das dieser Vorrat gar nicht ausreichen wird, für all diese Pläne. Dann ist mein Eindruck eher: da brauchst du sicher noch was…
In diesem feinem Dilemma stecke ich seit Jahren und schwanke hin und wieder zwischen dem Wunsch nach übermäßig vollen Wollregalen und dem völligem Abbau meiner Wollvorräte. Hach, was soll ich machen. Da werde ich sicherlich auch nicht so schnell raus kommen.

Na, sei es drum. Im Moment habe ich mal wieder etwas beendet, was schon gut zwei Jahre im Strickkorb rumlümmelte. Und das sind doch die Momente, die mich recht froh stimmen. Denn diese Projekte schauen so besonders vorwurfsvoll auf mich und mahnen ständig. Erst recht dann wenn ich immer wieder andere Projekte dazwischen schiebe. Ich bin mir sicher alle Strickerinnen verstehen mich.

Nun packte es mich mal und ich habe endlich auch mal eins meiner vielen unfertigen Sachen aus dem Körbchen geangelt und mich dran gemacht es abzuschließen. Nun ist es fertig und ich finde, es ist ein durchaus schnuckeliges Ding geworden, diese kleine drei farbige Decke „hedwig“. Wer sie genau so gern hat wie ich: hier lang.

Lasst es Euch gut gehen.

 

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