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Natürlich ist Santorin sehr schön. Aber was kennt man von Santorin? Weiße Häuser mit runden blauen Kuppeln?
Selbst die, die noch nie auf Santorin waren, haben unweigerlich dieses Bild vor Augen. Das aber ist doch nicht Santorin allein. Verkauft sich aber besser. Oia ist und bleibt für Santorin immer wieder das Vorzeigeobjekt. Das sieht auch sehr schön aus, natürlich. Und doch, man muss es deutlich sagen: es ist ein absolut gehypter Ort.


Da kratze ich jetzt vielleicht etwas zu sehr am Super Image, aber ich finde eben auch: das hat die Insel Santorin so nicht verdient.

Oia ist der Ort des Weiß. Oia ist der Ort jeder Karte von Santorin. Oia ist überlaufen.

Auch zugegeben, wir haben von Oia in den wenigen Stunden nicht all zu viel gesehen. Dafür ist es aber so gut gelegen das man diese Hanglage sehr gut überblicken und sich dabei auch einen recht guten Gesamteindruck verschaffen kann.

Wir fuhren nun mit Dana und Bus zur letzten unserer vielen Stationen und dem angekündigtem Highlight des Tages an die Nordspitze: ein Sonnenuntergang in Oia. Es wäre nun mal der einzige Ort auf Santorin, den Sonnenuntergang am schönsten zu erleben.
– Wäre da doch gleich zu erwähnen das auch andere Gäste unseres Hotels nach diesem Großereignis versuchten einen verlasseneren und besonneneren Fleck zu finden genau dies wirklich genießen zu können. Was aber dann – so auch bei uns – schlicht und einfach am schlechten (na ja, schlechteren) Wetter lag.-

Ungefähr zwei Stunden vor Sonnenuntergang kamen wir in Oia an und schon der große Parkplatz sollte stutzig machen.

Durch die engen Gassen und an den Verkaufslädchen mit ihren vielen Auslagen vorbei, quetschten sich die Menschenmassen, die so noch gar nicht mal das Hauptsaisonpotential hatten – Oohh oohh – und finden sich so nach und nach alle zum späten Abend an der Küste ein um in froher Erwartung auf das Meer zu sehen. Und das einzige Motto verdichtet sich dabei immer mehr: zeitiges Erscheinen sichert gute Plätze!
Es ist nicht gerade so das sich dann um Standplätze oder gar Sitzplätze geschlagen wurde, aber: große Rücksicht gibt es dann irgendwann auch keine mehr. Mehr sehen für jeden selbst ist das Gebot. Schließlich will jeder dieses einmalige Schauspiel in seinem Leben auch richtig genießen. Das möglichst mit Nachdruck.


Jeder Zentimeter wurde dann besetzt und jeder schaute – nein, nicht in den Himmel – natürlich auf das hochgehaltene Handy. Was für eine Stimmung. Was für eine Romantik. Gibt es schöneres?

Nun, wir hatten Sitzplätze. Wir sahen auch sehr gut. Und bekamen auch Sitznachbarn – der Sprache nach aus dem hohen norden – die mit uns die freie Sicht verteidigten. Da ist schon alles gewonnen und die Vorstellung ‚Sonnenuntergang‘ kann einsetzen …

Ja, der Rückweg toppt das Ganze noch.
Denn nach dem Sonnenuntergang laufen alle – ALLE – in die gleiche Richtung zurück zur Straße. Es müssen alle zum Busparkplatz. Und da ist man wirklich noch gut beraten mit einer Reisegruppe unterwegs zu sein, denn die meisten liefen zur Busstation des Linienverkehrs und reihten sich dort in eine lange Schlange ein.

„Und? Ist die Sonne untergegangen?“
Dana empfang uns strahlend am Bus, teilte alle in zwei Grüppchen der entsprechenden Endziele ein und fuhr dann mit uns zurück nach Kamari.
Weiter erzählend über Sagen und Legenden des großen Alexander.
Und wir lassen uns nur all zu gern nach diesem Touristenüberschwang in etwas Romantik und Mystik hüllen.
Ach Oia, du Schöne. Manche Liebe kann aber auch erdrücken.

Lasst es Euch gut gehen.

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