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Um einen ersten Eindruck von seinem Urlaubsort zu bekommen bietet sich natürlich immer eine geführte Tour an. Wir fanden ein solches Angebot im Prospekt gleich für den ersten Nachmittag: „sunset in oia & traditional villages bus tour“. Mit dem Vermerk: „must see“. Ja, dann.

Start der Rundfahrt war 15.00 Uhr und die Tour wurde von Dana geleitet. Sie ist die reinste Frohnatur und bleibt auch deswegen unvergesslich. Wie ein Reh sprang sie durch die Gegend und trieb uns fortan die Berge rauf. Immer zwischendurch mit dem Vermerk doch die halbe Strecke bereits geschafft zu haben und der Aussicht auf anschließende freie 10 Minuten für den Rückweg. Dabei immer einen lockeren Spruch auf den Lippen sowie die vorherige zweimalige Ansage wann der Bus weiterfährt. Wer es nicht rechtzeitig schafft – sie ist in zwei Tagen wieder vor Ort.
Dana machte die Tour in deutsch und englisch und erzählte dabei unheimlich viel.

Santorin ist eine Vulkaninsel und vor allem für seine weißen Häuser mit ihren blauen Dächern bekannt. Von allen Postkarten strahlen einem die Fotos von eng aneinander und übereinander gebauten leuchtenden Häusern entgegen.
Dabei ist das aber ein eher neuzeitlicher Anblick. Früher war das anders. Ursprünglich waren die Häuser gräulich, da sie komplett aus dem Fels, bzw. in den Fels geschlagen wurden. Da variierte die Hausfarbe allein durch den entsprechend ‚verbauten‘ Vulkanstein. Davon gibt es drei Farben. Den Weißen, den Roten und den Schwarzen. Abwechselnd immer wieder im ganzen Umland zu sehen.

* hoch oben liegt die „panagia episkopi byzantine“ kirche

Zuerst fuhren wir in ein solches altes Dorf mit genau diesen ‚Felshäusern‘. Heute völlig verlassen und sehr zerfallen, da die Wege dort zu schmal für einen Neuaufbau sind. Kaum breiter als zwei Leute nebeneinander her gehen können ist die gepflasterte Hauptstrasse, die steil nach oben durch diesen ehemaligen Ort führt. Kein einziges Auto, zum Transport von Baumaterial zum Beispiel, lässt diese Strasse durch. Da aber nur wenige Regenfälle die Zisternen des Dorfes füllen konnten, brauchte es damals diesen Weg als effiziente Wasserrinne. Was aber überall intakt ist, das sind die Kirchen.

Sie sind leidgeprüft, die Santoriner, denn die gesamte Insel ist auch eine Erdbebenzone. Und viele Erdbeben haben schon viele Orte unbewohnbar gemacht. Die meisten Bewohner sind dann aus ihren Dörfern weggezogen und haben an anderen Stellen ein neues Leben begonnen, einige wenige haben sich an gleicher Stelle mit dem Wiederaufbau eine neue Heimat geschaffen. Dabei wurden dann die Häuser weiß gestrichen und bekamen blaue Dächer.

Das Weiß hat einen rein praktischen Grund. Die Sonne wird abgestrahlt und damit bleiben die Häuser im Inneren kühl und angenehm. Das Blau erfüllt zusätzlich den optischen Effekt. Die Griechen lieben ihre Nationalfarben und wollten sie darin widerspiegeln. Das Blau des Himmels und des Meeres, und das Weiß der Wolken und der Schaumkronen des Wassers. Haach, wie schön.

* santorin ist auch berühmt für sein aufwendiges steinmosaik aus lavasteinen. hier der gepflasterte Innenhof der kirche

Früher lebten auf der Insel ausschließlich Fischer, und Dana hatte einen großen Spass daran uns alte Sagen von Seeräubern aus dieser Zeit zu erzählen. Und ob nun alle Geister wirklich tot oder nur scheintot sind – keiner weiß es so ganz genau und niemand sollte sich da zu sicher sein. Und einmal auf Santorin ist sowieso jeder in deren Bann. Das ist Gesetz!
Aber viel gruseliger hingegen ist vielleicht eher, dass ein erneuter Vulkanausbruch längst überfällig ist.

Heute ist die Haupteinnahmequelle der Santoriner der Tourismus. Doch der Weinanbau ist in jüngster Zeit als attraktive Erwerbsquelle noch hinzu gekommen. Diese Rebe, die auf Santorin wächst, ist etwas besonderes, da der Boden aus Lavastein der Traube einen besonderen Geschmack mitgibt.

Der Lavaboden speichert so gut das Wasser, dass er Santorin außerdem zu einer sehr feuchten Insel macht.
Das merkte ich gleich am nächsten Morgen an meinen Haaren. Und unser Reiseleiter versicherte mir, er brauche daher auch weniger Schlaf. Das kann ich nach so kurzer Zeit noch nicht bestätigen, aber zumindest brauchte ich keine verknitterten Sachen zu tragen. Innerhalb weniger Stunden war auf dem Bügel alles wie grad eben gebügelt. Dafür sollte man alles zum trocknen dort auch nur in die pralle Sonne hängen.

Kirchen gibt es auf Santorin wie Sand am Meer. Da kann man durchaus welche durcheinander bringen. Regentage auf Santorin sind äußerst selten, aber … auch das haben wir mitgenommen.

Dana du bist die Beste. So ein Glück für denjenigen der mit dir eine Tour machen darf.
(und dein akzent ist der tollste. vor allem dein rollendes „r“ wird mir im gedächtnis bleiben.)

* pyrgos villages (und danas  – nicht unberechtigte sorge wir finden den richtigen abzweig nach unten nicht – sie käme erst wieder in einer Woche vorbei
„… schauen sie nach unten und suchen sie nach den aufgemalten weißen pfeilen. laufen sie falsch – viel glück …“)

Lasst es Euch gut gehen.

 

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