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Es ist eine Einfachheit auf Kreta unterwegs zu sein. Der Bus – Linienverkehr ist sehr gut ausgebaut und fährt in alle Richtungen der Insel.


Gleich den ersten Tag bekamen wir den Tipp, mit dem Bus in die naheliegende Hauptstadt zu fahren. Die geschilderten zwei Haltestellen in unmittelbarer Nähe des Hotels waren leicht zu erreichen – sind aber nicht unbedingt für den Touristen auf Anhieb zu entdecken. Ungefähr 10 Meter weit weg, rechts auf der gegenüberliegenden Straßenseite, aber ohne Häuschen und das Schild von Bäumen verdeckt, hielten wir die einzelne Sitzbank auf dem Gehweg auch nur für ein nettes privates schattiges Plätzchen und liefen in unsere Fahrtrichtung einfach nach links los um eine Haltestelle zu finden. Auch das kein Problem. Nach kurzer Zeit fand sie sich, diesmal auch deutlich für den Touristen erkennbar, anhand echtem Holzhäuschen und frei stehendem Halteschild.

Spätestens aller halber Stunde kommt dann ein Bus vorbei und für unsere rund 20 Minuten Fahrt in einem vollklimatisierten Reisebus sind zwei Euro Fahrpreis pro Person mehr als angemessen. Da heißt es schnell einsteigen und später in aller Ruhe beim dafür extra mitreisendem Kontrolleur das Ticket lösen.

Auf feste Fahrplanzeiten darf man dennoch nicht hoffen, das passiert eigentlich nur am Busbahnhof in Heraklion. Auf freier Strecke kommt der Bus wann er kommt.
Und auch beim Ausstieg kann es noch Überraschungen geben. Denn einmal war es ganz komfortabel und es reisten gleich zwei Begleiter/Kontrolleure mit und befragten einzeln die Gäste nach ihrem Zielort. Da wurde dann der Haltewunsch zweimal laut im Bus rechtzeitig angesagt und es wurde nicht an der Haltestelle gestoppt, sondern dann gleich vor dem gewünschten Hotel.
Verlässt man sich aber nun darauf, und hält das sofort für Gang und Gebe, stellt der Grieche einem sofort ein Bein. Da kann es sein er ist plötzlich zu tief in ein Gespräch gefangen, dass er nach zwei Ansagen jetzt einfach keine Zeit mehr dafür findet und der Bus ohne anzuhalten weiterfährt, trotz Nachsicht des Zielortes.
Also immer die Augen aufhalten und selbst aufpassen. Das ist allemal sicherer.

Und das es der Grieche mit der Genauigkeit nicht allzu genau nimmt, erlebten wir in den kommenden Tagen immer wieder. Er ist einfach nicht für Regeln gemacht, der Grieche. Er mag sich nicht an Vorschriften halten. Das will er nicht, engt ihn in seiner Freiheit zu sehr ein.

Ganz Heraklion ist eine Mischung aus lebhaften bunten Touristenplätzen, die fein bepflanzt sind und mit Shoppingmeilen glänzen, aber auch überall stehendem und liegendem Müll.


Wer auch immer sich nun für die vielen Investruinen verantwortlich zeichnet, es sind zuviele. Was da nicht alles unfertig rumsteht! Wer für all dies je eine Baugenehmigung erteilt hat, hat mit Geld nicht wirtschaftlich gehandelt.
Das ist nun die eine strukturierte Unordnung. Aber die andere Unordnung ist von jedem einzelnem gemacht. Da ist nämlich der viele kleine und große Müll zu benennen. Es wird auf dieser Insel einfach alles der Natur überlassen, dem der Grieche überdrüssig geworden ist. Da stehen aufgebockte Autos ohne Räder, halbverrostete LKWs, fast schon zugewachsene Anhänger, Reifen, Bauschutt und sämtlicher anderer Müll. Es ist erschreckend.
Das verblüffende für mich war dann auch der nähere Blick auf Privatgrundstücke. Dort sah es nämlich ebenfalls so aus. Alte Farbeimer, Planen voller Baudreck in der einen Ecke, verrostete Kleinteile in der anderen. Wie hinter den meist hohen Zäunen, so auch davor.
Und: Ok. es gibt glücklicherweise auch noch genügend Ausnahmen.

Vielleicht sehe ich das als Deutsche zu streng, aber geht das? Auf solch einer reinen Urlaubsinsel? Müsste es dort nicht gerade wie geleckt aussehen?


Lasst es Euch gut gehen.

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