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Da wollt’ ich sie doch schon fast entsorgen, so ‘absolut mickrig’ wie sie aber auch im letzten Jahr aussah. Herrje, war das ein Krauttopf.
Und nun entpuppte sie sich so schnell zum Augenschmaus.

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Vor vier Jahren machten wir uns diese Klematis zum Geschenk. Ein blühendes Andenken an den Schwarzwald, speziell den Münstermarkt in Freiburg.
Und dabei war sie “nur” zweite Wahl. Die erste in genau dieser Farbe lachte uns nämlich bereits auf einem Marktstand in Straßburg an. Aber den ganzen Tag in der Wärme einen Blumentopf rumtragen? Einen hohen und auch nicht gerade leichten dazu? Das erschien uns zu umständlich. Und schweren Herzens ließen wir ihn vorerst zurück. Und, klar, zum Abschied war dann das Prachtkerlchen verkauft.
Aber das Schicksal hatte ein Einsehen mit uns. Denn zwei Tage später, beim flanieren über den Münstermarkt, entdeckten wir haargenau die gleiche Klematis. Natürlich wollte sie mit uns mit. Und nun konnte sie es auch. Alle anderen Einkäufe und auch die hohe Klematis konnten in den nicht weit entfernten Parkplatz schnell verfrachtet werden. Die Freude war groß.

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Nun ist das aber immer so eine Sache mit den Pflänzchen. A: Standort B: Standort und C: Futter, sind immer wie russisch Roulette. Klappt’s oder klappt’s nicht?
Sie sah nun nicht unbedingt schlecht aus, die letzten drei Jahre, aber so richtig gut eben auch nicht. Wir taten aber alles dafür, dass es ihr eigentlich besser gehen sollte. Umtopfen, Düngen, Wässern. War aber nicht so.
Doch dieses Jahr nun ….
Im Frühjahr trieb sie im Keller, wie immer, fleißig aus. Wir holten sie daraufhin in größter Hoffnung – dieses Jahr noch etwas zeitiger – auf den Balkon und sie wuchs und wuchs. Entwickelte schnell die ersten Blüten, die ohne Sonne immer nur weiß aussehen dann im Wohnzimmer, in das wir sie wegen der ständigen Nachtfröste noch mal reinholten.
Als sie aber dann schon wieder alle Blätter abwarf und die wenigen Blüten verwelkten, schnitt ich sie, in der Annahme einer allerletzten Amtshandlung, radikal kurz. Mein Meister bekam fast Herzrasen dabei.

Doch diese letzte Hoffnungsarbeit erweckte sie zum blühendsten Leben welches sie bis jetzt je hatte.
Woran das nun wirklich lag kann ich deswegen auch nicht genau sagen. Der Rückschnitt ist nur das eine und auch Glücksache. Zur richtigen Zeit die richtige Dosis.? Sehr viel machte meiner Meinung nach das Frühjahrswetter aus. Es war die richtige Mischung. Nicht zu warm und nicht zu heiß und die beste Regenmischung.

Egal was es war. Wir stehen nun verzückt vor ihr, bei schlechtem Wetter selbst drinnen an der Balkontür. Und wir schmachten sie an. Jeden Tag zählen wir ihre Blüten und die Blütenblätter. Denn ganz kurios und beeindruckend finden wir, dass jede Blüte auch eine unterschiedliche Anzahl einzelner Blätter hat. Warum? Keine Ahnung. Verstehe einer diese Pflanzen.

Ein Glück nur dass es sie gibt und sie uns jeden Tag auf’s Neue erfreuen können.

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Lasst es Euch gut gehen.

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