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‚Mit dem Fahrrad durch Indiens Süden‘, so der Klappentext Ihres Buches “Im Palast der gläsernen Schwäne”, schien mir thematisch die passende Lektüre für den heißen Sommerurlaub und versprach leichtes Lesevergnügen…

impalastder

Worum ging es nochmal bei Ihrem Abenteuertripp? Ah ja …. der Plan: endlich mal wieder Sex mit der Freundin. Und sonst noch? Mal kurz nachdenken …. mhhh …
ach ja .. vorrangig ging es um „every kind of drugs“. Und das rund um die Uhr.
Wie auch sonst soll man diese miese Stimmung bekämpfen, die einen unentwegt umhüllt, wenn man feststellen muss, dass sich auch im vermeintlich locker entspannten Urlaubsumfeld Beziehungsprobleme nicht verflüchtigen. Ganz im Gegenteil, diese sich nur noch verstärken und zuspitzen. Erst recht dann, wenn auch noch die Tagebuchgedanken der Liebsten nicht mehr ihr persönliches Eigentum bleiben, Herr Timmerberg!!
Gelinde gesagt: sie sind ein Chaot! Einer, der zum profanen Leben kaum gebräuchlich ist und Grenzen nicht akzeptiert. Mein Eindruck. Und damit muss Mirta zurecht kommen.

Trotzdem hat mir gefallen wie sie ihre Beziehung zu Mirta beschreiben. Es hat mir gefallen wie sie die Art definieren an ihr festzuhalten, nicht loszukommen von ihren liebens- und nicht liebenswerten Eigenarten, die sie natürlich alle hin und wieder nerven. Es ist auch eine Art von Drogenkonsum, diese Hassliebe, von ihnen als ‘on/off Beziehung’ beschrieben. Selbst das hatte für mich eine gewisse Liebenswürdigkeit.

Ihre Reise hingegen gerät immer mehr in den Hintergrund, was mich etwas stört. Da ist kaum von Erlebnissen die Rede. Eher von ständigen Meditationen. Auch auf dem Fahrrad. Omm.
Und das Kennenlernen von Motels. Ja, das ist sicher schon ein eigener Roman wert.
Ich hatte mir ein großes Finale erhofft. Ein glückliches Einkehren, eine Art heimkommen, in diesen lang gesuchten, ersehnten Palast der Schwäne…

Und jetzt weiß ich gar nicht so recht ob ich noch mehr von ihrem Buch verraten soll, ohne den bis-jetzt-noch-nicht-leser die eventuelle Vorfreude darauf zu nehmen.
Für mich war das Ende ernüchternd. Alles andere als erwartet und erdacht. Ihr Buch ist kein Reisebericht. Es ist eine Beziehungsbeschreibung. Zu ihrer großen Liebe und zu anderen Menschen.

Mich hat ihr Buch berührt. Ihr Schreibstil überzeugt. Der hat das Buch ausgemacht. Es liest sich schnell und leicht. Und auch wenn es wirklich keine leichte Kost zu nennen ist, ist es doch sehr amüsant.
Ich werde auch noch weitere Bücher von Ihnen lesen wollen.

 

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