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Kaufe oder bekomme ich ein neues Buch, wird es sofort durchgeblättert. Es ist einfach spannend an welcher Stelle ich bereits hängen bleibe und welche Worte und Sätze mir gleich ins Auge springen. Was macht es für einen ersten Eindruck? Macht es Lust auf’s Lesen?

Gestern bekam ich ein neues Buch geschenkt. Ein besonderes Buch, aber dazu später mehr.
Ich stolperte beim ersten groben durchblättern über ein schönes Gedicht. Das hat mir so gut gefallen, das ich Euch gern daran teilhaben lassen möchte.
Vielleicht gefällt es euch auch so gut. Und vielleicht ist es auch für andere noch unbekannt. Das soll sich hier ändern:

Vereinsamt

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein,-
Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

Nun schaust du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt – ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! –
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, –
Weh dem, der keine Heimat hat!

Friedrich Nietzsche [1884]

014

Macht Euch eine schöne Restwoche.

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