gedanken in grün

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Wir rätselten wann es das letzte Mal so kräftig geregnet hatte und kamen auf ungefähr März. Mann, war das überfällig. Und dabei immer noch zu wenig um den Boden ausreichend mit Nässe zu nähren. Aber immerhin. Ich genoss diesen Guss und möchte mir da jedesmal gleich eine Campingliege an die Balkontür stellen und mir es für länger dort mit einem Kaffee gemütlich einrichten. Aber ich habe keine Campingliege und alles andere wird diesem Hochgenuss eines Sommergewitter einfach nicht gerecht, also lasse ich es lieber. Verweile nur eben stehend an offener Tür ohne an irgendwas zu denken. Einfach nur so sein – herrlich.

Und langsam bekomme ich den Kopf wieder frei. Einmal weil sich diese Hitze jetzt erst mal verabschiedet hat, und auch, weil ich vor ein paar Tagen die letzten Medikamente abgesetzt habe. Und das fühlt sich so gut an. Ich nehme auch gar zu ungern etwas ein. Und überhaupt nur wenn es gar nicht mehr anders geht. Die Zwicks und Zwacks allerdings, die ich immer noch habe – leider – ignoriere ich und hoffe das die sich auch noch verp. … endlich mal. manno! Das dauert vielleicht eh man wieder so hergestellt ist.

Der Sommer ist turbulent in dieser Stadt. Laut und voll und quirlig. Und speziell in unserem Wohngebiet, so glaube ich, ist es alljährlich noch um einiges turbulenter. Wieder mal stand über Wochen in drei Straßen eine Armada an Fahrzeugen einer Filmproduktion. Und spätestens dann wenn der Straßenzug wieder über viele Meter hinweg nach dem anköcheln im Cateringfahrzeug riecht, nenne ich das echt gemein und suche sogleich nach dem Schild: „comparsen noch dringend erwünscht. verpflegung gesichert.“. Aber die Set Erbauer haben eine gute und leckere Verpflegung sicher mehr als verdient. Denn als später auch noch an unserem Haus umgebaut wurde und (ich verrate doch hier sicher nicht zuviel) eine Babyklappe an der Garageneinfahrt entstand, hatten die Jungs hoch oben auf ihrer Leiter in der Hitze nicht den einfachsten Job der Welt. Drei Tage Arbeit für ungefähr eine Stunde Drehzeit. Die Schauspieler selbst hatten zwar Nachtschicht, durften aber bei angenehmeren Temperaturen arbeiten. Gedreht wurde das hier.

Aber ich kann schon wieder länger sitzend häkeln, was ein echter Gewinn ist, denn ich habe in letzter Zeit – liegend – nur ganz selten zu einem Buch greifen können. Erstens war ich immer zu müde zum lesen, zweitens zu dusselig eine einzige Zeile in Gänze zu erfassen oder mir war schlicht die Kraft abhanden gekommen ein Buch nur zu halten. Und ein bereits im Januar angefangenes, wirklich dickes und eher wissenschaftliches Buch konnte da erst recht nicht punkten.
Mir fiel aber das neue Buch von Meike Winnemuth in die Hände. Und das erschien mir eine schöne leichte Lektüre – zum halten wie auch zum durchkommen.
Meike Winnemuth hat sich einen Garten angeschafft und probiert für ein Jahr für sich soviel anzubauen, sprich anzupflanzen, dass sie davon leben kann. Erste Erkenntnis: Anfangs lebt man durchweg von Salat bis man ihn fast satt hat. Alles andere braucht Zeit. Ja, auch die Möhren! Wenn man sich darüber bisher noch keine Gedanken gemacht hat wie lange so eine Möhre braucht – ja dann. Nächstes Fazit: Geduld! Geduld! Und: Einfach machen!

Ich bin da vielleicht im leichten Vorteil. Denn ich weiß wie lange so eine Möhre braucht. Ich hatte mal einen Garten. Einen kleinen Vorgarten. Aber auch mit Hochbeeten. Von denen ich allerdings nicht so begeistert war. Lag aber wahrscheinlich auch daran, dass ich sie nicht selbst gebaut hatte, sondern der Vormieter. Und diese Dinger waren einfachst errichtet und somit schnell hinüber und brachen dann nach und nach auseinander. Da sollte man am Material nicht sparen. Aber ich schweife ab.
Es wuchs so einiges in diesen Beeten. Mangold, Liebstöckel, Petersilie, Dill, Möhren und viele Erdbeeren. Alles selbst gepflegt, gehegt, geerntet und schließlich gegessen. Herrlich ist so ein Gärtnerleben, das weiß ich. Und ich möchte auch zu gern wieder einen Garten haben. Auch wenn er viel Arbeit macht. Auch das weiß ich bereits. Aber es geht einfach nichts drüber dann ernten zu können wenn man es braucht. Und weiß woher es kommt und wie lange es dauerte zu gedeihen.Nun lag ich auf der Bank draußen, rücklings, mit dem Buch über mir. „Bin im Garten“ traf da auch irgendwie zu, angesichts meiner gezüchteten Blumenfülle – und pflanzte nun gedanklich mit Meike hunderte Blumenzwiebeln ein, füllte Mutterboden auf, gestaltete neue Pflanzpläne und hörte dabei auch das erste Mal von der „Chelsea Flower Show“, um nur ein paar Tage später das ganze gleich noch im Fernsehen gezeigt zu bekommen. Ist mir bis dahin nie untergekommen, diese Show.
Aber man lernt so einiges aus ihrem Buch. Obwohl sie gar keine Anleitungen geben will, tut sie es eigentlich doch andauernd. So habe ich jetzt endlich auch eine Pflanzenbestimmungsapp. Ich wusste ja gar nicht das man nach sowas überhaupt suchen könnte. Jetzt kann ich alles bestimmen über was ich da in der Botanik so stolpere. Genau das wollte ich schon immer wissen. Das Gleiche bräuchte ich jetzt nur noch bitte für Pilze.

Lasst es Euch gut gehen.

 

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ich hab‘ auch nur nerven

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Noch bin ich nicht ganz auskuriert. Noch hänge ich etwas durch. Vor allem auch durch die benötigten Medikamente mit „Senkung der neuronalen Erregbarkeit“, die etwas dusselig machen. Aber es geht bergauf. Wenn auch sehr langsam und behäbig. Ich hätte es gern schneller. Doch hier ist einfach nur Geduld gefragt. Es gibt kein Mittelchen zum beschleunigen, dass muss jetzt alles allein kommen …

Es zog sich schon über die letzten Jahre hin, wie ich heute weiß. Der eigentliche Ausbruch aber kam erst jetzt. Feindlicher Angriff auf ganzer Linie. Zack, und mit einem Mal sind die Varizella Viren in der Überzahl. Hatten sie es doch tatsächlich geschafft mich in einem schwachen Moment zu erwischen, zu überfallen und mich die letzten Monate lahm zu legen. Verflixt noch eins!
Angriffsversuche hatten sie anscheinend immer mal wieder gestartet. So sind meine Beschwerden seit über einem Jahr erklärbar. Mit Hilfe des Immunsystems sind sie bisher immer wieder zurückgedrängt worden und mir ging es dann wieder plötzlich besser. Nun aber hatten sie ihre Chance ergriffen und genutzt.

Diese Virenbiester knabbern sich an den Nervenbahnen entlang und entzünden sie, sowie das umliegende Gewebe und verursachen den Herpes Zoster, die Gürtelrose. Bei mir äußerte sich das durch quälende Rückenschmerzen mit Bewegungseinschränkung, die mal kamen und gingen. Ende April aber blieben sie.
Und noch bevor ich überhaupt eine Diagnose hatte, quälte ich mich schon über einen Monat lang mit Rückenschmerzen und schlechter Verfassung durch die Tage, bis es dann nicht mehr ohne Schmerzmittel ging.
„Wirbel ausgerenkt“ hieß da noch der Anfangsverdacht und ich bekam u.a. Massagen verschrieben. „Eingeklemmter Nerv“ war da auch noch meine Vermutung.
Die Massagen brachten keine Verbesserung, im Gegenteil, sie verschlimmerten alles nur noch und ich musste die Therapie abbrechen. Beides konnte es also einfach nicht sein. Und zusehends wurde es schlimmer und schlimmer.
Zwei Wochen verbrachte ich zu dieser Zeit straff liegend und konnte mich vor Schmerzen nicht mehr rühren. Nun konnte ich nicht mal mehr zum Arzt laufen.
Gleich beim Betreten der Praxis war jetzt meiner Ärztin die Lage klarer. Und meine nicht mehr ganz aufrechte Haltung lies ganz sicher schneller auf die vorliegende Erkrankung tippen. Ich musste diesmal gar nicht lange warten um eine gesicherte Diagnose zu erhalten. Zum Glück auch. Vier Tage vorher wollte ich bereits in der Praxis sein, doch da wäre das wahrscheinlich noch gar nicht möglich gewesen, wurde mir gesagt. Da hatten wir Mitte Mai.

Das verschriebene Anti-Viren Medikament wirkte zuverlässig schnell. Eine Woche, und die Viren waren wieder zurück in ihre Höhle verbannt. Den Schaden aber, den sie zurückließen, heilt kein Medikament. Der muss sich jetzt selbst regenerieren.

◊Bis vor wenigen Tagen konnte ich noch keine Treppe schmerzfrei hoch laufen. Ende letzter Woche erst wagte ich einen ersten längeren Fußmarsch zum Einkaufen und verbrachte danach gleich wieder einen Abend mit Liegeprogramm.◊

Und dann kam irgendwann dieser Moment, wieder schmerzfrei aufrecht zu sitzen. Endlich wieder sitzen! Das tue ich so besonders gern. Und das ist auch beim Essen sehr vorteilhaft. Und als nächstes kam der Moment, nach Wochen endlich mal wieder vor die Tür zu kommen. Nicht gleich laufend, aber wenigstens aus dem Fahrzeug gekippt. Ran an den Feldrand, und auf die Decke gerollt. Auch wenn das nur wieder hieß stundenlang zu liegen, es war immerhin draußen! Meine Sicht der Dinge war über lange Zeit hin nur die nach oben.

Nun beherrschen mich noch immer Müdemacher und damit eine gemächlichere Geschwindigkeit. Aber ich gehe Schritt für Schritt langsam dazu über wieder alles machen zu können. Na ja, außer Tätigkeiten im niedrigen Bereich, mit kauern oder bücken. So weit bin ich noch nicht. Dinge vom Fußboden einzusammeln ist eine gar zu blöde Sache! Ich bin zu höherem berufen. Derzeitig noch. Im Kopf ticke ich auch noch nicht ganz klar, aber da sehe ich hin und wieder Licht am Horizont auch dieses Doping bald beenden zu können.

Dabei wollte ich schon lange von unserem AnGrillfest mit Lafer berichten, von dem gebauten Bienenhotel, meinem ersten Traumfänger und einigen neuen Kuchenrezepten. Haaach. Ich werde sehen was möglich ist und wann.

Jetzt braucht es zur Entspannung erst mal einen kleinen Ohrwurm und ich lege eins meiner Lieblingslieder ein:

für weihnachten ist es nie zu spät

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Nun hatte ich schon die Stricknadel beiseite gelegt und es mir mit der Häkelnadel auf dem Balkon gemütlich sommerlich eingerichtet. Was passiert? Der Winter kommt zurück. Verlässlich fast, so Mitte April, und sorgt nun seit Tagen mit 3 bis 9 Grad tagsüber für immens eisige Stimmung. Also: Stricknadel wieder ausgepackt und vielleicht wird dann der Pullover nun doch noch dieses Jahr fertig…

Frühlings- oder gar Ostergefühle wollen bei mir nur recht schwer aufkommen dieses Jahr und da bleibt auch die Osterdeko vorerst noch im Karton.
Wir schauen lieber von drinnen auf die fröstelnden Frühblüher da draußen und räumen tagein und tagaus unsere ausgesäten Tomatenkinderpflanzen hin und her und hoffen das sie es uns später danken werden.

Und da nun auch vielerorts der Schnee nochmals oder ganz neu Einzug hält, denkt sich wohl jemand da oben: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Haa, das kann ich auch!

Da sage ich nur: Besser spät als nie und Neues Jahr – Neues Tiramisu.

Das Tiramisu selbst ist nun nicht neu, nur das ich welches mache, dass ist neu. Und eigentlich wollte ich es schon Weihnachten machen. Weihnachten war aber einfach zu voll. Voll mit Lebkuchen, Spekulatius und Stolle. Nicht einmal für unsere allweihnachtliche ‚Weihnachtssahnetorte‘ war Platz. Die haben wir im Januar nachgeholt. Ich wollte sie unbedingt noch essen. Und ich mache sie nur einmal im Jahr zur Weihnachtszeit, weil die mit Orangen, Birnen und Zimt ist, und das so richtig gut zu Weihnachten passt.
Nun musste aber das Tiramisu noch hintenanstehen. Bis jetzt. Jetzt war endlich unsere Tiramisu Zeit gekommen. Und Tiramisu geht schließlich immer, und hat meines Erachtens nach nicht viel mit Weihnachten zu tun, was irgendwelche Zutaten anginge. Aber hier geht es um Jamie Olivers Tiramisu. Und das ist, trotz meiner ersten Vermutung, auch gar kein weihnachtliches Tiramisu. Er fügt dieses Tiramisu lediglich in seine „Jamies italienische Weihnachten“ als Abschlussgang ein und macht es damit zum festlichen Weihnachtsdessert. Nicht schlecht.

Als erstes dachte ich Dummerchen nämlich: dann sind da ganz sicher weihnachtliche Gewürze drin. Nix da. Nicht mal Spekulatius. Ganz normal. Für jeden Tag. Rund ums Jahr. Also eben auch für jetzt. Oder auch für Ostern. Oder Pfingsten. Oder auch irgendwann.

Den Namen allerdings, den hat es trotzdem seither für uns weg: Jamies Weihnachts – Tiramisu. Das klebt nun untrennbar wie Baddeks an ihm und ist jetzt nicht mehr zu ändern. Ist aber durchaus wichtig, damit wir hier beide wissen wovon wir reden. Also, zumindest, dass mein Meister ab sofort weiß, wovon ICH rede.

Und damit Ihr das jetzt auch wisst, bitteschöön: hier das nichtweihnachtliche und ganzjährig geeignete glutenfreie Tiramisu nach Jamie. Einfach zubereitet, mit Geling und Geschmacks Garantie:

Jamies Tiramisu

ich habe eine 21 X 15 cm Form verwendet.

150 g Kaffee kochen und etwas süßen. Von
100 g Bitterschokolade (70%) etwas abraspeln und abhobeln (mit einem scharfen messer) Dann
200 ml Sahne erwärmen, die Bitterschokolade in kleine Stücke brechen und darin schmelzen lassen.
1 Prise Salz dazu geben. Eine Form mit
ca.10 Stück (80 g) Löffelbiskuits (glutenfrei) auslegen und den Kaffee darüber gießen.
500 g Ricotta mit
250 g Mascarpone verrühren. Dann
3 EL Honig und
1 TL Vanillepaste (bei mir 1/2 Packung Vanillezucker) dazu geben. Alles kräftig verrühren. Nun
50 ml Vinsanto (ital. süßer dessertwein)- (ich hatte ein halbes schnapsglas limoncello) über die Biskuits geben. Dann die Schokoladenmasse drüber und danach die Ricottacreme.
Die geriebene Schokolade als Abschluss oben drauf, genauso die Schokoladenraspel.
Wer möchte, kann jetzt noch den Abrieb von
1 Orange dazu geben. Diese kann später – in Spalten filitiert – noch auf den Teller kommen.

Lasst es Euch gut gehen.

 

jolanda streift vorbei

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Eine neue Jolanda ist fertig. Wieder bunt, doch diesmal anders bunt. Natürlich. Ist ja jedesmal ein Unikat. Und doch ist sie auch nochmal ein Stück besonders und grenzt sich von ihren Vorgängerinnen ab. Vielleicht hängt das auch mit Ihrer Endgültigkeit zusammen. Denn bei meinem allwinterlichen Jogaprogramm begleitete mich diesmal etwas Wehmut.

Jolanda versüßte mir zwar wieder liebreizend die graue und vor allem dunkle Jahreszeit, flüsterte mir aber unentwegt ins Ohr: ich bin die letzte meiner Art.
Ja, und wahrscheinlich hat sie Recht damit. Denn das Garn für die Jolanda gibt es nicht mehr. Also zumindest nicht mehr in ihren Farben. Und da gehe ich doch fest davon aus, dass dies eine beschlossene endliche Sache bedeutet. Eine auslaufende Wollsache eben. Also besticht sie zum Schluss nochmal besonders in ihrer Unverwechselbarkeit.

Nun ja, Trübsal blasen bringt da rein gar nichts. An der Tatsache, das es momentan keinen Nachschub für eine Nächste gibt, ist nichts zu deuteln und ich lass mir dennoch mein letztes Jolandajoga nicht vermießen. Denn dafür ist es zu erholsam und zu schön bunt und einfach zu fröhlich. Ein innerliches Blumenpflücken – mitten im Winter.

Diese vielen Streifen sind ein Zeichen für ein wildbuntes Wintervergnügen. Was allerdings doch nicht allzu entspannt beim Stricken war. Aber ein wenig Kraftanstrengung ist bei jedem Joga dabei. Sonst wird’s nichts richtiges. Strecken, Dehnen, weitere Figur – Fadenwechsel an Fadenwechsel an Fadenwe … und derweil denke ich schon unweigerlich unentwegt über das spätere lästige Fäden vernähen nach. Yippie yeah noch eins …  – strecken dehnen weitermachen.

Ich atme tief durch und atme auf – jetzt sind die Tage wieder länger als die Nächte. Es werde Licht, es werde bunt. Ohhmm – Yoga beendet.

Lasst es Euch gut gehen.

jecke bällchen

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Rosenmontag. Ein Highlight des Jahres. Mein Feiertag. Ich genieße es an diesem Tag nichts anderes zu tun als gemütlich stundenlang den „Zoch“ zu gucken. Ich singe natürlich völlig textunsicher zum Teil mit, gröle hin und wieder ein „Alaaf“ und später noch „Helau“. Und höre dabei zu gern all die Geschichten rund um die Karnevalsvereine und deren Dreigestirn, oder die Geschichten über die Entstehung der bunten und aussagekräftigen Wagen. Und dann natürlich noch die Live Kommentare zum Zug selbst. Zwischendrin alljährlich gewürzt mit einer Abhandlung über die Kölsche Sprache. Oder wie dieses Jahr auch mal ausführlicher über das Kölsche Grundgesetz. Zum Teil kannte ich es schon. Jetzt konnte ich es vervollständigen. Ich bin gebrieft und damit kann es losgehen.
Und wir sind auch gleich mitten im Thema. “ Uns Sproch es Heimat“ – „Unsere Sprache ist Heimat“ – war das diesjährige Karnevalsmotto. Das ist international gültig und auch so wahr.
Bereits als Kind lauschte ich fasziniert bei meinen beiden Großmüttern und stellte dabei begeistert und verblüfft fest wie unterschiedlich ihre Spracheigenheiten waren. Einige Wörter, die das gleiche meinten, wurden aber anders in ihrer regionalen Eigenheit ausgesprochen. Was zum Beispiel bei der einen „draußen“ war, war bei der anderen „haußen“. Alles was drin oder darin war hieß bei der einen „drinne“, bei der anderen wiederum „hinne“.  Und das obwohl beide in Sachsen wohnten und noch wohnen, aber doch 100 Kilometer weit voneinander entfernt.
Und dabei rede ich hier noch gar nicht von Erzgebirgisch. Das ist selbst für uns eine Fremdsprache und da sind „Neinerlaa“ und „Armelgack“ sowieso Fremdworte. Und dennoch ist es schützenswert Dialekt zu pflegen.
Da komme ich doch gleich zum nächsten Begriff. Dem Faschingsgebäck schlechthin.
Als „Pfannkuchen“ bezeichneten meine beiden Omas das Gleiche. Bundesweit gibt es da Unterschiede. „Berliner“ oder „Krapfen“ sind da noch die bekanntesten Bezeichnungen. Es gibt aber noch viel mehr unterschiedliche Namen für dieses Gebäck.

Bei uns sind es die Pfannkuchen und die werden mit Marmelade gefüllt und genau dann zu Faschingunsere regionale Bezeichnung – unbedingt fällig. Und sie sind wieder einmal äußerst lecker gelungen und so einfach zu machen, mit einem neuen noch einfacherem Rezept.
17 Minipfannkuchen, von denen ein Teil schon etwas den Inhalt beim Köcheln verlor. Macht aber nix, denn auch so – fast ohne Füllung – sind sie derart gut. Und am Folgetag auch einfachst im Backofen aufzuwärmen.
Und ein weiterer Plan steht fest: das nächste Mal mit Quark füllen!

Rezept für Pfannkuchen (glutenfrei)

220 g Mehl (glutenfrei)
25 g Maisstärke
25 g Margarine
1 Ei
200 ml Milch
1 Prise Salz
1 1/2 EL Zucker
1/2 Tüte Vanillezucker
1/2 TL gemahlene Flohsamenschalen
1/2 Tüte Trockenhefe

Alle Zutaten zimmerwarm zusammen vermengen. Die gut verrührte Masse mindestens 30 Minuten ruhen lassen.

Jetzt nehme ich mit einem Esslöffel etwas Teig und forme mit nassen Händen eine Teigfläche und gebe die Marmelade drauf, drücke den Teig vorsichtig zusammen und forme ein Bällchen.
(seid ihr im besitz einer spritztülle, dann könnt ihr gleich ein bällchen formen und füllt sie nach dem ausbacken.)


Dann in 2 Würfel Kokosfett in einem kleinen hohen Topf ausbacken bis sie von beiden Seiten gebräunt sind. Fein zuzuschauen dabei: die Dinger drehen sich von selbst im Topf! Dann rausnehmen, auf Küchenkrepp kurz abtropfen lassen – Puderzucker drüber und: Fertig!

Und auch wenn es nun dem Ende entgegen geht: Ein fröhliches Alaaf und Helau!

Lasst es Euch gut gehen.

nichts erwarten und alles erhoffen

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Es war schon recht ungemütlich draußen, in den letzten Wochen. Dunkel und nass. Ein Bild des Grauens und Schauderns. Heute morgen nun hat es ununterbrochen geschneit. Endlich, möchte ich da sagen. Denn damit zeigt sich der Winter doch von seiner schönsten Seite. Ringsum ist alles schneebedeckt und leuchtet hell in reinem Weiß. Ein Aufatmen meinerseits. Mit diesem Winterbild einer leichten Schneedecke kann ich so gut leben. Auch wenn ich weiß, das andere schon wieder die Faxen dicke haben mit dieser Winterausschüttung, angesichts der vielen Bilder davon, die uns jeden Tag neu erreichen. Abgeschnittene Ortschaften erreichen nur langsam wieder die umliegenden Gemeinden und dabei sinnieren wir gleich wie es denn jetzt wohl in Schönheide aussieht …

Und nun ist es da, das Neue Jahr. Jung und frisch ist es noch. Und leider immer erst dann, wenn der Silvestertag naht, fallen mir wieder ‚die 12 Nächte‘ ein, wie es in meiner Familie hieß. Oder die Rauhnächte, wie man auch sagt. Ich weiß einfach nie wann genau sie beginnen und enden. Dabei wäre das vielleicht wichtig, um darauf achten zu können was ich in diesem Zeitraum träume. Denn jede Nacht steht für einen Monat des kommenden Jahres. Und so soll sich jeder Traum dann erfüllen. So sagt man.
Also da verpasse ich regelmäßig die erste Jahreshälfte. Ich denke einfach nie beizeiten dran um den Start nachzurechnen. Wenn ich aber genauer bedenke was ich in den letzten 6 Nächten träumte – na, sollte das alles in Erfüllung gehen, ist es eher besser ich habe die ersten 6 Träume verschlafen. Und sowieso lasse ich mich einfach mal überraschen was auf mich zukommt, denn sonst müsste ich gar Buch darüber führen was die Träume beinhalteten, um bis in den Dezember abzugleichen. Aber nun, ich muss es eh hinnehmen, denn Änderungen oder Verbesserungen lässt das Schicksal nicht zu. Aber eigentlich ist das doch nur alles großer Humbug, nicht wahr?
Zur Sicherheit habe ich aber noch einige Horoskope gelesen – um wenigstens notdürftig gegen schlechte Überraschungen gewappnet zu sein. Man weiß ja nie.

Dabei heißt es Neues Jahr – Neues Glück. Und daran wollen wir uns festhalten.
Wichtige Vorsätze haben wir aber keine. Wir trinken und rauchen nicht und versuchen das ganze Jahr über uns gesund zu ernähren. Etwas mehr Bewegung wäre sicher nicht schlecht, lässt aber Zeit und/oder Gesundheit auch nicht immer zu. Doch da bleiben wir trotzdem dran.
Das letzte Jahr war aber ganz allgemein gesehen etwas zu träge für uns und zog sich wie Kaugummi. Da hoffen wir in diesem Jahr auf Veränderung. Wünsche dazu gibt es ein paar.

Gleich zum Anfang des neuen Jahres zog ein neuer Mitbewohner ein. Neu im Haus weiche welten ist Heinrich. Heinrich ist um die Jahreswende entstanden und nach der Anleitung von Sarah Schira gestrickt.
Es macht den Eindruck als fühle er sich hier auch schon recht wohl. Heinrich ist ein Hauswichtel und ich meine ihn so verstanden zu haben das er Wünsche erfüllen kann. Hallo, das wäre doch mal was. Nun ist er obendrein auch ein äußerst friedlicher Mitbewohner und döst den lieben langen Tag so vor sich hin. Und doch, als kleiner Nebeneffekt, wacht er streng über das Fensterbrett und hält unsere Fellnasen davon ab auf dieses drauf zu springen um dann von der Heizung Apfelstücke zu stibitzen. Das trauen sie sich im Moment nicht mehr. Denn da wohnt ab jetzt er – unser Heinrich.

Lasst es Euch gut gehen.

 

ein fröhliches silvester oder: wo iss’n dr bunsch?

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Das Jahr neigt sich dem Ende und wir lassen gewohnheitsgemäß so manche Begebenheit Revue passieren. Machen uns Gedanken um das Neue Jahr, sinnieren darüber was da wohl alles kommen mag. Wir haben alte, noch unerfüllte, sowie auch neue Wünsche. Aber auch Ängste oder Befürchtungen, was die Zukunft betrifft. Und doch möchten wir immer positiv denken und auf das Gute vertrauen und das Tollste erhoffen.

Die gute Lene Voigt hat sich auch ein paar Gedanken zum Jahreswechsel gemacht. Ein paar feucht-fröhliche. Und sie weiß den heutigen Tag recht lustig auf den Punkt zu bringen.
Ihre Gedichte sind legendär und meist komisch, und weil ich sie so gut finde, habe ich zum heutigen Anlass ein passendes Stück von ihr gefunden und möchte es mit Euch teilen.

Beginn des Neuen Jahres in Deutschland

Da ich auch einige ausländische BesucherInnen zu meiner Freude hier hin und wieder als Gäste begrüßen darf, möchte ich aus eben dieser Mundart Schöpfung doch auch noch eine hochdeutsche Übersetzung hinterlassen.
Somit gebe ich dem Sprachautomat auch noch einmal zum Jahresabschluss eine Chance seine Lustigkeit dazu zu tun … so haben alle was davon.

Um zehn, da sind sie noch alle normal,
Dann rennen sie hinein, in das Silvesterlokal.
Um elf wird es jedem schon langsam recht warm,
sanft läuft der Glühpunsch durch Magen und Darm.
Um zwölf brüllen alle „Prost Neujahr!“. Und schon
Schwankt hin und schwankt her mancher Mutter ihr Sohn.
Um eins, wenn die meisten sehen doppelt die Welt,
Wird noch einmal von vorn ein kleiner Grog bestellt.
Um zwei rutscht mancher so sacht unter den Tisch,
Sein Nachbar, der grinst bloß und fühlt sich noch frisch.
Da sieht man es mal wieder: der Alkohol
Würgt viele bald ab und tut anderen schön wohl.

Genießt die letzten Stunden des Jahres. Lasst Eure Wünsche sprießen für das Neue. Richtet Euren Blick nach vorn und drückt gleich Eure Lieben kräftig ans Herz.
Freuen wir uns gemeinsam auf neue Erlebnisse und gute Erfahrungen im neuen Jahr.

Ich danke allen die mich hier im Blog treu begleiten und wünsche Allen Lesern einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.

Lasst es Euch gut gehen.

auch im dunkeln ist gut brötchen essen

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Es ist merklich Winter. Nein, nicht weil hier Schnee liegt, sondern weil es derart finster ist. Fast den gesamten Tag lang. Dunkel, kalt und die Tage sind einfach viel zu kurz. Und dabei sind wir noch nicht einmal am kürzesten Tag des Jahres angekommen… Nein, das ist einfach nichts für mich. Diese Tage sind so zermürbend. Und ich denke den lieben langen Tag nur: da musst du jetzt durch. Bald, bald geht es wieder aufwärts.
Und noch nicht einmal mehr hier im Blog gibt es noch Schneefall – dieser ( doch so schöne ) Vorgang wurde auch mal ganz einfach eingestellt. Keine Ahnung warum. Frau Holle scheint zu einem Tarifvertrag gekommen zu sein. Wollen wir doch hoffen das Streiks an der richtigen Stelle etwas bewirken können…

Ich greife zur Stimmungsaufhellung gleich mal zu meinen bunten Wollresten und probiere mich an einer neuen Idee. Dabei wälze ich mein Musterbuch von vorne nach hinten und wieder zurück und dann geht alles doch nicht so einfach und schnell voran wie ich es mir gedacht hatte und wünschte. Da werde ich auch bloß krillisch dabei und verliere fast schon wieder die Geduld. Also wird zwischendrin erst einmal ein Paar Socken gestrickt und dabei auf eine zündende Idee gewartet. Ich will aber unbedingt die größeren Knäuel sinnvoll verarbeitet wissen. Und das sind noch so viele. Da muss ich jetzt wirklich dran bleiben und durchhalten. Ich will das Projekt unbedingt fertigen.

Na, zumindest wird zu meiner mentalen Erbauung jetzt täglich von mir hier und hier ein Weihnachtsstrickkalendertürchen geöffnet und vielleicht werde ich ja Hundertachzig, um auch all diese Dinge stricken zu können. Wer weiß.

Dabei labe ich mich an gebackenen Brötchen, die nicht gerade unter strenger Diät laufen, dafür aber so lecker und ganz einfach zu machen sind. Prioritäten heißt hier das Zauberwort!

glutenfreie Mascarpone Brötchen

250 g Mehl, glutenfrei
5 g Backpulver
1 Prise Salz
250 g Mascarpone
1 Ei
1 EL Agavensirup

Alle Zutaten gut und lange vermengen. Von der homogenen Masse mit zwei großen Löffeln portionsweise Teig aus der Schüssel abteilen und in gewünschter Brötchenform (eventuell mit nassen Händen formen) auf ein Backblech verteilen. Wer will kann sie noch einschneiden.
Im vorgeheizten Ofen bei ca. 200 Grad ca. 30 Minuten backen bis sie schön braun werden.

Ich habe die Hälfte der Brötchen gleich eingefroren und sie waren auch nach dem Aufbacken wieder frisch wie gerade eben gemacht. Diese Brötchen brauchen bei mir keinen weiteren Belag als Butter. Sie machen süchtig.

Lasst es Euch gut gehen.

wohltuende alpakawärme

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Nun will und kann ich mich heute mal wieder melden. In den letzten Wochen haben mich ein paar Ausfallerscheinungen unterschiedlichster Art begleitet und waren eher suboptimal. Weder zum schreiben noch zum handarbeiten konnte ich mich schmerzfrei bewegen. Damit muss ich immer rechnen und nein, jeden Tag dasselbe gibt’s bei mir nicht. Das wäre mir zu langweilig. Mir ist es eigen schön abwechselnd mit immer Neuem aufzuwarten. Da steckt fast jeden Tag eine neue Überraschung drin – nur leider nicht die brauchbarste. Nee, da ist logischerweise nie annähernd was sinnvolles dabei. Überraschend ja, aber immer doof. Mein Meister belächelt dies zwar mit „aah – eine neue Simulation..“ , doch dabei bewundert er mich still und heimlich, auf was ich da so alles komme …  und seit geraumer Zeit kupfert er verdächtig einiges davon ab. Doch da bin ich schon der Meinung er soll sich selbst aber mal schön was eigenes Neues ausdenken. Nix da. – Also wenn zum Alter auch noch Krankheiten kommen, dann wird’s bunt gemischt.

Jetzt geht es aber wieder besser und ich habe schon wieder zum Stricken gefunden und einige Teile fertig bekommen. Doch mein Pullover liegt immer noch halbfertig rum. Obwohl nur noch ein Ärmel fehlt, schaffe ich es einfach noch nicht an dieser Stelle weiter zu machen. Das ist mühselig und langwieriger als ich dachte und braucht noch einen Motivationsschub mehr um ihn endlich zu beenden. Wird aber noch.
Aber auch andere Sachen müssen noch nachgearbeitet werden. Wenn man nicht so auf dem Posten war bleibt vieles liegen. Und dabei ist mein Schlafvolumen in den letzten Wochen auch mal wieder stabil bei 10 Stunden hängen geblieben. Herrje noch eins. Da ist dann die zu nutzende Zeit immens kurz und muss gut eingeteilt werden. Unliebsames schiebe ich weiterhin auf – klar – und setze mich lieber ein weiteres Mal ans Stricken. Und freue mich darüber dass wenigstens DAS schon wieder geht. Was soll ich mich auch aufregen. Ändert sich ja deswegen nichts. Also abschütteln, aufrichten, weitermachen. Oder wie Tania Blixen so schön schrieb: ‚Du musst dich von Tag zu Tag vorarbeiten. Ohne Hoffnung und ohne Verzweiflung.‘
Jawoll.

Und weil es schon klassisch ist, gibt es bei mir auch in diesem Winter eine neue Mütze. Dieses Baby Alpakagarn, welches ich letztes Jahr im Herbst erwarb, ist so herrlich. Es ist eine zarte warme Freude es zu verstricken und auf dem Kopf zu tragen. Und dabei ist es auch noch so leicht. Alpakagarn hat auch für Allergiker den Vorteil besser oder überhaupt vertragen zu werden. Ich höre ja immer wieder mal von Wollunverträglichkeit. Also das Alpakagarn hier ist eine tolle Alternative. Und die ist wirklich ein reiner Gewinn.

Aus meinen Wollresten habe ich auch noch eine kleine Babymütze gestrickt. Endlich mal eine. Darauf hatte ich richtig Lust. Da ich im Sommer fast ausschließlich häkle, war es lange her das ich eine solche Mütze gemacht habe. Und nun wurde es mal wieder Zeit dazu.

Die Anleitung für den Alpakabeanie findet ihr hier.
Ich habe sogar noch für einen zweiten Beanie Wolle übrig. Falls also jemand auch einen solchen sein Eigen nennen möchte oder vielleicht verschenken will, dann kann er sich gern bei mir melden.

Lasst es Euch gut gehen.