viele wege führen nach santorin

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Der Grieche macht es sich nicht immer ganz einfach. Findet aber dennoch unter Zeitdruck einen schnellen Weg zur Lösung. So zumindest unser bleibender Eindruck nach einer umständlichen Reise nach Santorin.

„Bleibt es bei der morgigen Abholung vom Hotel um 7:45 Uhr?“
„Warum fragen sie?“ kam prompt die schnippische Gegenfrage der – zugegeben wirklich gut aussehenden (das ist für die meisten griechinnen keine kunst) – aber dennoch unnötig überschminkten Reisebetreuerin.

Und nicht nur dass sie uns bereits eine gute Viertelstunde, bis eben genau zum angegebenen Gesprächstermin am Nachbartisch warten lies, verärgerte uns. (keine ahnung warum und welche gruppenabfertigung sie da eigentlich anvisierte oder bevorzugte) Sie schien nun außerdem auch noch recht uninformiert zu sein.

„Wir fragen deshalb, weil sich dieser Termin noch vor einem Monat einen Tag nach hinten verschoben hatte und wir darüber Bescheid erhielten das der Grund eine Fahrplanänderung der Fähre wäre. Nun wollten wir nur sichergehen dass der Abholtermin auch dementsprechend angepasst wurde und man darüber Bescheid weiß.“

„Ach, SIE sind die Gäste nach Santorin.?
Natürlich stimmt die Zeit. Steht das nicht in ihren Unterlagen?“ Ging es auch schon gleich schnippisch weiter. (oder ist das ein griechischer sprachslang?)

„Ja, in den Unterlagen steht der Termin so drin, aber ….“

„Moment. Ich schaue noch mal.“
Ja, bitte sehr. Ist ja nicht ganz unwichtig. Und ihre Stimme senkte sich auch schon gleich etwas. Na geht doch. Ist auch gleich angenehmer. (dabei sehen die beiden anderen wartenden reiseagenturansprechpartnerinnen der mitbewerber an den nebentischen so nett und so sympathisch aus…)

„Ja. Sehen sie? Steht genau so da! “

„Na, dann ist ja gut.“

„Moment noch. Ich frage noch mal.“ Und sie griff zum Handy. Wie jetzt? Nahm sie uns etwa doch ernst?
Es folgte ein kurzes Gespräch hin und her. Dem war die Rücksprache nach Termin und Ort zu entnehmen, ansonsten natürlich unverständlich, weil: schööön griechisch – ich liebe es.

„Ja. Der Termin stimmt. Alles ist ok. Die Abholung machen nicht wir. Das macht Meeting Point Hellas.
Wollen sie noch etwas?“

„OK. Ja dann. Prima und danke und nein, das wäre alles.“

„Dann wünsche ich einen schönen Tag. Sie haben meine Telefonnummer in ihren Unterlagen. Falls etwas ist, sie können mich immer anrufen.“

„Vielen Dank. Wir hoffen das wird nicht nötig sein. Ihnen auch einen schönen Tag.“
Und den dürfte sie vermutlich an diesem Tag durchaus noch gehabt haben. Bereits der nächste Arbeitstag fing für sie deutlich stressiger an.

Mit dem Hotel handelten wir für den nächsten Morgen ein zeitigeres Frühstück aus – Maria macht’s möglich – und warteten wie erforderlich 10 Minuten vor der Zeit brav vor dem Hotel.
Wer kam nicht? Meeting Point Hellas!
Über eine geschlagene Stunde in bereits voller Hitze (wir hatten solch ein glück mit dem wetter) warteten wir so lange bis dann die Fähre auch nicht mehr zu erreichen gewesen wäre. Gar nicht gut Meeting Point Hellas!
Und das mit dem Erreichen der Reisebetreuerin galt auch nur während der Geschäftszeiten. Ab neun Uhr! Da war das Auslaufen der Fähre, und ihre Mailbox bereits gut gefüllt.

Also zunächst ging es wieder zurück ins Hotel und es hieß abwarten. Auf gepackten Koffern. Unser Hotelchef Adam war da schon emsiger als wir es noch aufbringen mochten und versuchte nun selbst die Agentur zu erreichen. Dabei immer einen Blick auf uns und ein paar mal die tröstenden Worte: „Das ist Griechenland! Können sie nicht ändern. Wollen sie noch einen Kaffee?“ (marias geflügelte worte waren dann immer: willkommen in griechenland!“)
Noch einige Telefonate später, Adams nächste Verkündung:
„Ich habe auf alle Fälle ein neues Zimmer für sie. Ich bin ausgebucht, hier können sie nicht bleiben. Aber mein Freund, nicht weit weg, hat auch schönes Hotel und Zimmer für sie.“ Und wieder ein Telefonat. Ich verstehe nur den Namen der Reiseleiterin.

„Sie kommen in ein anderes Hotel. Ich bringe sie hin. Sie fahren morgen mit der Fähre nach Santorin.“
Und da hatte Adam noch nicht einmal selbst verstanden das das auch für ihn noch erhebliche Nebenwirkungen haben könnte. Verschob sich nämlich alles nach hinten, hatte er für eine Nacht ein Zimmer weniger vermietet und damit selbst Verlust.
Dies erklärten wir ihm, nach dem er uns beipflichtete doch für dieses Heckmeck wenigstens auf ein gratis Mietauto für heute zu bestehen, welches wir bereits bei Adam für in drei Tagen bei ihm bestellt hatten und nun auch sogleich wieder abbestellen mussten. Ich kann nicht sagen ob er dann nicht gar aufgebrachter war als wir. Und es folgte: wieder ein Telefonat.

„Sie werden vielleicht nach Santorin fliegen. Ich fahre sie jetzt zu dem anderen Hotel. Wenn ja, werden sie dort abgeholt.“

Das irrwitzige war auch, dass nach jedem Telefonat Adams mit der Reiseleiterin auch ein Anruf auf dem Handy meines Meisters erfolgte. Mit genau den selben Informationen.

Adam lies es sich nicht nehmen uns dann ins wenige Kilometer entfernte Hotel zu bringen und verband das auch noch mit einer Reisetour bei der er uns alle vier neuen Hotels einer Hotelkette empfahl. Da wäre das Marilisa Hotel zu nennen, den Namen der beiden anderen habe ich vergessen und das Letzte aus seiner Empfehlung, in das er uns gerade brachte, war das Sunset Beach Hotel.
Und auf den ersten Eindruck kann ich dies auch nur so bestätigen. Ein wunderbarer Pool, einen Zugang zum Meer mit kleinem, aber ruhigem Strand und einem sehr hellem in weiß gehaltenem Frühstücksraum.

Dort angekommen erklärt Adam schnell der Rezeptionistin die Vorkommnisse. Sie nickt nur, und Adam schnappt sich sogleich meinen Meister. „Kommen sie mal mit!“ Und sie verschwinden nach draußen. Nach kurzer Zeit höre ich ihre Stimmen unten im Keller. Kurzer Hand später kommen sie eine hintere Treppe wieder rauf. Und sogleich folgt der nächste Anruf für Adam in der Lobby. Erleichtert legt er auf.

„Es ist alles geregelt. Sie fliegen. Es kommt gleich ein Taxi und holt sie ab.“

Eine Minute später dann das Gespräch mit dem Meister am Handy.
„Ja, alles klar. 11.00 Uhr geht der Flieger. Wir wissen bescheid. Wir warten.“

Adam grinste nur noch: „Das habe ich mir gedacht. Kann ich ihnen sagen warum. Ist eine einfache Rechnung für diese Agentur. Kommt sie billiger. Ich habe das gewusst.“
Und dann folgt noch ein Gespräch mit anderen wartenden Gästen in der Lobby wo es denn heute hin ginge: ‚Ahh, ein Ausflug. Wohin? Auf ein Piratenschiff? Schön.‘, bevor Adam sich wieder in sein Auto schwingt und zurück fährt. Wo Adam ist, ist immer vorn.

„Vergessen sie bitte nicht das wir das Mietauto jetzt nun doch in drei Tagen brauchen.“

„Weiß ich schon.“

Vielleicht verging eine Stunde bis das Taxi kam, ich weiß es nicht mehr genau. Wir vertrieben uns die Zeit damit abwechselnd durch das schöne Hotel zu schleichen. Ich hatte dabei leider keinen Apparat dabei um auch gleich mal den Strand zu fotografieren. An so etwas denkt man in dieser Zeit einfach nicht. Aber der Hof mit dem Pool sowie der Strand waren menschenleer und luden zum verweilen ein … wie schade. Absolut beste Reisezeit!

Am Flughafen angekommen nahm uns auch gleich eine Betreuerin in Empfang mit den Worten:
„Sie bekommen von mir gleich alle Unterlagen. Sie fliegen jetzt nach Athen.“

Sie hatte sich in der Hektik bestimmt vertan.

„Nach Santorin.“ meinte ich, wäre richtig.

„Nein. Sie fliegen nach Athen. Und dann nach Santorin.“

Na, das ist ja ganz toll. Und das sagt sie auch noch so trocken Einer mit Flugangst! Na Bravo. Schluck. Noch ein Flug mehr? Himmel hilf. Für’s erste bin ich sprachlos.

„Es ist wichtig das sie ihr Gepäck selbst wieder abholen und dann neu einchecken. Mit ihrem Gepäck müssen sie danach neu an den Schalter. Vergessen sie nicht ihr Gepäck selbst vom Band zu holen!“

Sie legt dabei noch eine Schrittgeschwindigkeit vor, da komme ich nicht weiter zum nachdenken. Auch gut so.
Sie rennt mit uns zum check in Schalter. Schnell die Ausweise raus. Bordkarten liegen schon bereit und sind in unserem Fall lediglich zwei ausgedruckte Papierseiten mit dem Strichcode. Gepäck schnell auf die Waage, Banderole dran und dann weiter zum durchleuchten.

Gott – haben wir jetzt noch was verbotenes im Handgepäck? Wir haben doch die Koffer nicht flüssigkeitengemäß gepackt. Warum auch, für die Fähre?
Wo sind jetzt die Waschtaschen drin? Und das kleine Taschenmesser? Eh‘ zu spät.

„Denken sie an ihre Koffer! Und sie müssen neu einchecken! Guten Flug.“
Es ist offenbar doch schon öfter vorgekommen, dass Gepäck herrenlos in Athen herumkreiste…
Und weg war sie auch schon wieder.

„The bottle! The bottle please!“ die Aufforderung der Personenkontrolleurin mit einem Fingerzeig auf unseren kleinen Koffer. Ach, ja, die halbvolle Wasserflasche war noch drin. Na gut, wenn’s weiter nichts ist – dann weg damit.

50 Minuten Flug von Kreta nach Athen. Das geht wirklich schnell und wir hatten dazu noch eine grandiose Sicht über Inseln und Meer. Und da rechts unten – Santorin. Winke Winke.

Die Stewardessen hatten hingegen so ihren Stress. Denn während es bei den deutschen Linien nicht mal mehr irgendwas im Flieger gratis gibt und dort nun ein eher entspanntes Stewardessenleben herrscht, sieht das bei den Griechen ganz anders aus. Zuerst werden doch tatsächlich für alle noch Startbonbons verteilt. Später dann kommt noch der Getränkewaagen durch den Gang. Und das alles bei eben diesem benanntem Kurzflug.
Ich war vielleicht geplättet und habe meinen Kaffee mehr als genossen. Nämlich gegossen. In mich hinein. Da hieß es dann urplötzlich in den hinteren Reihen: schnell sein.

Die Reisehöhe längst verlassen, die Landeklappen schon deutlich gerichtet und das Fahrwerk bereits draußen, sammelten die Damen immer noch routiniert die letzten Becher ein. 10 Minuten vor dem Aufsetzen saßen dann auch endlich die Stewardessen sicher im Sitz zur Landung. Griechisch reisen – einfach herrlich. Alles für die Passagiere.
Für mich zeugte das von einer ungemeinen Sicherheit in Flugzeug und Personal.

– der Flughafen von Athen –

Nun also Athen.
Mehr als den Flughafen bekamen wir ja davon leider nicht zu sehen.
Die Koffer waren schnell vom Band geholt. Ein leichtes, sind sie zusätzlich mit einer roten Banderole und der Aufschrift: ‚priority baggage‘ behangen. Danke. Mitgedacht.

Also neu einchecken und erst mal das richtige Gate finden. Der Flughafen ist echt groß! Ist es dann einmal im Keller gesichtet bleibt man auch gleich dort. Nun war es bereits Nachmittag.
Mit uns wurde die wartende Reisegemeinschaft nun auch immer internationaler. Eine Schweizer Familie, ein Grüppchen Asiaten – da war für mich nicht zu ermitteln wo sie her kamen, ein Ehepaar aus den vereinigten Arabischen Emiraten, auf ein bisschen Manga getrimmte bunte junge Japanerinnen, im kurzen Kleid und eine mit schwarzen overknee Socken und hohen, wirklich hohen Sandalen. Und auch Australier flogen mit uns in der Propellermaschine nach Santorin.


Ein ebenso herrlicher Sichtflug. Aber alles was mich wirklich ablenkt ist gut.

  • Anflug auf Santorin

Dort gelandet wurden wir vom Reiseleiter mit einem großem Namensschild in der Hand freundlichst in Empfang genommen, schnell ein Gesprächstermin für den nächsten Tag vereinbart und schon wurden wir weitergereicht an den Kleinbusfahrer neben ihm, der uns ins Hotel fuhr.

„Ich war heute morgen schon mal am Hafen.“ sagte er uns dann im Bus auf englisch. „Dann erfuhr ich das sie heute nicht mitkommen. Aber jetzt sind sie doch noch hier.“

„Was für ein Tag! Wir hatten etwas Pech.“

„Egal. Sie sind jetzt auf Santorin. Sie haben Urlaub. Schauen sie auf das Meer. Sie werden schnell vergessen und sich dann erholen.“

Endlich. Santorin. Heute.

Lasst es Euch gut gehen.

 

heraklion

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Es ist eine Einfachheit auf Kreta unterwegs zu sein. Der Bus – Linienverkehr ist sehr gut ausgebaut und fährt in alle Richtungen der Insel.


Gleich den ersten Tag bekamen wir den Tipp, mit dem Bus in die naheliegende Hauptstadt zu fahren. Die geschilderten zwei Haltestellen in unmittelbarer Nähe des Hotels waren leicht zu erreichen – sind aber nicht unbedingt für den Touristen auf Anhieb zu entdecken. Ungefähr 10 Meter weit weg, rechts auf der gegenüberliegenden Straßenseite, aber ohne Häuschen und das Schild von Bäumen verdeckt, hielten wir die einzelne Sitzbank auf dem Gehweg auch nur für ein nettes privates schattiges Plätzchen und liefen in unsere Fahrtrichtung einfach nach links los um eine Haltestelle zu finden. Auch das kein Problem. Nach kurzer Zeit fand sie sich, diesmal auch deutlich für den Touristen erkennbar, anhand echtem Holzhäuschen und frei stehendem Halteschild.

Spätestens aller halber Stunde kommt dann ein Bus vorbei und für unsere rund 20 Minuten Fahrt in einem vollklimatisierten Reisebus sind zwei Euro Fahrpreis pro Person mehr als angemessen. Da heißt es schnell einsteigen und später in aller Ruhe beim dafür extra mitreisendem Kontrolleur das Ticket lösen.

Auf feste Fahrplanzeiten darf man dennoch nicht hoffen, das passiert eigentlich nur am Busbahnhof in Heraklion. Auf freier Strecke kommt der Bus wann er kommt.
Und auch beim Ausstieg kann es noch Überraschungen geben. Denn einmal war es ganz komfortabel und es reisten gleich zwei Begleiter/Kontrolleure mit und befragten einzeln die Gäste nach ihrem Zielort. Da wurde dann der Haltewunsch zweimal laut im Bus rechtzeitig angesagt und es wurde nicht an der Haltestelle gestoppt, sondern dann gleich vor dem gewünschten Hotel.
Verlässt man sich aber nun darauf, und hält das sofort für Gang und Gebe, stellt der Grieche einem sofort ein Bein. Da kann es sein er ist plötzlich zu tief in ein Gespräch gefangen, dass er nach zwei Ansagen jetzt einfach keine Zeit mehr dafür findet und der Bus ohne anzuhalten weiterfährt, trotz Nachsicht des Zielortes.
Also immer die Augen aufhalten und selbst aufpassen. Das ist allemal sicherer.

Und das es der Grieche mit der Genauigkeit nicht allzu genau nimmt, erlebten wir in den kommenden Tagen immer wieder. Er ist einfach nicht für Regeln gemacht, der Grieche. Er mag sich nicht an Vorschriften halten. Das will er nicht, engt ihn in seiner Freiheit zu sehr ein.

Ganz Heraklion ist eine Mischung aus lebhaften bunten Touristenplätzen, die fein bepflanzt sind und mit Shoppingmeilen glänzen, aber auch überall stehendem und liegendem Müll.


Wer auch immer sich nun für die vielen Investruinen verantwortlich zeichnet, es sind zuviele. Was da nicht alles unfertig rumsteht! Wer für all dies je eine Baugenehmigung erteilt hat, hat mit Geld nicht wirtschaftlich gehandelt.
Das ist nun die eine strukturierte Unordnung. Aber die andere Unordnung ist von jedem einzelnem gemacht. Da ist nämlich der viele kleine und große Müll zu benennen. Es wird auf dieser Insel einfach alles der Natur überlassen, dem der Grieche überdrüssig geworden ist. Da stehen aufgebockte Autos ohne Räder, halbverrostete LKWs, fast schon zugewachsene Anhänger, Reifen, Bauschutt und sämtlicher anderer Müll. Es ist erschreckend.
Das verblüffende für mich war dann auch der nähere Blick auf Privatgrundstücke. Dort sah es nämlich ebenfalls so aus. Alte Farbeimer, Planen voller Baudreck in der einen Ecke, verrostete Kleinteile in der anderen. Wie hinter den meist hohen Zäunen, so auch davor.
Und: Ok. es gibt glücklicherweise auch noch genügend Ausnahmen.

Vielleicht sehe ich das als Deutsche zu streng, aber geht das? Auf solch einer reinen Urlaubsinsel? Müsste es dort nicht gerade wie geleckt aussehen?


Lasst es Euch gut gehen.

kalimera und herzlich willkommen

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Auf Kreta bekommt man gleich am Flughafen einen ersten Eindruck davon auf wieviel Touristen sich die Griechen da vorbereitet haben. Nach Verlassen des Flughafengebäudes betritt man direkt eine Ladenstrasse, mit Büdchen, ich glaube wirklich ALLER Reiseunternehmen dieser Welt. Da hofft man dann seine Ansprechpartner schnell zu finden. Es folgt eine kurze Anmelde-/Einreiseprozedur, ähnlich dem Einchecken beim Fliegen, und wird dann nach Übergabe der erforderlichen Dokumente und Informationen gleich durchgewunken an das wohl einzige, aber zumindest größte TouristenBusTransportunternehmen der Insel. Meeting Point Hellas. Es mag vielleicht sinnvoll sein solch Geschäft an dafür organisierte Fachkräfte auszulagern, kann sich aber in dieser Dimension auch mal rächen – wie in unserem Fall.
Dann geht es nun vom Flughafen, nicht nach Veranstaltergruppen, sondern nach Zielort und entsprechendem Hotel eingeteilt in einen der vielen in Linie bereitstehenden Kleinbusse. Und dann kann es schon vorkommen, dass auch noch ein später landendes Flugzeug Passagiere für genau diese Richtung enthält, welches es dann noch abzuwarten gilt. Wir standen noch ca. eine knappe Stunde, mit laufendem lautem Motor für die Klimaanlage wartend ohne jegliche Mitteilung auf dem Parkplatz. Nicht gut, Meeting Point Hellas!

Unsere Hotels konnten wir bei dieser Reise nicht mitbestimmen. Wir buchten eine Inselkombinationsreise, die ganz einfach und simpel die drei Sterne Hotel Kategorie versprach. Das wars. Aber ich möchte hier trotzdem näher auf unser “verordnetes” Hotel auf Kreta eingehen.
Das “Erato” liegt ca. 20 Minuten Busfahrt außerhalb der Inselhauptstadt Heraklion (Iraklion) im kleinen beschaulichen Örtchen Gournes, direkt an der Strasse. Es hat keinen direkten Strandzugang, aber einen Pool im Hof, nebst überdachtem “Biergarten”, und um die 30 Zimmer auf 3 Etagen. Der Strand ist aber in wenigen Minuten gut zu Fuß erreichbar.
Von der Strasse her gesehen wirkt das Hotel auf den ersten Blick recht unscheinbar, aber der wahre Schatz, die herzliche Schaltzentrale, offenbart sich recht schnell. Und doch realisiert man erst etwas später warum man sich eigentlich so urplötzlich wir zu Hause fühlte und die Dinge erlebte die man so noch nie in einem Hotel vorher erlebt hat.

Wir kamen recht spät im Hotel Erato an und das Einzige was man dann noch will, ist schnell auf das Zimmer zu kommen um endlich seine Ruhe zu haben. Das sieht der Eigentümer des Erato aber erst mal ganz anders und wird zu später Stunde noch mal zum Motivator. Und das ist auch gut so.
Adam ist nämlich der Meinung, auch wenn das Hotel bis auf zwei Zimmer ausgebucht ist, hat der Gast immer noch das gute Recht sich das schönere und für ihn angenehmere Zimmer selbst auszusuchen. Mit den drängenden Worten doch gleich das Gepäck abzustellen und bloß schnell nachzugucken, sucht man nun, beide Zimmerschlüssel in der Hand, sofort nach den richtigen Etagen und Zimmern. “Das Kleinere weiter oben oder das Größere ganz unten?”
Unsere Entscheidung viel auf Ersteres – was sich Adam bereits dachte und schon längst ins Buch eingetragen hatte …. ihm macht man nix vor. Er hat die Gäste lange studiert und kennt sie alle. Und nutzt es nun zum Vorteil Aller schamlos aus. Und dann scheuchte er uns gleich noch zum Abendbuffet, welches eigentlich in ein paar Minuten abgeräumt werden müsste. Trotz fester Essenzeiten bleibt es aber für alle seine spät eintreffenden Gäste so lange verfügbar bis alle da und dann auch wirklich satt sind. Egal ob Anreise oder Ausflug.

Und auch gleich noch am ersten Abend durften wir den Einsatz und den heimlichen Chef des Hauses kennenlernen: die (heilige) blonde Maria.
Maria ist Herrscherin über die Küche und die Bar des Erato. Sie ist ein Wirbelwind und macht ihren Job mit voller Hingabe. Sie schafft es ganz leicht dass sich jeder Gast als besonders gut betreut fühlt.
Allein in 3 Monaten hat sie mit einem Privatlehrer Deutsch gepaukt um nicht immer Adam fragen zu müssen was denn die Gäste gerade gesagt haben, und spricht das nun fast perfekt, genau wie englisch. Nur die schrecklichen Artikel, die es im griechischem nicht gibt, sind bis zum heutigen Tage nicht Marias Freunde geworden. Müssen sie aber auch gar nicht. Ob nun ‘die’ oder ‘der’ Stuhl, das ist doch völlig egal, Maria. Dich versteht trotzdem jeder hervorragend.

Mein Meister bestellte nun sogleich bei Maria den trockenen roten Hauswein und er war beim probieren derart angetan (ich aber auch – und das ist eher selten), dass er unbedingt wissen wollte was das denn für eine Sorte sei. Erst wusste Maria nicht recht was er da wissen wollte und kam wieder mit den Worten: “Das ist 2016.” “Nein, wir wollten wissen welche Sorte das ist? Wie heißt die Rebe?” “Ahh, verstehe … Moment … “. Und Maria verschwand eine Weile in der Küche. Maria kam wieder aus der Küche. Maria ging ans Telefon. Maria kam wieder an den Tisch. “Das ist Kokinelli.” Maria strahlte über das ganze Gesicht.
Und am nächsten Abend wurde kein Hauswein mehr bestellt, sondern? “Kokinelli” natürlich! Und Maria freute sich wie ein Schneekönig. “Haa, jetzt weiß ich auch… kann ich jetzt immer sagen das ist Kokinelli!”
Wir hoffen sie nehmen unseren Rat an und schreiben ihn auch noch mal genau so auf ihre Karte. Der hat es verdient bekannt zu werden! Diese Rebe wächst nur auf Kreta.

Adam wurde uns zwei Tage später noch zur großen Hilfe. Aber auch die vielen anderen kleinen Helfer in Küche und dem weiteren Haus, und die, die man gar nicht zu Gesicht bekommt, machen einfach in diesem Hotel eine so gute Arbeit. Da sind wir nur voll des Lobes.

Es braucht dann auch schon gar keinen Aushang mehr in vier Hotels, um auf die benötigte Gästezahl für Adams geliebten griechischen Abend zu kommen. Schon die wenigen Stammgäste übernehmen sehr gern die Werbung für ihn. Und es kann ausgiebig auf der Dachterrasse gefeiert werden. Da lässt es sich Adam trotz leichter Überfüllung und Unzufriedenheit über die Sängerin, wie wir am nächsten Tag von ihm erfuhren, dann trotzdem nicht nehmen mit jedem Gast persönlich anzustoßen. Jamas! und Hoppa!

Und schaut mal was ich im Regal des Restaurants entdeckt habe   

Einen Wollspanner. Bitte – wie soll ich mich in diesem Hotel nicht heimisch fühlen?

 

Lasst es Euch gut gehen.

griechischer frühling

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Ich habe also ein Bombenaussehen.
Das war mir wirklich neu und ich habe dazu auch eine ganz eigene Meinung. Aber das Flughafenpersonal sah das offenbar so und holte mich doch prompt nach dem Durchleuchten des Handgepäcks und dem Passieren des Metalldetektors vom Band ab: “Bleiben sie bitte stehen. Ist das da ihre Tasche? Ich führe jetzt bei ihnen einen Sprengstofftest durch. Öffnen sie bitte ihre Tasche.” Hää?
So! fangen Reisen doch gleich tiefenentspannt an.

Ich erlebe es ja immer wieder. Durch welche Flughafendurchleuchte ich auch laufe – bei mir piept eben nix. Trotz fast schon gänzlichem Entblößen blinkt und hupt der Detektor bei allen Passagieren vor mir und diese müssen alle anschließend zur persönlichen Nachkontrolle. Nicht so bei mir. Ich piepe einfach nie. Und ernte dafür immer wieder misstrauische Blicke. Macht man sich da etwa schon wieder verdächtig?
Ich gebe zu, ich hatte echt Mühe das Ganze für Voll zu nehmen. Sie hatte aber auch eine Ernsthaftigkeit drauf – zu komisch. Ganze drei mal kam von ihr die Aufforderung: “Die Tasche geöffnet noch liegen lassen!” – Jaha, ich habe es schon beim ersten Mal verstanden! Handlung nur nach Ansage, is’ klar.
Es folgten Abstriche der Tasche innen wie außen und schließlich noch am Gürtelbund. Sollte da bis eben etwa noch der Sprengstoffgürtel gesessen haben? Wenn ja, wo isser jetzt?

Bei meinem Meister piept und blinkt es natürlich jedesmal ganz vorschriftsmäßig und er wird immer nachgeprüft. Zusätzlich muss er auch noch jedesmal sein Tablet öffnen, da der eine Metallplatte enthält. Ich habe bei späteren Kontrollen auf Nachfrage zwei mal mir selbst sein Tablet zugeschrieben und ihn ganz bereitwillig vorgezeigt – damit sie dann auch endlich mal mit mir ihre Beschäftigung hatten. Da müssen heute einfach Alle Verständnis dafür aufbringen dass ein jeder Arbeitsplatz seine Rechtfertigung braucht. Punkt.
Der Urlaub kann beginnen.

Es ging nach Kreta mit Zwischenaufenthalt Santorin. Und da in den letzten Wochen das Wetter hier bei uns wirklich bescheiden war, war die Aussicht auf viel Sonne und Wärme soo verlockend wie nie.

Ich bin ja seit Anfang der 80er ein großer Liebhaber des Films “Kampf der Titanen”. Meine einzige Kenntnis über Hera, Aphrodite, Andromeda und einigen anderen. Und seither möchte ich eigentlich mehr über die griechische Mythologie wissen. Habe es aber leider bis heute immer noch nicht geschafft etwas darüber zu lesen. Es gibt ja so einige Bücher darüber, aber ich habe noch keins, in der (bitteschön) kurzen und knappen informativen sowie unterhaltsamen Art wie ich sie mir wünsche, gefunden.
Aber das ich jetzt schon mal das Haus von Zeus von oben bewundern durfte fand ich richtig toll. Und sehr beeindruckend. Vielleicht auch etwas zu kalt.
Der Olymp:

 

Lasst es Euch gut gehen.

endlich wieder da … 1. mai – diesmal interaktiv mit forelle

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Ja wo war er denn die letzten Jahre, der Herr Lafer? Schmerzlich vermisst haben wir ihn. War doch sein Grilltag eines DER Highlights für uns. Ich habe keine Ahnung warum das Grillevent so lange ausgesetzt wurde und ich habe auch an eine Fortsetzung schon gar nicht mehr recht geglaubt. Und plötzlich wollte es der Zufall, dass ich selber nach Stichworten zum Grillfest suchte und dabei plötzlich einen Eintrag zu 2017 fand. Dem musste nachgegangen werden. Mit Erfolg!
Das war im Februar. Und seither sitze ich nun gespannt wie ein Flitzebogen auf heißen Grillkohlen und kann es kaum abwarten nach so vielen Jahren endlich wieder einen gemeinsamen Grilltag zu erleben. Was wird das schön. Und wie freue ich mich schon wieder auf beste Unterhaltung mit toller Musik und diesem anschließend klassischem Gefühl: indennächstendreiwochenesseichnixmehr.

Am 1. Mai um 13.00 Uhr geht es los. Die Zeit ist immer gut gewählt, da einiges vorzubereiten ist was meist den ganzen Vormittag voll in Anspruch nimmt. Waschen, Schälen, Schneiden. Alles abwiegen und bereitstellen.

Die Zutatenliste ist schon bekannt, die Rezepte gibt es gewöhnlich frühestens einen Tag vorher, wenn nicht gar erst am 1. Mai Vormittags. Da heißt es dann wieder: schnell in den Druck.

Beim Blick auf die Zutatenliste gehen nun schon im Haus weiche welten sofort die Spekulationen los was genau wir denn aufgetischt bekommen. Und da sehe ich schon mal die ersten kleinen Problemchens auf uns zukommen: frische Forelle? Wir bekommen hier zwar schon so einiges an frischem Fisch, aber Forelle? Termingerecht? Könnte schwierig werden. Müsste dann ersetzt werden. Das geht aber auch immer recht gut. Da muss man etwas flexibel bleiben.

Vorspeise wird mit Sicherheit ein Salat sein. Romana, Tomate, Gurke, Zwiebeln  – ist eigentlich klar. Die Hähnchenbrust könnte als Streifen das Salatbett noch krönen. Mal sehen.
Zum 1. Gang wird dann sicherlich die Forelle serviert. Vermutlich mit einer Kokosmilchsoße. Und dann wollen die vielen Kräuter ja auch noch wohin. Das finde ich auch sehr lecker.
Der 2. Gang kann eigentlich nur aus dem Rinderhack bestehen. Ich hoffe auf eine Kombi mit der Honigmelone. Biiitte. Da stehe ich drauf. Und da zusätzlich gewässerte Holzspieße gefordert sind, setze ich hier ganz stark auf eine Art Cevapcici am Spieß. Yeahh. Das klingt alles schon mal sehr gut.

Zum Abschluss wird es  – wie immer – süß. Laut Liste brauchen wir einiges an Mehl, dazu Erdbeeren, Erdbeermarmelade, Honig, eine Mango, Quark und Schmand. Mhhmmmm, braucht das noch eine Erklärung? Für mich klingt das alles zusammen verdächtig nach einem leckeren Kuchen. Und dieser wird vermutlich in den Kaffeetassen gebacken. Auch nicht schlecht.
So, und nun habe ich Hunger.

Aber na klar, es wäre doch gar kein echtes Lafer – Hardcore – Grillen, gäbe es da nicht noch ein winziges I-Tüpfelchen. Und diesmal? Na, mal gucken:
Da wird noch eine große Dose gebraucht. Mit Deckel! Das lässt jetzt schon einige Vermutungen sprießen. Soll etwa der Fisch dahinein?
Ich bin sowas von erwartungsfroh.

Ein paar Tage noch und dann geht es los. Ich freue mich drauf und mein Meister ist auch kaum noch zu halten.
Ich werde sehr wohl drüber berichten. Aber noch viel besser ist es selbst mitzumachen. Bis dahin wünsche ich Euch geschmacklich leckere Träume.

Lasst es Euch gut gehen.

draußen mit rex

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Nun geht endlich die Freiluftsaison wieder los. Da jubelt mein Herz. Denn da lockt nicht nur der Balkon, sondern vielmehr alle wilden Plätze auf denen man Picknick machen kann. Vorzugsweise mit Wasser vor der Nase – bitteschöön.

Und dann, wenn sich vor den Kleingartenanlagen die Parkplätze füllen und schon über so mancher Parzelle Grill-Qualm aufsteigt, weiß man, jetzt geht’s bald wieder los. Aber spätestens wenn wieder die Wohnanhänger über die Straßen gezogen werden ist es endgültig soweit. Das Leben findet wieder draußen statt.

Ja gut, nun ergreift nicht gleich jeden das ursprünglichste, das einfachste Leben in und mit der Natur. Ich denke dafür muss man geschnitzt sein. Die einen lieben es, die anderen können damit eben gar nichts anfangen. Auch gut so.

Bruni Prasske “… war schon immer ein Draußenkind.” Und solche Kinder finden in ihrem Leben irgendwann den Campingplatz für sich oder sie kommen auch von genau dort. So wie ich. Ich möchte mich nämlich auch als ein solches Draußenkind bezeichnen.
Meine halbe Kindheit und Jugenzeit habe ich außerhalb der Wohnung zugebracht und meine Eltern hatten stets Mühe und Not mir einzutrichtern, doch spätestens 18.00 Uhr zu Hause zu sein.

Das Schönste aber waren für mich generell die Freiluftzeiten auf dem Zeltplatz. Ja, bei uns hieß der noch so! Seit ich drei Jahre alt war verbrachte ich, nur mit wenigen Unterbrechungen, jeden Sommerurlaub im Ruppiner Seenland im Zelt. Teilweise auch mit den Großeltern. Wir waren draußen. Und wir waren am Wasser. Das war meine Zeit! Und genau dort gab es eine Menge davon. Und genau dieses Draußenleben prägt unheimlich, kann ich sagen.
Das letzte Mal verbrachte ich, glaube ich, 1995 in einem Zelt. Danach nie wieder. Aber die Sehnsucht nach Wiederholung bleibt bestehen.

Nun ist das Campen natürlich komfortabler in einem Wohnwagen, das ist klar. Strom, ein Bett und Wasser, und kein Wasser von unten bei einem übermäßigem Regenguss. Da lebt man im Zelt spartanischer. Mit Wasserkanister und Petroleumlampe.
Nutzt man so einen Wohnwagen auch noch allein, reicht durchaus auch ein kleines Exemplar. Wäre da vor dem Vergnügen nicht nur immer noch die Arbeit mit dem Schweiß. Da verspricht nämlich auch der Kleinste einen großen Aufwand …

Bruni hat es so gewollt und sie hat es geschafft. Einen richtig schäbigen Wagen hatte sie da über eine Annonce ergattert und sie hat ihn aufgehübscht, so dass ihn jetzt jeder gern anschauen mag. Mich hat das sehr neugierig gemacht.
Und seit dem Lesen ihres Buches schaue ich doch tatsächlich auf alle Fabrikate dieser Hänger, vielleicht in der Hoffnung mal genau so einen wie ihren Rex auf der Straße zu sehen.

Nun steht Rex am Ende doch noch fein geschniegelt, neu eingerichtet und voll tauglich am Elbstrand und Bruni lernt das Campingleben von der Pike auf kennen. Und da will auch einiges gelernt sein. Denn schon so eine Gasprüfung ist eine heikle und lehrreiche Sache.
Heute gibt sie selbst Campingneulingen wertvolle Tipps und freut sich riesig drüber sie in das Campingleben einführen zu dürfen. Sie hat nun in dieser Gemeinschaft ihr abgeschottetes und entspanntes Leben im Sommer gefunden. Und wäre ihr Campingplatz nicht für Besucher gesperrt, wäre es mit der Entspannung sicher gleich vorbei.
Während des Lesens hatte ich bereits Pläne (einschließlich etwaiger kuchenauswahl für den backtag) für eine baldige Besuchsfahrt geschmiedet. Leider umsonst. Wie vielleicht auch schon viele andere. Schade.

Nebenbei freue ich mich aber für sie über das Kennenlernen und jetzige Zusammenarbeiten mit Berger – auch dies ein ganz spezielles Thema im Buch. Ich nämlich kenne diesen Versandhändler bereits seit etlichen Jahren, obwohl ich schon lange nichts mehr mit Camping zu tun habe. Aber die angebotenen Artikel sind auch für viele andere Lebensbereiche durchaus ein Gewinn. Und ich habe ihr Buch überhaupt erst über die Suche eines Campingartikels bei Berger gefunden. Da siehst’e mal Bruni. So kann’s auch kommen.

Ein sehr unterhaltsames Buch – auch für alle Nichtcamper.

Dies war nun heute auch mein Beitrag zum Welttag des Buches.
Es lebe das Buch.

Lasst es Euch gut gehen.

und abends dann rührei

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Wie viele Jahre habe ich schon kein Ei mehr ausgeblasen? Ich kann es nicht sagen. Jedenfalls ist das lange her. Sehr lange. Jetzt aber, für noch eine schnelle Osterdekoration, packte es mich mal wieder dies zu tun. Und ich war erstaunt dass mir das auch gleich beim ersten Versuch so gut gelungen war. Dabei ging, soweit ich mich noch dunkel erinnern kann, schon gern schnell mal eins zu Bruch.

Dieses bunte Osterei habe ich erst streifenweise mit einem Klebestift ringsrum eingerieben und dann Faden um Fädchen in Runden auf das Ei gewickelt. Zum Schluss einen langen Faden um ein Streichholz geknotet und in die Öffnung gesteckt.
Ein Fädchen hatte einen Knoten. Da ich aber schon beim wickeln war und das Garn dazu noch recht kurz, wollte ich es nicht abschneiden. Also habe ich es einfach gleich mit eingearbeitet. Offiziell ist das natürlich! eine Schleife. Klar, oder?

Und so beim wickeln und bekleben stellte sich mir dann gleich die Frage: was war zuerst da? Die Wolle oder das Ei?

Ich wünsche Euch schöne Osterfeiertage, auch wenn der Frühling momentan anderweitig zu tun hat …

Lasst es Euch gut gehen.

augenblick verweile doch …

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Das kleine Glück lässt sich schon gern mal planen. Das Große hingegen ist sehr launisch unterwegs, furchtbar scheu und lässt sich mal so gar nicht einplanen. Es kommt daher nur sehr selten, dann aber immer urplötzlich um die Ecke geschnipst…

Letztes Wochenende haben wir natürlich das Wunderwetter genutzt. Am ersten Tag im April schon das erste Picknick im Jahr? Wir konnten uns nicht erinnern dass das schon jemals der Fall war. Aber da gibt es keine Gesetzgebung drüber, und somit wird mitgenommen was sich darbietet. Und der Tag bot noch so einiges.

Wir waren beide noch nie in Freiberg und die Strecke dahin zeigte sich auf der Karte auch als nicht zu lang. Diese Stadt besitzt zudem ein Schloss und das ist für uns allemal Begründung genug sie heimzusuchen. Also planten wir einen kleinen Städtetrip mit anschließendem Picknick und späterem Faulsein auf Feld oder Flur.

Was war das Wetter aber auch schön. Zum ersten Mal ohne Jacke unterwegs. Das sind einfach die besten Momente, gerade für so einen Klapperkasten wie mich.

Wir waren von Freiberg richtig überrascht. Diese Stadt ist wunderschön und heimelig. Sie bietet alles was sich ein Besucherherz nur wünscht. Na gut – außer lange Öffnungszeiten. Was aber wiederum auch seinen Vorteil hatte. Der Meister nämlich hätte mir sonst wer weiß wie viele erzgebirgische Räucherosterhasen (! – jaahaa –die gibt es wirklich) nach Hause geschleppt… puuhh, was haben wir das aber mal galant umschifft…
Reicht doch aber auch wirklich zu, dass der Zündelmann jährlich zu Weihnachten seine große(n) Stunde(n) hat! (dass das aber auch solch weitreichende folgen haben muss, wenn einer mal was mit feuer legen und sprengstoff zu tun hatte – du meine güte).
Also gleich die nächste indoor Qualmerei konnte ich somit erst mal abwenden. Obwohl: gibt es Schokoladen-, Fondant- oder Marzipanduft als Räucherkegel? Ähh, doch lieber nicht.

In Freiberg waren aber dennoch allerhand an Läden geöffnet. Vor allem aber die zahlreichen Kaffee’s. Eins schöner als das andere. Vor allem mein Meister liebäugelt zu passender KaffeeZeit dann bereits mit einem Kuchenstück. Er war sich über die Wahl des zu bestürmenden Kaffee’s aber recht uneins und konnte oder wollte sich erst für keines so richtig erwärmen, und wir waren schon drauf und dran die Stadt wieder zu verlassen. Dann schließlich wählten wir doch noch ein sehr schönes Eckcafe für das unsere aus. Welch gute Wahl!

Bäckereien oder Konditoreien strafe ich im allgemeinen eher mit Missachtung. Für die Meisten ist ein glutenfreies Angebot kein Thema. Klar gehe ich trotzdem mit rein, aber natürlich nur mit mäßigem Interesse. Lustig ist dann allerdings immer wieder, dass MICH mein Meister aussuchen lässt was ER denn nehmen soll.


Nachdem nun alle Teilchen des Meisters schon fertig verpackt waren, machte er in diesem Freiberger Cafe noch eine leckere Entdeckung: es gab tatsächlich einige Teilchen für mich! Unglaublich! Damit rechne ich doch gar nicht. Mein erster Impuls: ‘von jeder Sorte bitte sofort ein Stück einpacken’. Habe ich natürlich nicht gemacht. Aber es wurden reichlich viele. Und was soll ich noch dazu sagen? Kann man in einer solchen Konditorei etwas falsch machen? Natürlich nicht.
Die Oberkrönung von allen leckeren Tortenstücken war dieses Himbeerichbinimhimmeltörtchen. Das hatte einen Marzipanboden! Hilfe! Auf sowas muss man mich doch vorbereiten. Möglichst einige Tage vorher. Und ja – ich gebe es zu – ich habe es sogleich höchst unschicklich verschlungen. Und damit war der Tag für mich eigentlich schon durch. Ich fühlte mich wie gedopt.

Aber dann fanden wir doch auch noch einen so schönen Platz unter freiem Himmel, gleich an der Mulde. Dort genossen wir unser vorbereitetes Picknick in Form eines leckeren Süppchens. Und später dann streckten wir die Beine aus, schauten in den Himmel und ließen uns die Sonne auf den Pelz scheinen und waren einfach nur da. Einfach Genuss pur.  Strickzeug hatte ich natürlich auch dabei, war aber schließlich gar nicht mehr dazu fähig überhaupt noch einen klaren Gedanken dafür übrig zu haben. Halleluja! Es lebe das unerwartete große Glück.

Lasst es Euch gut gehen.

ich wär’ so gern eine blumenfee

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Zugegeben, ich bin wirklich nicht der Insektenfreund schlechthin. Bei jeder Spinne kreische ich nach meinem Meister. Und da macht es die vielleicht geringe Größe auch nicht viel besser, wenn das Monster schnell rennen, oder noch schlimmer: springen kann … Und dann sind die doch auch wirklich noch überall. Gerade die Letzte erst (nicht so ganz ‘miniformat’) versetzte mir gleich am Morgen einen höllischen Schreck, als sie mir aus einer Pfanne entgegen kam, die ich dem Geschirrspüler entnahm! Die bekam aber Beine! Über Nacht hatte sie sich dort einfach gezielt auf die Lauer gelegt! Wie? Keine Absicht und so? Wer will mir denn das noch weismachen?

Aber ja, ich weiß natürlich um die Nützlichkeit der kleinen Viecher und würde auch keines zertreten oder gar erschlagen. Für diese Gelegenheiten stehen immer Gläser bereit, um sie einzufangen und an die frische Luft zu setzen.
Aber ganz sicher gibt es nun auch die Leute, die von Insekten geradezu nur so schwärmen. Da kann ich mir neben dem süßen roten Käfer mit den vielen weißen Punkten wirklich kein einziges vorstellen dass ich zum Haustier haben wollte. Aber: sie erfüllen nun mal auch einen weiteren, wirklich guten Zweck. Sie ernähren viele Vögel. Und da gibt es seit längerem ein echtes Problem.

Habt ihr nicht auch schon bemerkt, dass die Anzahl der Vögel in den letzten Jahren rapide abgenommen hat?
Noch vor wenigen Jahren haben wir hier fast unzählige Vogelarten zählen können. Jetzt aber sind es gerade noch die Klassiker wie Spatz oder Blau- und Kohlmeise. Kein Kleiber mehr, kein Dompfaff, kein Grünfink, kein Rotkehlchen und auch keine Stare oder Grasmücken (u.a.) kommen mehr ins Futterhaus.
Der Grund an diesem Rückgang der Vogelpopulation liegt am Fehlen der Insekten. Und warum fehlen wiederum diese? Das liegt zum größten Teil an den Pflanzenschutzmitteln, die bei uns eingesetzt werden. Da wäre zum Beispiel dieses Glyphosat zu nennen. Es macht die Wildpflanzen tot, die die Insekten brauchen, und so haben wir den Teufelskreis.
Braucht es nun erst gar keine Vögel mehr, um endlich die Beweise über diesen Zusammenhang auf den Tisch legen zu können? Meiner Meinung nach wäre das doch etwas zu spät!

Und was macht man nun, bis sich die Politik entscheidet? Ich denke: viele Blumen wachsen lassen.
Seit vielen Jahren sind wir schon begeisterte Fans von guerilla gardening. Wo nur immer es ging haben wir schon Blumensamen verstreut, da gab es diesen Begriff noch gar nicht. Ich freue mich aber sehr, das es jetzt so bekannt ist und schon fast zum guten Ton gehört dabei mitzumachen. Und vor allem, dass es dazu auch so ein vielfältiges Angebot gibt. Angefangen von den Blumenbomben aus einer Ton-Erde-Mischung, die sich im übrigen auch sehr gut selbst herstellen lässt, bis hin zu solch Streudosen wie wir sie dieser Tage fanden. Davon standen mehrere, und jede mit einer anderen so schönen Mischung zur Auswahl, bei dem Anbieter mit dem blauen E.
Wir werden die Bienen- und Schmetterlingsfreundliche Sorte verteilen, die zweite Dose wird an einen anderen Blumenfreund verschenkt.
Auf das es bald gedeiht und blüht und schmeckt. Für die Insekten. Für die Vögel.

Lasst es Euch gut gehen.

also ich wär’ dann soweit …

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Also heute ist Frühlingsanfang. Nun ja. Muss einem gesagt werden. Denn da draußen sieht es bei uns noch nicht danach aus. Nach einem kurzen nachguckerchen seitens der Sonne heute morgen, hat sie sich entschieden: nee heute nich! Und seitdem bleibt die Sonne mufflig, und hier bleibt es konsequent grau. Na ja.

Ich aber bin schon seit Wochen auf Frühling eingestellt. Wenn mich dann noch die Müdigkeit immer mal wieder gewaltig umhaut, kann er auch nicht mehr weit weg sein.
Mit meinem neuen Schal habe ich mich für einen gelb leuchtenden, sowie auch kuschlig weichen Frühlingsstart entschieden.

Einfachheit siegt bei diesem Modell. Ein Strang von 100g Wolle sind hier im einfachen glatt rechten Muster verarbeitet. Dieser ist dann flexibel einmal oder mehrfach gewickelt tragbar. Einfach herrlich. Einfach frühlingsfit.

Anleitung:

100 g weiche Wolle, in Eurer gewünschten Farbe und Zusammensetzung, passend für Nadelgröße 2-3 und einer Lauflänge von 400 m.

46 Maschen mit Nadel 3 (wenn ihr locker strickt) oder Nadel 4 (wenn ihr fest strickt) anschlagen und glatt rechts stricken (hinreihe rechte maschen, rückreihe linke maschen).
Beginnt und endet immer mit einer Randmasche. Diese in jeder Hin- und Rückreihe als eine rechte Masche stricken.

Bis zum Ende des Garns weiter im Muster stricken und mit einer Rückreihe enden.
Dann alle Maschen locker rechts abketten.

Lasst es Euch gut gehen.