endlich ein haus

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Und wie nun weiter?
Nach langer Zeit des Suchens stellten wir bald fest: Für uns gab es kein fertiges Haus. Keins der besichtigten Häuser könnten wir so umbauen dass wir damit glücklich würden. Das wurde uns von mal zu mal immer klarer. Doch was nun?

Nein, immer noch nicht selbst bauen. Viel zu viel Aufwand. Einfach nur eins hinstellen – das muss doch möglich sein. Und das ist es auch! Mit einem Mobilheim.
Ich sah einen Fernsehbericht, bei dem eine Familie, in einem dieser kleinen Häuser auf Rädern, auf einem Campingplatz wohnt. Hoch oben am Hang mit super Aussicht auf einen Fluss. So ein Plätzchen ist auch nur dort bezahlbar.
Aber so ein Mobilheim wäre doch denkbar. Unterschiedliche Größen und beste Ausstattungen gibt es zur Wahl. Aber ein Campingplatz mit einem Dauerstellplatz als erste Wohnadresse? Die sind rar und leider immer noch strittig.

Also doch zuerst die konkrete Suche nach einem Grundstück!
Auf unsere Anzeige hin meldete sich ein älteres Ehepaar um die angrenzende Fläche loszuwerden, damit sie nicht endlos darauf nur Rasen mähen müssen. Es war auch nicht sofort unser Traumgrundstück, doch lies es uns nicht los. Einige Besichtigungen später kamen wir zur Wiese zurück und nahmen ernsthaft Maß für ein Mobilheim.
Wir haben kein Problem mit wenig Platz. Beim kräftigen Aussortieren und Reduzieren sind wir nun schon eine ganze Weile. Das ist eher ein Anreiz mehr für uns, weiterhin mit Besitztümern abzuspecken. Doch wir haben noch nie in einem Mobilheim gestanden, und wollen jetzt gleich dauerhaft in eins einziehen? Vielleicht sollte man es sich vorher doch mal ansehen?

Seit Wochen betrieb mein Meister bereits Recherchen und machte einen Holländer ausfindig, der gut aussehende Mobilheime baut. Das hieß dann alsbald in die Niederlande zu reisen und vor Ort zu besichtigen und beraten zu lassen. Und die Häuser waren auch wirklich schön und praktisch und in auskömmlichen Größen. Doch der Zuschlag für die Winterdämmung, die hier nach Bauschrift gefordert wird, ließ uns etwas fragend zurück. Die Niederländer zeigten auch so gar keine Freude an Privat nach Deutschland zu verkaufen. Und wir verstanden schnell dass man uns hier freundlichst abwimmeln wollte.

Aber es war noch nicht alles verloren. Auch einen deutschen Anbieter von Mobilheimen gab es. Dieser baute ziemlich ähnliche Häuser, und sogar aus Holz. Und er kannte sich bereits mit Bauvorschriften und Bauanträgen für private Plätze aus. Dort kam man unseren Plänen schnell entgegen und wir unterschrieben den Vertrag.
Nun kauften wir unsere Wiese und stellten den Bauantrag. Doch dann wurde es sehr ruhig seitens der Hausbau Firma.
Wir telefonierten uns die Finger wund um an alle benötigen Unterlagen zu kommen und wurden ständig vertröstet. Das Bauamt war uns auch keine Hilfe mit seinen unsinnigen Forderungen wie z.B. Fotos von Nachbargrundstücken und Fragen zu entfernt liegenden Unternehmen. Uns lief immer mehr Zeit davon ohne dass sich etwas tat. Verzweiflung und Ratlosigkeit wechselten sich ab. Zu erreichen war in der Hausbau Firma letztlich nur noch der freie Verkäufer, der uns auch nicht weiter betreuen konnte, uns aber bald zum persönlichen Gespräch bat. Da ahnten wir schon den Ausgang.

Und nur weil wir noch keine Anzahlung leisteten, kamen wir hier glimpflich davon. Das ging nicht allen so. Der Verkäufer versuchte noch, dort wo er konnte warnend einzugreifen, da er selbst noch Honorare zu bekommen hatte. Aber letztlich konnte auch er nur einen kleinen Teil der Kundschaft davor bewahren mehrere tausend Euro in den Wind zu schießen. Er selbst hatte schweren Herzens gegen seinen Arbeitgeber eine Anzeige wegen Insolvenzverschleppung aufgegeben. Und kurz nach unserem Treffen war die Internetseite der Firma abgeschaltet. Wir aber bekamen immer noch Mails und Briefe mit Drohungen, doch schnellstens die entstandenen Statiker Leistungen für den Bauantrag zu bezahlen. Bei einem Fertighaus! Nein, so führt man dauerhaft keine Geschäfte. Oder doch? Die Firma firmierte kurzerhand später unter neuem Namen weiter. Doch jetzt scheint es sie wirklich nicht mehr zu geben.

Wir aber hatten einen neuen Plan. Ein Haus aus Holz sollte es sein. Nach unserem Maß. Minimal in der Größe, maximalst nachhaltig. Und den Innenausbau müssen wir übernehmen.

Dabei fiel mir immer wieder Anne Donath ein. Meine ureigene Pionierin des Minimalismus. Die Frau, die mit 45 Jahren in ihr Holzhaus mit gerade mal 16 qm zog. „Ich kaufte mir eine Wiese und stellte darauf mein Haus.“ Ja, so sollte es sein.

Ich fand sie derart inspirierend, als ich den Beitrag 2012 sah, dass ich mir auch gleich ihr Buch „Wer wandert, braucht nur, was er tragen kann.“ bestellte. So wohltuend, wie sie beschreibt wie wenig der Mensch für sein Leben benötigt. „Die Tuareg bauen sich in vier Tagen eine Schilfhütte, die ihren Bedürfnissen genügt. Und wenn sie doch eines Tages der Sturm mitnimmt, so ist nicht viel verloren. Wir dagegen bauen uns aufwendige Wohnmaschinen, für die wir uns über Jahrzehnte verschulden müssen. Und deren Unterhalt uns für den Rest unseres Lebens in die Pflicht nimmt.“
Und ich kann mich gut erinnern wie sie sich in dem Beitrag darüber freute, keins dieser großen Häuser, die sich in ihrer Nähe befanden, zu besitzen und damit auch nicht putzen zu müssen. Damit hatte sie ja so Recht. Ich mache mich nicht zur Sklavin meines Hauses.

An ein Tiny Haus mit vielleicht 25 qm trauen wir uns zu zweit nun auch nicht ran. Mein Meister muss ja sein eigenes Büro haben. Aber klein könnte und sollte es insgesamt schon werden. Und damit auch mit Altersrente bezahlbar bleiben. Auch Wasser und Strom sollte es geben.

Wir fanden eine estländische Firma, die typische nordische Häuser herstellt. Zum Verlieben schön. So wie bei Pippi Langstrumpf. Holzhäuser, wenn gewünscht in leuchtendem Rot mit weißen Akzenten. Ja, diese Art Haus konnte ich mir gut vorstellen. Also versuchten wir es mit dieser Firma auf ein Neues.
Wir wechselten unseren Baubetreuer, der sofort besser mit dem Bauamt kommunizierte und brachten alle Unterlagen zügig zusammen. Und in der letzten möglichen Woche des angesetzten Termins erhielten wir tatsächlich die Bauzusage! Dann kann es ja los gehen!

Im November stand der LKW mit den Teilen des Hauses vor dem Tor. Wir hatten auch so ein Glück mit dem Wetter. Ein georderter Kran lud die vorgefertigten Wände ab, die längste 13 Meter, und stellte sie behutsam auf die Bodenplatte. Bis zum Dunkelwerden arbeitete das Montageteam, bestehend aus 3 Jungs, die nächsten 3 Tage am Aufbau unseres Hauses.

Am dritten Tag, im stockdunklen Abend, hielten wir die Taschenlampe des Handys hoch zur Hauswand, damit dort noch schnell die letzte Planke an der Außenverkleidung angeschraubt werden konnte, denn sie wollten plötzlich wieder los. An einen uns nicht benannten Ort. Aber um dort einen LKW abzuladen, wie sie uns verrieten. In zwei, maximal drei Tagen wären sie wieder hier.

Unser Dach, wie auch alle Fenster, waren nur mit Folie abgedeckt und verklebt. Der Hauseingang stand offen. Die Rigips Trockenwände und die Rollen der Dämmwolle lagen im Vorgarten.
„See you soon.“  – und schon fuhren die Estländer vom Hof. Die nächsten Wochen hörten wir nichts mehr von ihnen und der Winter kam.

Fortsetzung folgt …

Lasst es Euch gut gehen.

 

ein paar am rande des wahnsinns

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Hier im Blog war es über lange Zeit ganz still, aber unterdessen ging es heiß her bei uns. Es wurde hier immer wieder wild diskutiert und auch laut gestritten. Dann wurde mal einfach nur entnervt in der Ecke gehockt und am Geduldsfaden geknabbert. Wir wechselten die letzten Monate ständig die Gefühle. Von schrecklich aufgeregt über hoch erfreut, bis hin zu einfach nur wütend und völlig mutlos und verzweifelt.

Und warum das alles? Nun, wir versuchen doch noch einmal, uns eine neue Heimat zu erschaffen. Wir bauen uns ein Haus mitten im nirgendwo. Und wer selbst schon einmal gebaut hat, weiß wie das an den Nerven zerrt.
Aber nun endlich, beim dritten Versuch, scheint es wirklich wahr zu werden. Das Ganze hat eine Vorgeschichte von 20 Jahren.

Unseren ersten Bauantrag stellten wir 2001.
Mit der Zusicherung eines positiven Bau-Vorbescheids kauften wir ein Stück Land in der zweiten Reihe, in einer kleinen Gemeinde gelegen. Wir ließen das Grundstück vermessen und eintragen, besorgten uns Gehwegplatten und bauten sofort einen kleinen Schuppen darauf. Das dringendste ist eine gute Unterstellmöglichkeit für die erste Bauzeit. Gleich danach brachten wir auch unsere gut aufgepäppelten Erdbeerpflanzen an den neuen Standort. Alles schien so sicher.
Dieser Vorbescheid aber zählte plötzlich nichts mehr. Obwohl nach erster Sichtung der kompletten Bauunterlagen schon hätte gesagt werden können, dass die Chancen eines Baus an diesem Ort nicht so gut stehen, wurde uns über Wochen hin, trotz ständiger Nachfrage, immer wieder das Gegenteil glaubhaft gemacht. Des Weiteren unterschlug uns der Notar (üblich vom verkäufer gewählt) dann auch noch wichtige Eigentumsverhältnisse, und auch alle weiteren Bemühungen, wie z.B. die zweite Reihe wie vorgeschrieben mit Feuerwehr- und sonstigen Notzufahrten zu versehen, schlugen letztlich fehl. Die Stadt Delitzsch wollte uns einfach nicht dort bauen lassen. Und nur weil der Verkäufer so schnell wie möglich nach Paraguay auswandern wollte, und der Schiffscontainer bereits zum beladen auf dem Hof stand, konnten wir den Kauf schnell rückgängig machen. Alles was uns noch blieb waren viele Kosten.
Dabei mussten wir aber sowieso aus der damaligen Wohnung raus. Nach nicht einmal 2 Jahren Wohnzeit. Es war eine Schimmelwohnung, wie sich nach und nach zeigte. Ach, was sag ich. Es war ein ganzes Schimmelhaus. Bis hinunter in den Keller mit der Tiefgarage. Dort, an der Wand neben den Fahrzeugen, war genauestens dokumentiert wie lange schon Wasser durch die Wand eindringt und an ihr abläuft. Mal mehr, mal weniger, je nach Regenguss. Es sei aber alles im Griff und völlig normal, wurde uns versichert. Das stehe unter Kontrolle, und das Haus sei dahingehend begutachtet und saniert. Das zeigte sich aber gegenteilig. Denn wir hatten kurzerhand in allen Zimmern Schimmel an den Wänden und in den Schränken. Die Nachbarn gegenüber ergriffen nun bereits die Flucht und zogen aus und wir hätten es ihnen gleichtun sollen. Stattdessen besuchten wir einen Anwalt. Dieser gab grünes Licht und sah uns auf der Siegerseite. Schließlich hatten wir einiges in die Wohnung investiert was jetzt müllreif wurde, wie z.B. der gesamte Laminatboden. Der Vermieter aber zuckte sich nicht, und uns riet man die Nebenkosten einzubehalten. Erst einen Teil, dann gesamt. Darauf klagte er auf falsches Lüftungsverhalten und fristlose Kündigung, und das Ganze landete vor Gericht. Doch auch hier lehrte man unseren Anwalt eines besseren und holte ihn aus dem Himmel der Beständigkeit der bisher erlebten Urteile.
Die Richterin, die ohne Umwege zu unseren Gunsten einen Vergleich anstrebte, wurde beim zweiten Gerichtstermin von diesem Fall abgezogen und durch eine neue ersetzt. Und damit begann das Trauerspiel. Unsägliche Monate zogen sich hin, in denen keiner von uns noch zum Briefkasten wollte. Aber das allerschlimmste war dabei für uns: In genau diesen Monaten verloren wir unseren Glauben in den Rechtsstaat. Und das bis heute. Dies war kein Richterspruch im Namen des Volkes! Niemals! Das Ganze war eine Farce, was wir da bei Gericht erlebten, was teilweise an eine schlechte Komödie erinnerte.
Die neue Richterin empfing gleich am ersten Tag den unabhängigen Gutachter überfreundlich mit den Worten: „Ach, Herr M. das wir uns wiedersehen freut mich aber sehr. Wir haben ja schon so lange miteinander zu tun und kennen uns nun schon so gut. Mit ihnen habe ich so oft zusammen gearbeitet. Wann war unser letztes Zusammentreffen? Na, dann werden wir uns wieder prima zuarbeiten. Ich freue mich auf die erneute gemeinsame Arbeit. Wir werden uns auch hier wieder gut verständigen.“
Das taten sie dann auch! So gut, dass der Gutachter zum Beispiel falsche Inhalte unserer Wohnung wiedergab, oder auch einfach etwas zu Rechnung brachte was nie Gegenstand seiner Leistung war. Etwaige Messungen gar, Vor-Ort Begehungen, die nie stattfanden, oder eine Menge von Farbfotos, die er gemacht haben will, die aber nie irgendwo auftauchten. Sollten wir da noch den vielen aufgezeichneten Arbeitsstunden glauben?
Dem von uns eigens bestellten Gegengutachten vom TÜV Rheinland wurde erst gar nicht Beachtung geschenkt – klar. Und wie ernüchternd, dass der Zeuge, den wir bestellten, vor Gericht zu Gunsten des Vermieters aussagte. Und auch komisch, dass der Vermieter dieser Wohnanlage nie selbst vor Gericht auftauchen musste. Lag das alles daran, dass er Miteigentümer und Geschäftsführer des nahegelegenen Einkaufspark und Hotel ist, und sogar eine der dortigen Straßen den Namen seines Vaters bekommen durfte? Ein Schelm, wer da an irgendwelche Beeinflussungen denkt. David gegen Goliat, immer noch und immer wieder.

Nun lief dabei bei uns im Hintergrund aber bereits der Plan des Hausbau auf Hochtouren. Grundstücksuche und Grundstückkauf, Hauskauf und Finanzierung. Denn das wir ausziehen mussten, so oder so, war uns schnell klar. Nur mit der gravierenden Wendung beiderseits hatten wir nie gerechnet.

Denn was soll ich sagen wie es ausging? Das dürfte doch schon klar zu erkennen sein. Natürlich trugen WIR alle Unkosten und bekamen die fristlose Kündigung von einem seiner Laufburschen persönlich ausgehändigt.
Da braucht’s dann eine Weile, sich davon zu erholen. Auch finanziell.

Plötzlich mussten schnelle Entscheidungen her. Zum Glück fanden wir zu der Zeit recht zügig eine neue brauchbare Wohnung. Und auch noch eine die für die nächsten 19 Jahre brauchbar blieb. Das hätte auch anders kommen können.
Doch so ein Wunsch des eigenen Heims verschwindet nicht. Und wenn sich immer mehr ringsum der Wohnung und auch innerhalb des Hauses derart verändert, dass es sich nicht mehr gut anfühlt, dann ist es an der Zeit daran etwas zu ändern. Und so begannen wir erneut 2016 nach einem Grundstück zu suchen. Nun in geringerer Auswahl, dafür aber wenigstens teurer! Aber es gab auch Ausnahmen. Doch die hatten einen Haken.
Eine ältere Dame wollte ein derzeit verpachtetes Grundstück ihrer Eltern verkaufen. Und das zu einem guten Preis. Nur damit sie es los wird. Das gefundene Prachtstück in guter Größer entpuppte sich allerdings bei unserer Antragstellung als ein Grundstück der eigenen Art. Zum einen gaben die Behörden selbst der Eigentümerin keine vernünftige Auskunft darüber, ob es denn nun Baugrund sei oder nicht, und zweitens bekamen wir auf eine Voranfrage die Auskunft, dass es das sei, was dann drittens wieder nicht stimmte. Das hinge bedingt von der Größe des geplanten Häuschens ab. Wenn es bei Schuppengröße bliebe, könnte man sich dafür einsetzen das es gebaut werden dürfte. Und im eigentlichen sei auf dem Grundstück momentan aber nur extensive Tierhaltung geduldet.
Ne, Ne, im Schuppen wollten wir eigentlich nicht wohnen! Mit ‚Haus‘ meinten wir schon eher so was ernsthaft Größeres.
Sie hätten es ganz sicher als Bauland zulassen können, wollten aber auch hier einfach nicht. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand Haus neben Haus auf schmalsten Flurstücken…
Es war ein so schönes Grundstück und unser Bedauern riesengroß.

Die Besitzerin dieses zweiten Grundstücks hatte allerdings ein so schlechtes Gewissen – was sie gar nicht haben brauchte – dass sie uns weiterhin regelrecht betreute. Wir hatten uns nie persönlich kennengelernt. Die Anbahnung und Besichtigung lief über eine Maklerin. Und doch führte sie für uns weitere Recherchen im Bekanntenkreis durch, damit wir noch ein passendes Fleckchen Erde finden sollten. Obwohl wir ihr auch nicht das alte Elternhaus mitten im Ort abkaufen wollten. Das verstand sie. „Es tut mir ja so Leid dass das schief ging mit dem Land. Ich hatte doch alles versucht. Wir haben uns zwar nie getroffen, und doch habe ich sie irgendwie ins Herz geschlossen. Sie sind mir einfach sympathisch und ich möchte noch was für sie tun“ – teilte sie meinem Meister am Telefon mit. Neben den vielen alltäglichen Sorgen, die sie umgaben. Sie war eine Kümmerin durch und durch, für alle und für jeden. Mein Meister hörte ihr geduldig lange zu. Über zwei Monate hielt sich noch dieser Kontakt. Bis wir dann wirklich was Eigenes fanden. Das freute sie sehr, denn ihre Bemühungen blieben leider ohne Erfolg.

In der Zwischenzeit haben wir alles irgendwie Mögliche abgeklappert. Im Internet haben wir gesucht, in fast jede Zeitung des Landes haben wir eine Annonce aufgegeben. Am Wochenende sind wir durch die Gemeinden gefahren, um nach „zum Verkauf“ Schildern zu suchen. Wir haben nach freien Grundstücken, sowie auch Häusern zum Sanieren gesucht.
Was haben wir nicht alles gesehen! Aber schnell bekommt man auch ein Gefühl dafür wo der Hase im Pfeffer liegt und der Makler genau da nicht mit dem Finger drauf zeigen will.
Grundstücke, bei denen keiner sicher sagen konnte was genau rechts und links in Kürze passiert. Eine Nachbarin redet davon dass da einer bald Schafe halten will. Eine größere Herde soll das werden. Das alte Haus rechts hat auch neue Besitzer, aber da sind jetzt fast alle Fenster mit Pappe zugenagelt worden. Hin und wieder soll da mal jemand kommen und nach dem Rechten sehen. Dann ist da mal Krach. Aber renovieren? Dazu fehlt denen wohl das Geld. Die haben mal angefangen, aber das war schon vor Jahren! Obwohl der Handwerker ist. Aber hier ist ein Arzt im Ort! Wäre das nicht was für sie?
Sicher war dort nur der Bestand an wild lebenden Hühnern an der Rückfront, um die sich kaum einer kümmerte, außer ab und zu Futter hinzustreuen, und die sich hin und wieder durch den Zaun mogelten – genau wie ein Marder oder Iltis, oder was man auch immer mit der gelegten Falle hinter dem Loch im Zaun erwischen wollte. Uhahhh, da graut es mir.

Eine nette ältere Frau erklärte mir schon mal in ihrer Küche den Gasherd, den sie ja gern drin lassen würde. Aus einem anderen Keller hätten wir uns noch von Eingewecktem gut ein halbes Jahr ernähren können – vielleicht bei Geldknappheit nach dem Kauf?
Auf dem nächsten schönen großen Grundstück stand ein zweigeschossiges Haus welches nebenher in Heimarbeit von 2-3 Jungs saniert wurde, so wie gerade mal Zeit war. Und das mit Material, was von einem anderen Bauplatz abfiel. Da war der Küchenboden schon in schwarz gefliest und im Wohnzimmer lauter kleine Lampen an den Wänden und auch eine an der Decke. „Geht alles zum Festpreis raus!“ – klar, bei dem Preis. Was mit dem ungesicherten Austritt in der oberen Etage noch passiert? „Da haben wir noch keine Vorstellung. Das können sie sich ja dann machen wie sie wollen.“ Am besten gefiel mir dort das noch unsanierte Bad mit dem ungehobelten alten Dielenboden. „Das ist doch noch gar nicht gefliest!“ war seine halb entsetzte Reaktion. Ne, meinetwegen kann das, nach Schliff, so bleiben. Unangebracht fanden wir, dass eine Menge dunkler Restbeton einfach ausgekippt und im halben, sonst grün bewachsenem Hof verteilt wurde. „Wieso? Warum nicht? Haben sie gleich ‚ne feste Einfahrt!“
Dort und auch auf den allermeisten Grundstücken aber war so viel alter Nebengelass, dass schon die Beräumung jede Finanzierung gesprengt hätte.
Anderswo stand vor dem Haus ein völlig rostiges und bereits bemoostes altes Auto ohne Reifen. Und dabei war das noch nicht mal das Schlimmste. Auch um eine eingetretene Zimmertür, die nicht mehr verschließbare Balkontür und um die zerschlagenen Wände und Fußböden hätten wir uns kümmern sollen. Das Treppengeländer sah aber noch gut aus. Da hatte der Zahnarzt über Jahre mächtig Ärger mit seinen Mietern in dem 130 qm Haus und wollte jetzt noch ein Schnäppchen machen und dabei das Haus so schnell und galant loswerden wie es nur geht.

Viele der Anbieter hätten uns gern als Käufer gesehen. Das hat uns immer geschmeichelt. Einige riefen uns nochmals an und wollten mit dem Preis runtergehen. „Oder woran hängts? Sagen sie ruhig!“
Zwei der Häuser waren so niedrig, in denen konnte ich, ohne mich groß zu strecken, die Decke berühren. Und das will was heißen bei meiner Körpergröße von einsvierundfuffzich!
In einem anderen lud wirklich nur der kahle Dachboden zum Umbau und zum Wohnen ein.
Bei einigen anderen befanden sich Stallungen nebenan. „Falls sie sich Schweine halten möchten? Die Boxen sind noch voll in Ordnung. Und nach hinten gibt’s einen Auslauf! Mit Rasen!“ Die volle Vogelvoliere hätten wir auch übernehmen dürfen. Einschließlich der mindestens fünf 10 Kilo Säcke Futtervorrat. War ein Hobby, welches jetzt immer schwerer fällt. Und sind noch Hühner da – die bekommen sie obendrauf. Und ich zeige ihnen auch gleich noch meinen angelegten Gemüsegarten! Da finden sie alles was sie brauchen. Ich habe ein extra großes Kartoffel Beet gemacht.
Dann gab es volle Garagen und übervolle Hobby Werkstätten mit Unmengen an rostigem Werkzeug, oder auch eine ehemalige Bäckerei einschließlich Backofen und Ladenräumen. In einem weiteren Haus wurde gerade das Bad erst vor wenigen Monaten ins Erdgeschoss verlegt, neu ausgebaut, und von der Krankenkasse altersgerecht ausgestattet. Leider war dies der größte Raum im Haus, die kleine Küche gleich nebenan und das Wohnzimmer in der oberen Etage.
Bei einigen Häusern konnte man sich noch vorstellen einen Zugang zum Garten zu schaffen, bei anderen wäre das gar nicht möglich gewesen. Dabei ist das Leben im Garten doch das wichtigste für uns.

Und jetzt? Der dritte Versuch. Jetzt muss es einfach klappen.

Fortsetzung folgt …

Lasst es Euch gut gehen.

pilziger herbst

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Mein Meister ist derzeit nur schwer von einem Waldbesuch abzuhalten. Die Verlockung ist einfach zu groß. Die Verlockung der Pilze, die dort so zahlreich nur darauf warten abgeholt zu werden. 

Eigentlich wollten wir schon am ersten Wochenende „einfach nur mal paar Stunden raus“ und „im Wald eine Runde drehen“. Mit meinem Meister gar unmöglich. Da kommt erwartungsgemäß von der Seite plötzlich ein: „Willst du den Weg da mal rein? Nur mal gucken ob noch was steht?“


Den ersten Weg konnte ich gerade noch umgehen, etwas später aber lud der Wald mit einem sonnigen kleinen Pfad nur allzu sehr zum Besuch ein – und schwups war es auch schon um uns geschehen. Da standen wir im Wald und inmitten der Pilze. Kaum drei Schritte und wir stolperten über den ersten braunen Kleinen.
Und dann waren auf einmal anderthalb Stunden rum und wir hatten, ohne uns groß vom Fleck wegzubewegen, über 2 Kilo Maronen, Stein- und Birkenpilze gesammelt. Und dabei schon nach Schönheit gewählt. Und schließlich habe ich meinen Meister aus dem Wald drängeln und schubsen müssen, mit dem Hinweis: „Augen schön nach oben richten!“, um bloß nicht noch mehr Pilze einzusacken, die weitere Stunden an Putzarbeit fordern.

Allein, auch auf dem breiten Waldweg stolperten wir weiterhin unentwegt über Pilze, die auch noch im Vorbeigehen schnell in den Beutel wanderten.
„Nun ist aber Schluss! Weitergehen, weitergehen, hier gibts nichts zu sehen.“

Nun haben wir beide mindestens ein Pilzauge, und da ist klar: was der eine nicht sieht, sieht der andere. Und die einzige Frage ist allein die, wer das Pilzmesser bekommt.

Und auch letzten Samstag sprang mein Meister wieder mit den Worten: „nur mal kurz gucken“ in den Wald. Klar dass ich ihm folge. Klar dass wir wieder beide gleichviel finden. Klar war auch, dass ich ihn wieder aus dem Wald drängeln muss.

Die gesammelte Menge war damit geringer, aber immer noch reichlich für eine Mahlzeit. Dafür war dann der Spaziergang um so länger. Auch schön – so wie der Anblick des Waldes im Augenblick. Herrlich erholsam. Herrlicher Herbst.

Lasst es Euch gut gehen.

wenn dr de gastannchen of de birne gnalln

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… oder wie in unserem Fall die Eicheln – dann ist es Herbst.

Doch etwas verwundert reibe ich mir die Augen angesichts der noch so grünen Bäume. Kommt da so schnell noch kein Winter?

Unser Rosenstock zeigt wie jedes Jahr mit seiner letzten Blüte was er prachtvolles hervorzubringen vermag und lässt sie noch größer und schöner erstrahlen als all seine Kinder die Monate zuvor. Ein besonderer Anblick, da die überwiegende Zahl der Rosenblätter bereits welk oder gar abgefallen ist.
Die Vögel haben für ihren eigenen Futtervorrat gesorgt und mit dem verstreuen der  Sonnenblumenkerne aus dem Futterhäuschen ihre eigene Futterstation geschaffen. Diese stellt jetzt kleine zarte Kerne zur Verfügung. Eigentlich wollte ich das struppige Wildgewüchs schon lange aus dem Topf entsorgt haben, da es auch meiner Rose Kraft entzieht, doch wie ich heute sah, zeigt eine kleine Kohlmeise artistisches Talent, sich schwankend an der Bambusstange der Miniblüte zu nähern um dann ihr Futter zu erhaschen.
Dennoch helfen wir nach und füttern und füttern und füttern und…

Die Blumen auf dem Balkon verlieren nun nach und nach ihre Blätter und werden um- und weggeräumt, die Abdeckungen für Töpfe und Tische und Stühle bereitgelegt, und somit der Balkon nun langsam winterfest gemacht.

Wenn es aber das Wetter und die Zeit zulässt, machen wir einen Ausflug ins Umland und genießen die warmen Sonnenstrahlen der Herbsttage.

 

Lasst es Euch gut gehen.

sonnenentspannung immer am besten mit nougat

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Der Sommer tut mir wirklich den Gefallen noch eine Weile zu bleiben. Wie sehr ich diese letzten warmen sonnigen Tage genieße kann ich gar nicht beschreiben. Sie tun mir unglaublich gut. Gerade jetzt. So viel Licht, auch wenn die Dauer immer kürzer wird, streichelt mein Gemüt. Zucker für die Hormone. Jeden Sonnenstrahl sauge ich in mich auf. Und ich bemühe mich dabei Entspannung zu finden, was mir unglaublich schwer fällt. Immer wieder. Jetzt aber um so mehr, um mich von meiner Zahnentzündung und der Zahn-Op zu erholen.

Ja, es liegen einige größere Veränderungen bei uns vor. Ja, es läuft nicht alles so reibungslos ab wie wir uns das erhofften. Und ja doch, es ist auch keine Katastrophe wenn sich die Veränderungen noch etwas hinauszögern. Das weiß ich alles.
Dennoch verarbeite und ärgere ich mich intensiver und stärker darüber als ich es wahrhaben möchte. Dabei versuche ich doch alles um diese Widrigkeiten nicht noch zu verstärken oder sie zu sehr an mich heran zu lassen. Und doch ergreifen sie unbewusst von mir Besitz. Und alles an mir verkrampft sich und geht mir auf die Nerven. Wortwörtlich.
Mein „durchbeißen“ hat mich nun glatt einen Zahnnerv gekostet. Tot ist er, der Gute. Mausetot und nicht mehr zu retten. Und zum Abschied hat er mir noch eine ordentliche Entzündung im Wurzelkanal hinterlassen. Dem Himmel sei Dank für Schmerzmittel und Antibiotika. Und auch für Zahnärztinnen, die das Beste draus machen und dann noch einmal mehr zimmern und hämmern um den nächsten Tod vorzubeugen der auch schon absehbar war. Nein, Wurzelkanal aufbohren reicht mir fürs Erste. Trotz totem Zahn ist ja rechts und links noch Leben in der Bude, und die Anwohner beschwerten sich doch etwas über diesen Baustellentumult.
Nun ist Ruhe, wenn auch noch kein richtiger Frieden. Und dabei ist immer wieder Entspannung angesagt. Ohhmmm!

Da stricke ich doch gleich mal eine Runde kleine Socken. Und noch eine. Und nochmal eine. Und sehe dabei den waghalsigen Radfahrern in Frankreich zu. Genieße dabei schon das schönste Sommerwetter, welches mir von dort über den Bildschirm in die Stube flackert, und die wunderschöne Landschaft, an der ich mich kaum sattsehen kann. Ist sie doch größtenteils der kroatischen zum verwechseln ähnlich.

Die beiden Moderatoren sind dazu auch recht unterhaltsam und ich spitze nur zu gern die Lauscher wenn sie nur recht viel von der Region erzählen in der die Zweiräder gerade unterwegs sind.
Und nun befinden wir uns gerade in Montelimar.  – Und da wird zur zauberhaften Landschaft  – wir sehen da gerade das Chateau des Adhemar – gleich noch Charles Trenet herangezogen einen seiner lieblichen Chansons zum besten zu geben. „Village de Provence“ wird da passend zu Gehör gebracht. Wie schön und wie lieblich. Gleich dem berühmten weißen Nougat aus dieser Region.
Und was machen die beiden Moderatoren? Sie haben sich längst dieses Nougat besorgt und kauen mir geradewegs etwas vor. So war das nicht ausgemacht. Nur nicht jetzt ans Kauen erinnert werden. Also bitte Jungs, das geht doch so nicht.
Das letzte echt französische Nougat vom Dresdner Stritzelmarkt ist eine Weile her – und mir doch noch sooo gut in Erinnerung. Die französischen Verkäufer waren der deutschen Sprache nicht wirklich mächtig, aber sie konnten Nougat! Und was für welches! Eine kleine Armbewegung und man verstand sich, noch ein Ticken mehr von dem mit den Himbeeren auf die Waage zu legen. Ich habe noch nie ein derart gutes Nougat gegessen und ich habe auch noch nie soviel für Nougat bezahlt. Aber das war es wert. Nur wann ist wieder ein Stritzelmarkt, frage ich mich.?

Die Jungs im Fernsehen kauen unbeirrt weiter vor sich hin. Gemein sag ich da nur und wende mich sogleich wieder meiner Strickerei zu. Dann eben noch ein Socken …
und noch mal gute Musik:

Anleitung: Babysocken

Lasst es Euch gut gehen.

landpartie

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Spätestens dann, wenn wieder die Tafel vorm Eingang des Dorfgasthofes steht und diese mit „Rhabarbersaft und Himbeerbrause“ wirbt, weiß ich: es ist Sommer.
Dabei könnte ich fast meinen der Sommer in diesem Jahr geht jetzt schon zu Ende.

Viele Felder wurden bereits abgeerntet und weiterhin fahren die Traktoren und Mähdrescher in Kolonnen die Straßen rauf und runter. Selbst auf das spärlichste Getreide, was vielerorts ohne ausreichenden Regen zu karg und mickrig aus der Erde lugt, kann nicht verzichtet werden.

Wir fahren über Land und machen Halt am Turm „Johannas Höh“ in Pyrna. Diese Anhöhe auf der er steht, einschließlich seiner 12 Meter Höhe bieten eine fantastische Aussicht. Von oben genießen wir ausgiebig diese vielleicht gar letzten Sommerbilder und schauen lange hinunter ins Land.

Wie schön es hier ist. Einfach Idylle pur. Und ich finde ja, die jetzigen Zeiten schreien regelrecht nach idyllischen Bildern. Genau hier kann man sie finden. Und das so weit das Auge reicht. Und bei diesem Anblick kommt mir gleich ein Lied aus Kindertagen in den Sinn: „Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder …“ – weiter will ich noch gar nicht denken. Nein, noch keinen Herbst bitte. Noch nicht.

Und wie sinnig und stimmig für uns dann auch noch dieser in Stein gemeißelte Spruch ist, der im Steingarten vor dem Rundturm zu entdecken ist:

Der Mensch braucht ein Plätzchen
Und wärs noch so klein
Von dem er kann sagen
Sieh! Dieses ist mein
Hier leb‘ ich, hier lieb‘ ich,
Hier ruh ich mich aus
Hier ist meine Heimat
Hier bin ich zuhaus‘.

Lasst es Euch gut gehen.

 

wer sagt denn das wäre schnell gemacht?

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Ranunculus – Ranunkel – so manche Frage bleibt bei dir offen

Ein Strickprotokoll

  1. Anschlag mit schwarzer Wolle aus der Mottenkiste.

Die originale Anleitung zeigt 14M in der Probe und es werden 60M angeschlagen.
Bei mir kenne ich die MP nicht. Ich habe keine gemacht. Es soll eine erste Strickprobe werden, also ist mir die jetzt erst mal egal. Ich bin da ganz mutig und übernehme die Anzahl auch für meine dünne – sehr dünne schwarze Sockenwolle.

Mit der „Double Twist Loop Method“ komme ich gleich zum Anfang nicht klar. Immer wieder sehe ich auf den Bildschirm und folge der Videoanleitung der Strickdesignerin, und doch fällt es mir schwer die Maschen derart ohne Fingerbruch auf die Nadel zu bekommen. Warum nur muss es denn so ein komplizierter Anschlag sein? Gibt es nicht genügend andere dehnbare Anschläge, die leichter verständlich wären?
Dennoch würde ich mich gern an diese Anleitung der Designerin halten und den Anschlag hinbekommen und übernehmen…
Die 60 Maschen sind dann irgendwann auch endlich auf der Nadel – nun aber bekomme ich sie nicht vernünftig abgestrickt. Nein. Ich bekomme sie gar nicht abgestrickt! Auf meiner Nadel liegen aneinandergereiht nur umwickelte lose Ösen. Da sind keine strickbaren Maschen. Das Video zeigt hier auch keine weiterführende Lösung an. Kurzerhand gibt es bei mir ein unlösbares und unübersichtliches Fadengewirr auf beiden Nadeln, am Ende zurre ich das Gewirr nur noch fester und gebe schließlich auf und will neu beginnen. Doch nun bekomme ich sie noch nicht einmal mehr aufgetrennt. Ziemlich wütend schneide ich den Faden ab.

Der nächste Anschlag wird ein stinknormaler. Ist jetzt auch schon egal ob dehnbar oder nicht. Ein einfacher und schneller Anschlag muss her!
Der klappt dann auch und endlich kann es losgehen mit dem stricken.

Rechts verschränkte Maschen mag ich sehr und daher sind die ersten 7 Runden im Wechsel mit einer linken Masche ein Klacks und stricken sich nur so weg. Haach – so kann es meinetwegen weitergehen bis .. ja, bis Runde 8 kommt.

Die Runde 8 verstehe ich einfach nicht. Was ist nur dieses RLI? Right Lifted Increase – ja klar, verstehe. Aber die Umsetzung? Es gibt bei der Technikerklärung auf der letzten Seite der Anleitung zwar 3 Bilder dazu, doch die zeigen vorab rechts gestrickte Maschen. Ich habe hier aber ein linkes Maschenbild vor mir. Und bei diesen linken weiß ich jetzt einfach nicht in welche Schlaufe ich genau  einstechen soll. Einen Link aus der PDF Anleitung heraus gibt es dazu nicht.
Schnell noch einmal bei ravelry nachgeschaut… nein, auch hier steht kein Hinweis. Ich bin sicherlich mal wieder die Einzige die so eine simple Maschenzunahme nicht hinbekommt. Dazu brauchte ja wirklich noch keiner eine Videoerklärung…
Ich suche erneut in ihrer Videoübersicht nach RLI und finde doch noch ein Video dazu. Eine Schlaufe unter der nächsten Masche ist die meine und ich stricke diese ab. Auch wenn mich die ganze Zeit dieses ungute Gefühl beschleicht dass das doch nicht ganz richtig ist. Ganz falsch sieht es im Nachhinein aber auch nicht aus. Etwas ernüchtert, was diese Anleitung angeht, aber doch froh, beende ich diese 8. Runde.

Dann kommen die kurzen Reihen. Die sind nicht jedermanns Sache. Ich kenne sie vom Socken stricken, stricke sie aber auch nicht unbedingt gern. Hier sind die Maschenanzahl und das Wenden sehr gut beschrieben und ich komme schnell voran. Nach ein paar Reihen erklärt sich der Wechsel schon fast wie von selbst – doch nach einigen Runden später sehe ich auf der Vorderseite eine Reihe kraus rechts. Muss ich mich doch in einer Zeile verlesen haben und habe statt purl knit gelesen und nun ist da eine, zwar kleine, aber deutlich sichtbare falsche Reihe von Maschen. Mist. Egal – Probestück – weiter im Text.

Die Erhöhung hinten und vorn ist nach einigem Hin und Her geschafft und gefällt mir auch sehr gut. Nun geht es an die Rundung.
Jetzt erst verstehe ich auch die Unterschiede zwischen PM – platziere den Maschenmarker, RM – entferne den Maschenmarker und SM – versetze den Maschenmarker so richtig. Die kleinen Highlights zwischendurch. Ach ja, wieder was gelernt. Und dabei hört die Übersetzung nie auf.
Hier in Runde 2 steht schon wieder etwas was ich noch nicht kenne. RHN!? Was? Und noch LHN. Ist mir kein üblicher Strickbegriff. Und doch dämmert‘ s mir bei LHN dann noch eher. Also ich hätte jetzt hier einfach mal rechte und linke Nadel ausgeschrieben. Na ja.
Der Link zum Erklärvideo ist hier dabei und damit ist diese Schlaufen-Zunahme auch schnell verstanden. Diese Runde beginnt mir wieder Spaß zu machen.

Prompt kommt 2 Runden später schon wieder dieses RLI. Na das hab ich jetzt schon gefressen. Diese Zunahme ist nicht meine Liebste. Aber wenigstens habe auch ich jetzt passend rechte Maschen vor mir liegen. Da stimmen mal die Bildchen mit der Realität überein und ich bekomme es so halbwegs hin, denke ich da noch. Wurde ja auch Zeit.
Warum nur bleibt jetzt bei mir am Ende der Runde eine Masche übrig? Na vielleicht soll es ja so sein. Keine Ahnung. Macht erst mal auch nichts. Ich stricke weiter.
Nochmal RHN und LHN. Das mag ich inzwischen. Das Muster mit diesen langen schrägen Schlaufen ist wirklich schön. Wenn, ja wenn man in der nächsten Runde beim abstricken auch den Überblick behält und Schlaufe auch Schlaufe sein lässt.
Alle restlichen Maschen sind Durchläufer. Das geht schnell und ist nur Fleißarbeit.

Die Section 4 wird wieder eine Aufregerrunde – aber das merke ich hier noch nicht. Noch zähle ich wie eine Wilde einmal den halben Rücken ab, dann den einen Ärmel, das Vorderteil, nochmal einen Ärmel und die zweite Rückenhälfte.
Die zusätzlichen Ärmelmaschen aufnehmen ist mir ein Mysterium. Ob sie wirklich dahin gehören wo sie jetzt sind? Ich bin mir bis heute nicht ganz sicher.
Die Anleitung finde ich diesbezüglich schwer verständlich. Und mit der einen kleinen Applikation in der Anleitung kann ich so gar nichts anfangen. Auch deswegen kann wahrscheinlich der untere Teil bei mir nur eckig und zipfelig werden, wie ich schnell feststelle. So könnte ich das niemals lassen.
Ich sehe auch bei den Fotos anderer Strickerinnen länger angesetzte Ärmel. Das ist hier wirklich zu empfehlen. Also das nächste Mal die Maschen besser erst stilllegen, um sie dann weiter stricken zu können. Einfach nur Abmaschen sieht hier bei mir nicht gut aus. Die Ärmel beulen sich nach allen Seiten und rollen sich am Rand nach oben. Da ist ein Bündchenmuster zum Abschluss wohl das richtige.


Das soll mich jetzt aber weniger stören und ich stricke deshalb erst einmal weiter in Runden zur erforderlichen Körperlänge – ohne zu merken das ich mich bei der Maschenaufteilung gründlich verzählt hatte und nun auf der einen Seite zuviel Rücken habe. Dafür ist es dann auf der anderen Seite Vorn zu schmal. Außerdem ist ein Ärmelausschnitt viel zu weit.
Für Eine mit Buckel wäre es ein super Teil. Ich aber will nur schnell alles auftrennen, doch – halt – als Muster kann es mir vielleicht noch gute Dienste leisten. Somit lege ich vorerst meinen „Kleinen“ zur Seite und bin dennoch nicht ganz unzufrieden mit meiner tagelangen Arbeit. Ich habe das Muster getestet und für sehr schön befunden. Das ist doch schon mal was. Ich weiß jetzt das ich es auf alle Fälle größer stricken muss. Und beim nächsten Stück werde ich mich gesondert um die Ärmel kümmern, das ist damit auch schon mal klarer.

 

2. Anschlag mit hellroter Wolle:

Also zunächst eine Maschenprobe machen. Die ergibt 21 M, das heißt fast das Doppelte wie die Anleitung vorgibt. Da ich ihn aber wirklich weit haben möchte schlage ich gleich 120 Maschen an.
Dazu will ich noch einmal nach Videos der „Double Twist Loop Methode“ suchen. Ich will einfach nicht aufgeben. Diese Methode muss doch zu schaffen sein.

https://www.youtube.com/watch?v=iEwXLq_qbh4

Und tatsächlich finde ich diesmal die Methode eines Fingeranschlags, die mir nicht nur gleich gelingt – nein, sie hat auch noch mehrere Vorteile. Ich kann am Beginn des Knäuels anfangen, ohne später einen zu langen Schwanz von Faden übrig zu haben oder gar noch mal anfangen zu müssen, weil am Ende noch Maschen zu machen wären, es aber an Faden fehlt.
Dann kann ich zwischendrin immer mal wieder nachzählen ob meine Maschenanzahl hinhaut und kann auch dann, ohne großes Finger-Fadenlegen einfach schnell weiter aufnehmen.
Und letztendlich ist es wirklich ein super elastischer Anschlag. Ich bin begeistert.
Und sofort beschließe ich, diese Methode fortan auch bei anderen Strickstücken anzuwenden. Alles was nur halbwegs einen dehnbaren Bund braucht bekommt ab sofort diesen Anschlag!

Ich habe auch keinerlei Probleme diese Maschen abzustricken. Muss allerdings höllisch aufpassen dass ich den Faden dabei immer locker lasse. Bei einer Feststrickerin wie mir keine leichte Aufgabe. Aber sonst werden die Maschen nicht gleichmäßig. Und das würde man später am Kragen wirklich sehen.
Upps – doch einmal nicht aufgepasst vorhin bei der Aufnahme. Hier liegt der Faden plötzlich nur einmal über der Nadel. Da habe ich wohl eine Runde zu wenig gedreht. Nicht weiter schlimm. Ich trenne alle bisher abgestrickten Maschen wieder auf, zähle nach wieviel ich jetzt noch auf der Nadel habe und nehme dann neue Maschen wieder ab dieser Stelle auf. Bei diesem Anschlag Kikifax. Ich bin immer an der richtigen Seite des Fadens. Beim normalen Anschlag und dem darauffolgenden Wenden hätte ich jetzt alle Maschen auftrennen müssen. Was liebe ich diesen Anschlag. Und schon geht’s weiter.

Nun wieder RLI. Gott, gibt es da nix anderes? Das kann doch nicht sein. Das hier sind linke Maschen vor mir und keine rechten. Nochmal versuche ich mein Glück beim Videokanal und suche und suche. Da fällt mir plötzlich „LLI“ vor die Linse! Left Lifted Increase. Kann es das .. wirklich? Hää? Doch. Das sind linke Maschen, und aus denen wird unterhalb eine Masche zugenommen. Soll das jetzt aber vielleicht links- und rechtsgeneigt heißen? Mir doch egal! Das hier sind linke Maschen und aus denen wird Eine zugenommen. Also mache ich das jetzt genauso. Ha – wäre doch gelacht.
Und was soll ich sagen? Es flutscht. Und es flutscht immer besser. Haach, so schlecht ist diese Zunahme gar nicht. Und wirklich unsichtbar auf dem Strickstück. Klasse Sache.

Diesmal passe ich auch sehr genau auf, welche Seite ich bei den verkürzten Reihen gerade bearbeite. In meiner ausgedruckten Anleitung habe ich zusätzlich notiert ob ich gerade Rück- oder Vorderseite bestricke. Und es gelingt mir. Alle Maschen sind so rechts und links das es stimmt. Keine einzige falsche Reihe zu sehen. Läuft.

Nochmal RLI, aber nun alles rechte Maschen. Zur Vorsicht lege ich sie diesmal wirklich vorher auf die linke Nadel. Erst hatte ich einfach nur in die Masche eins tiefer eingestochen, aber irgendwie war ich nicht sicher ob das stimmt. Nun will ich es ganz genau machen und hebe nur die untere Schlaufe hoch  – und stricke sie ab.

Die Schlaufenzunahme RHN/LHN – wie ich sie fortan nenne – gefiel mir gleich und läuft auch wieder schnell von der Hand – bis ich merke dass ich bereits beim kleinen schwarzen Teil dabei einen entscheidenden Fehler gemacht habe. Nur jetzt beim helleren Garn wird es schneller sichtbar.
Schwarzes Garn strickt sich schwer, das wusste schon meine Oma und strickte es fürchterlich ungern. Also eigentlich nie. Und ich, in meiner grenzenlosen Lässigkeit, nahm auch noch im Halbdunkel einfach die Masche, die mir als erstes entgegensprang, und strickte eine nach der anderen ab. Schwerer Fehler. Denn nun entdeckte ich auch hier einige falsch abgestrickte Schlaufen. Mir gefiel die Schlaufenmaschenaufnahme einfach so gut, dass ich in der nächsten Runde denke die Schlaufen sortieren zu müssen und sie folgenschwer nicht als Erste vor hole und abstricke, wie es richtig wäre. Auch wegen des engen Strickens liegen nicht alle ganz deutlich vor mir, sondern drängeln sich häufig über Kreuz. Das Zusammenschieben auf der Nadel begünstigt dann auch noch das Wirrwarr, und somit stricke ich nun viele in der falschen Reihenfolge ab. Folglich sind nun einige nicht als schräge Schlaufen sichtbar, so wie es das Muster vorgibt.
Das geht natürlich gar nicht und kann auch so nicht durchgehen. Es sind auch zuviele falsche. Blöd nur das ich hier schon in Runde 51 des Strickstücks bin. Sofort eine Notiz in die Anleitung: Sicherheitsfaden einziehen! Dann: auftrennen.
Stop! Bevor alle Maschen aufgetrennt sind ziehe ich mir den Kragen noch mal drüber. Die Größe kann ich ja noch mal anhalten. Und stelle fest dass der Anschlag so flexibel dehnbar ist, dass es mir fast über die Schultern rutscht. Nein, so weit möchte ich das Teil nun auch nicht haben.

  1. Neuer Anschlag

Jetzt schlage ich nur 90 Maschen an. Nach der Anprobe bin ich der Meinung das sollte reichen. Da ich alles weitere genau nach Anleitung mache, lege ich zu Beginn gleich den Marker der Vorderseite bei 45 Maschen ein. Da brauche ich dieses Mal nicht erst lange abzuzählen um die Mitte zu treffen beim kurze Reihen stricken. Denn da gibt die Anleitung die genaue Maschenzahl vor, bezogen auf die ersten 60 Maschen des Anschlags. Bei mir sind es ab jetzt immer um die Hälfte mehr.

Meine ganz spezielle Runde 8 und das LLI stricken: die Schlaufe der linken Masche hoch auf die Nadel heben und gleich rechts verschränkt abstricken. Klappt jetzt auch super mit dieser einen Runde auf linkem Maschenbild. Wenn man weiß wie es geht. Ich bleibe bei meiner Ansicht, dass es da hapert in der Anleitung. Da ich aber eher stur gewickelt bin will ich es ganz korrekt machen. Nämlich so:

https://www.youtube.com/watch?v=Idu75e2L9dc

Auch die linke Masche selbst rechts verschränkt stricken – in der Anleitung ist auch hier rechts stricken angegeben. Klar, bei rechtem Maschenbild mag das richtig sein. Es ist und bleibt in dieser Runde aber links.

Dann wieder die kurzen Reihen. Fertig. Ich bin eingegroovt.

Schräge Schlaufen. Schööön langziehen. Ich weiß bescheid. Und auch beim abstricken habe ich es endlich intus: die neue Masche muss zuerst! Das ist noch manchmal ein Gefummel, aber da muss sie durch. Her mit dir und ab nach Vorn! Ja, jetzt liegen alle richtig. Bitteschön. So seht ihr auch gut aus.

Das Ärmelmaschenabzählen hatte ich diesmal auch beizeiten geklärt und zur Sicherheit noch meinen persönlichen Strickrechner mit einbezogen.
210 Maschen sagt die Anleitung – ich habe 315. Wie ist die Einteilung meiner Maschen für alle Teile? Recht ungerade! Mhhhm. Aber nicht schlimm. Wegen einer Masche mache ich mir da keinen Kopf. Um das wieder gerade zu bekommen kann ich in einer Runde einfach noch eine Masche zunehmen. Kenne mich ja jetzt aus mit RLI- da bin ich Fachfrau.

54 – 50 – 107 (aber später 108)  – 50 – 54 – das ist meine Aufteilung. Und beim Marker setzen nehme ich gleich nach der 3. Masche eine neue auf. Dann wird’s passend und gleichmäßig in allen folgenden Zunahmerunden.

Nun die Ärmel. Und wieder stehe ich mit der Aufnahme der neuen Maschen unterhalb des Ärmels auf Kriegsfuß. Wobei die eigentliche Zunahme nicht das Problem ist. Die ist klar. Nur wie und warum soll ich das Strickstück drehen? Wodurch soll ich stechen, um die Ärmel zu schließen? Das Erklärbild bleibt mir dauerhaft ein Rätsel. Nichts bei mir sieht nach dieser Vorlage aus, da kann ich drehen und wenden wie ich will.
Ich möchte und muss auch mehr Maschen aufnehmen, da ich ja ein anderes Maß habe. 6 Maschen sagt die Anleitung, bei mir werden es dann 10.
Letztlich sieht es auch schon besser aus und zipfelt vielleicht nicht mehr ganz so – zufrieden bin ich dennoch nicht. Das nächste Mal muss ich sie unbedingt erst stilllegen und danach weiterstricken. Geht einfach nicht anders. Das hier wird nicht mein Wunschgesamtbild werden. Aber einmal wollte ich es noch probieren. Vielleicht hätte .. na gut – abgehakt.
Und eigentlich sind diese geplant weit offenen Ärmel auch schön – zumindest auf den Fotos der Designerin.
Auf meine Nachfrage hin was ich denn falsch gemacht haben könnte oder ob sie einen Hinweis auf ein Video zum besseren Verständnis für mich hätte habe ich auch nach Monaten keine Antwort erhalten.

Ich bleibe dran. Stricktechnisch sowieso. Das kann nur besser werden.

Lasst es Euch gut gehen.

warten auf regen

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Ich sitze auf dem Dach des Hauses und lass die Beine über den Rand baumeln.
Die Sonne brennt mir auf den Kopf. Es ist heißer hier oben als ich dachte. Hätte ich doch nur meinen Hut aufgesetzt. Aber ihn jetzt noch holen will ich nicht. Dafür bin ich zu träge. Ich will einfach nur hier sitzen und mich nicht bewegen müssen.
Schaukeln wäre jetzt allerdings schon schön. Da wo ich konnte habe ich immer gern und viel geschaukelt. Manchmal auch zu doll und zu lange, bis mir irgendwann schlecht wurde.
Aber hier oben auf dem Dach kann ich nur die Beine hängen lassen. Mehr Bewegung ist nicht möglich. Außerdem ist das Dach ziemlich heiß. Ich will es daher nicht anfassen müssen. Zum Glück sitze ich auf der Jacke, sonst wäre es gar nicht auszuhalten. Es hat sich richtig aufgeheizt das Dach.
Wenn es doch nur mal regnen würde.
Die vergangenen Wochen wurde immer wieder Regen versprochen. Aber alles was runter kam waren wenige Tropfen. Ein richtiger Guss wäre jetzt toll. Ich habe ja auch deshalb meine Jacke dabei. Und wenn es jetzt aus allen Wolken schütten würde, dann könnte man sehen wie das Dach dampft. Das ist so ein toller Anblick.
Die Sonne brennt wirklich ganz schön.
Ich breite meine Jacke etwas mehr aus und lege mich hin. Hier oben bin ich ganz allein und es ist friedlich still. Dabei beobachte ich die wenigen Wolken am Himmel über mir. Keine einzige bleibt mal stehen. Alle ziehen sie unentwegt weiter. Wo wollen sie denn nur hin? Bleibt doch da. Hier braucht es euch doch auch!
Wenn es doch nur endlich regnen würde.

So trocken ist es überall. Ich kann es von hier oben sehen. Die große wilde Wiese da hinten, vor kurzem noch saftig grün, zeigt sie sich jetzt gelb bis braun. Und kaum ist eine der wenigen Mohnblumen aufgeblüht und leuchtet weit in ihrem betörendem Rot, lässt sie auch schon wieder alle Blütenblätter zu Boden fallen. Als ob es sich nicht lohnen würde die volle Schönheit länger zu zeigen. Es ist aber sowieso keiner da, dem sie sie zeigen könnte. Bei dieser Hitze verlässt kaum einer das Haus. Ringsum sehe ich nur wenig Leute. Es ist sehr ruhig auf der Strasse. Wahrscheinlich hat heute niemand Lust sich zu bewegen. So wie ich. Ich warte einfach nur ab. Ich warte auf Regen. Und bis dahin werde ich mich auch kein Stück von hier weg bewegen und auch nicht aufhören weiter zu träumen. <<*

sind noch büchsenbohnen da? ich will kuchen machen

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Bohnenkuchen? Das hält man doch für einen Jux, oder?
Aber ja doch. Den gibt es. Und als ich dann die Zutaten genauer betrachtete wurde es klarer. Bohnen sind die pure Stärke und damit auch perfekt für einen Kuchen geeignet. Na ja nun. Das ‚Perfekt‘ ist am Ende doch Ansichtssache – oder eher Geschmackssache. Denn obwohl immer wieder in Bewertungen behauptet wird die Bohnen schmecke man überhaupt nicht raus … wir taten es doch. Und damit lautet unser Fazit: Kidneybohnen muss man schmecken mögen, sonst ist der ganze Kuchen nichts.
Wir mögen sie schon, müssen sie dennoch nicht gleich wieder haben. Aber ab und zu ist das OK. Sogar im Kuchen.

Nun haben wir diesen Bohnenkuchen gebacken und getestet und letztlich für gut essbar befunden. Ein ganz großer Vorteil für mich: er ist und bleibt schön saftig. Darin stimmen auch die Bewertungen alle überein. Und bei glutenfrei ist das prinzipiell ein Hauptgewinn. So war er auch, gelagert im Kühlschrank, noch am 3. Tag wie frisch aus dem Ofen.
Nur das mit dem häufig angepriesenem „echt schokoladigem Geschmack“, das war für uns zu wenig. Die Bohnen sind herb und drängten sich daher immer vor. Obwohl sie auch eben genau dadurch wunderbar mit Kakao, Schokolade und sogar Kaffee harmonieren. Nach unserem Geschmack bedürfte es vielleicht einfach nur wirklich ein Häppchen Schokolade drin und von dem Kakao auch eine Schippe mehr . Aber das ist nun mal Geschmackssache und muss jeder für sich individuell entscheiden. Da wird es kein allgemeingültiges Rezept geben. Wie schon gesagt: Die Bohnen sind halt eigen.
So auch in ihrer Konsistenz. Damit ging es nämlich weiter.
Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher eine super Arbeit mit meinem Pürierstab geleistet zu haben. Doch die Schalen der Dosenbohnen waren widerstandsfähiger. Somit gabs am Kuchen einiges zu kauen. Und Kuchen mit Schalenstückchen … nun ja.

Aber zum ausprobieren ist dieser Kuchen generell zu empfehlen. Manchmal ist herb und schlotzig gerade gewünscht. Und vielleicht probiere ich das Ganze ja auch noch mal mit Bohnen anderer Art mit weniger intensivem Geschmack nach Bohne aus.

Vorerst war das unser Rezept:


Kidneybohnen im Kuchen

1 kleine Dose Kidneybohnen (abtropfgewicht 255g)
75g Zucker
50g Kakao
1 großes Ei
1EL ÖL
1EL Milch
2 Spritzer weißer Balsamico Essig
1TL Backpulver
1TL löslicher Kaffee

Die Bohnen zuerst mit einem Zerkleinerer zu Brei verarbeiten. Dann alle anderen Zutaten vermengen und die Bohnen zugeben. Dann, wie oben zu sehen, in eine 15 cm X 20 cm 1 1/2 Liter gefettete Auflaufform den Teig füllen (oder in eine kleinere form, wer die teilchen höher haben möchte).
Bei ca. 170 Grad ca. 45 Minuten backen. (je nach höhe des kuchens verschieden)
Der lösliche Kaffee ist eine Option, geht aber auch in entkoffeiniert. Und wer mag kann noch Vanillearoma dazu tun.

Lasst es Euch schmecken.

lobeshymne an die haarige wilde

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Die Brennnessel lieben? Na ich weiß nicht recht. So weit würde ich nicht gleich gehen. Aber eine gewisse Hassliebe ist es bei mir auf jeden Fall.
Diese Pflanze ist ein echter Allrounder, wohl wahr. Nicht nur zum Essen und Trinken allein, nein gar als Heilpflanze ist sie berühmt berüchtigt. Und genauso geeignet als Pflanzenschutz und zur Pflanzendüngung. Wenn, ja wenn nicht diese fiese Stecherei von ihr wäre. Und diese Erfahrung machte ich bereits mit 4 oder 5 Jahren bei meiner Uroma auf dem Land. Sie nahm mich mit zum Feld, an dessen Rand viiiel Brennnessel wuchs, die sie tagtäglich für die Gössel rupfte. Natürlich wollte ich ihr dabei gleich mithelfen und griff genauso beherzt zu wie sie es selbst tat … Allerdings fuhr ihr gleich der Schreck in die Glieder, als sie mich plötzlich hinter sich schreien hörte… Aber damit war diese Lektion für mich auch schon mal fürs Leben gelernt. √
Nur das meine Oma diese Biester weiterhin ohne Handschuhe ausriss, das will mir bis heute nicht einleuchten.

Im Salat zum Beispiel kann ich mir die Brennnessel immer noch nicht vorstellen, obwohl da viele drauf schwören. Aber immerhin, wenn ich wie dieses Jahr mal dran denke, wird sie in rauen Mengen frisch und jung im Frühjahr gepflückt, um sie dann aufzuhängen und zu trocknen. Unsere Kaninchen sind nämlich wie verrückt darauf und schnurbsen sie nur so weg. Das ist dann jedes Mal eine leckere Bonbongabe zwischendurch, nur eben in gesund.
Aber jetzt höre ich immer wieder wie gut sie auch als Ungezieferbekämpfung für Pflanzen einzusetzen ist.
Nur würde ich nicht so einen stinkenden Eimer auf dem Balkon stehen haben wollen, wie das Frau Winnemuth in einer hinteren Ecke ihres Gartens tat. Aber es soll wohl bereits ohne stinken möglich sein so einen Brennnesselsud mit Regenwasser herzustellen.
Da bin ich jetzt schon fast in Versuchung das mal auszuprobieren und anzusetzen. Und dann, kurz bevor es zum unerträglichen Gestank umkippt, an den kleinen Rosenstock mit seinen dicken Blattläusen zu verabreichen. Wenn’s hilft.

Bleibt alle gesund.