das leben des weihnachtsbaum

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , ,

Mich dauert es jährlich aufs neue. Das Leben eines Weihnachtsbaumes ist einfach viel zu kurz. Sicher, manche Exemplare bleiben bis März in der Stube stehen, aber davon halte ich auch nichts. Das dauert mich genauso.

Aber so mancher Weihnachtsbaum hat einfach Glück gehabt und findet ein Leben nach Goldkugeln und Stanniol Lametta. In einem Küchenutensil. So einfach kann es gehen. Und auch so nachhaltig.

Da wir schon seit Jahren keinen echten Weihnachtsbaum aufstellen, bat ich meine Eltern um Ihren Baum. Aber auch auf den Sammelplätzen kann man fündig werden.

Aus dem Stamm eines solch kleinen Baumes lässt sich nämlich ein super Quirl herstellen. Macht etwas Arbeit, aber es lohnt sich.
Ich habe so manche Holz – „Rührgeräte“ im Einsatz und wenige behaupten sich auch. Wiederum andere sind dann nur fürs Auge schön und bei mir schnell weggegeben, wenn sie nicht alltagstauglich sind.

Den Baumquirl gibt es bei mir nun in einer kleineren und einer größeren Variante. Je nach Menge und auch dem Gefäß, in welches er gut reinpasst.
Entscheidend ist es, einen Stamm mit so vielen Verzweigungen wie möglich zu finden. Bei meinen sind es jeweils 6.
Zuerst muss er auf die gewünschte Länge gesägt werden. Dann wird er mit einem Messer geschält, danach gereinigt und zum Schluss mit Sandpapier glatt gemacht.

Und dieses Jahr nun, soll es kein Quirl mehr sein, sondern ein paar Knöpfe.

Unsere Nachbarn haben uns bereits im letzten Jahr ihren Baum gespendet und er wurde bereits entastet. Ich gehe nun sogar davon aus, er ist jetzt so gut durchgetrocknet, dass es an der Zeit ist ihn zu bearbeiten.
Als bereits bei der Quirl Herstellung 2 kleine Holzknöpfe abfielen, gefielen die mir sooo gut. Und mein Meister versprach mir weitere Knöpfe zu sägen. Ich hoffe er kommt bald dazu. So kann auch ein Weihnachtsbaum dann an kleinen Mützen weiterleben.

Lasst es Euch gut gehen.

wollwaschtag

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Der Winter ist zurück. Und es sind diese besonders schönen Wintertage, an denen nicht nur viel Schnee liegt, sondern noch die Sonne scheint. Mein Herz frohlocket.

Und diese Schneetage sind zudem hervorragend dazu geeignet, all die Wollsachen zu „waschen“ die nicht in der Maschine gewaschen werden dürfen. Sämtliche Schals, Handschuhe und Mützen bekommen nun ihre Handwäsche der besonderen Art und werden ausgiebig im Schnee gewälzt. Ausschütteln, trocknen lassen und fertig. Alles frisch. Das nutze ich jedes Mal nur allzu gern. Und auch wenn es nur Kunstfell ist, waren heute gleich noch die umgeschlagenen Fellränder meiner kurzen Winterstiefel dran.

Nun wird mein Stapel an Baby Wollmützen immer höher und ich möchte Euch nur zu gern davon zeigen. Jede ist anders und wird damit zum Unikat.

Langsam aber stetig arbeite ich mich durch meine vielen gespeicherten Anleitungen und bin dann hin und wieder damit überfordert. Ich suche und suche und hoffe jedes Mal darauf, die geeignetste für das noch vorhandene Garn zu finden. Nicht immer ganz leicht. Ich habe nun nicht mehr Massen an Wollknäuel in der Kiste, aber von dick bis dünn, also Nadelgröße 8 bis 4, ist noch alles dabei.

Hier habe ich das Garn „Cumba“ von GGH verarbeitet. Die Lauflänge von 150m ist sehr gut für Babymützen geeignet. Dafür hat es die richtige Dicke.
Hier ist der überwiegende Teil Schurwolle, mit einem Anteil von Alpaka und Polyacryl. Sie ist sehr weich und kuschlig, und gerade noch formstabil. Aber vor allem sehr leicht.

Und wie manche vielleicht schon gelesen haben, bekommen sie seit neuem von mir Namen nach ukrainischen Städten. Den Grund könnt ihr Euch ganz sicher denken und auch hier noch einmal nachlesen.

Dies hier sind einmal die „soledar“ und die „snischne“, und wurden, etwas abgewandelt, nach der Anleitung „Winter Baby“ von Drops gestrickt.
Die rechte
„slawjansk“ habe ich nach eigener Anleitung gefertigt.

Lasst es Euch gut gehen.

wenn’s kalt wird

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Er ist da, der Winter. Ja, zum Glück gibt es ihn noch. Es hat kräftig bis langanhaltend geschneit und dann wurde es knackig kalt. Bis minus 14 Grad in der Nacht.
Ich freue mich über diese „weißen Tage“. Und ich liebe es sehr durch diesen knirschenden Schnee zu laufen.

Und bei dieser Kälte verlangt es nach etwas wärmendem um den Hals. Ein Loop ist da genau richtig. Und da braucht es nicht mal sooo kalt zu sein, denn der ist auch für minder kalte Tage als Rollkragen sehr passend.

Dieses Muster fand ich im Netz, und es gab dieses Strickpaket offensichtlich vor längerer Zeit mit 2 Knäuel Wolle unter dem Namen „Vicuna Cowl“ von der Firma Amano zu erwerben.
Dazu fand ich ein Foto und konnte mit ein wenig Anstrengung eine Anleitung daraus schließen.

Die Wolle ist die „Rimu“ von zealana, die ich schon einmal hier verstrickt hatte und sich davon noch Restbestände fanden, die ich nun für den Loop verwenden konnte.

Ich habe von dem Garn 120 Maschen angeschlagen.
Es werden über 3 Maschen 3 Reihen kleine Zöpfe gestrickt, unterbrochen von 2 Reihen linke Maschen. Dieser Rapport von 15 Maschen wird 3 Mal wiederholt.
Er ist ca. 20 cm breit und 21 cm lang, wiegt 38g.

Kommt gut durch die eisigen Tage.

Lasst es Euch gut gehen.

einmal geht noch

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , ,

Da isse wieder. Die wundervolle Weihnachtswelt. Und diesmal ist es wirklich das letzte Mal.

Wir konnten es uns natürlich nicht entgehen lassen in dieser Saison noch einmal dabei zu sein. Denn dieses Jahr im Dezember schließt die Weihnachtswelt für immer ihre Pforten. Den Grund dafür könnt ihr auf der Homepage nachlesen.

Bei fast sommerhaften Temperaturen sattelten wir nun die Hühner und düsten wieder einmal zur Scheune des überflutenden Weihnachtsspektakels. Einmal volle Dröhnung Weihnachtstaumel intravenös bitte…

Es ist seit unserem letzten Besuch einige Zeit vergangen und wir sahen dass viel umgebaut wurde, in der Weihnachtswelt. Einige Räumlichkeiten wurden gänzlich verändert, andere etwas erneuert. Es ist alles moderner geworden.

Und sonst so? Na zum Glück war’s wieder verlässlich weihnachtlich.
Es roch gleich am Eingang lieblich nach Schokolade und allerhand Kerzendüften.
Es glitzert, glimmert und leuchtet in allen Räumen und Ecken.
Es blinkt bunt bis hoch an die Decken.

Alles in allem war es wieder übervoll in der Scheune. Alle Sinne wurden weihnachtlich angeregt und bedient, so dass ich auch wieder verlässlich überfordert war und mich einfach nur berieseln lies. Das ist für mich nur hier erlebbar. Herrlich.
Und auch schade.
Mit Wehmut verließen wir diesjährig diese wundervolle Weihnachtswelt.

Lasst es Euch gut gehen.

alles doof ohne dich

Schlagwörter

, , , , , ,

Nun ist es schon fast eine Woche her das du nicht mehr bei mir bist. Du fehlst mir so sehr.

Du liegst nie mehr neben mir und ich kann es noch gar nicht richtig verstehen.
Wer soll mich denn jetzt in der Nacht wärmen? Du weißt doch das ich immer kalte Ohren habe.

Ich weiß das du sehr krank warst. Immer wieder bist du in diese schwarze Tasche gesetzt worden und warst lange Zeit weg. Regelmäßig mussten sie dir einen Backenzahn kürzen, obwohl du zwei Operationen zum Entfernen hattest.
Und dann war diese große Operation vor 2 Jahren, bei der sie dir einen Tumor rausgeschnitten haben und noch die Gebärmutter. Das hast du so weggesteckt! Ich hatte viel mehr Angst vor deiner Halskrause, mit der du ungebremst überall hin gedüst bist und schon mal stecken bliebst. Aber du sahst dann lustig aus mit Frauchens Strumpfhose um den Bauch. Du hast dich davon so gut erholt. Alle dachten du hast es damit für immer überstanden.
Und dann bekamst du auch noch diese Diabetes. Irgendwann mal. Keiner weiß es. Aber dein Augenlicht wurde immer weniger. Zuletzt konntest du nur noch wenig mit einem Auge sehen. Das war nicht leicht für dich. Aber du hast dir nichts anmerken lassen. Du bist einfach Frauchen regelmäßig über die Füße gerannt, nur weil du dachtest du bekommst nix zum Abendessen. Früher konntest du sie in der Küche gut sehen und hast abgewartet.

Nun hatten sie dich wieder in die Tasche gesetzt und mitgenommen. Sie haben dir wieder einen Tumor raus operiert. Alle sagten du kommst bald wieder. Gleich nach der Operation hast du angefangen zu fressen … und doch … wenige Zeit später, bist du noch in der Praxis eingeschlafen. Unerklärlich. Vielleicht konntest oder wolltest du nicht mehr. Wieder so ein Leibchen um den Bauch. Wieder diese lange Zeit der Heilung. Hattest du das alles satt?

Das Fressen macht keinen Spaß mehr ohne dich. Frauchen schimpft mit mir das ich das Meiste liegen lasse, obwohl sie nur so wenig in die Schüssel tut. Dabei hast immer nur du das allermeiste Heu, die Salat- und Kräuterstiele, das harte Trockenfutter und überhaupt alles an Frischfutter restlos aufgefressen. Weiß sie das nicht? Auch wenn ich jetzt allein wieder Apfelchips und Obst bekomme, will ich es kaum. Es machte nur mit dir Spaß gemeinsam zu knuspern. Du konntest aber auch schnell fressen! Wie geht das? Ich krieg das im Leben nicht hin.

Frauchen und Herrchen erzählen oft von dir was du alles angestellt hast. Worauf und wohin du überall gehoppelt bist. Sofort stelle ich dann meine Ohren auf, wenn dein Name fällt. Das höre ich zu gern. Ich glaube Frauchen hat schon was gemerkt, dass ich das verstehe. Sie guckt dann immer. Aber ich tue so als ginge mich das nichts an.

Du hast das neue Haus sogleich geliebt und in Besitz genommen. Warst viel unterwegs in deinem ‚Hummelland‘ – wie Frauchen und Herrchen es nennen.
Einmal bist du in ihr Schlafzimmer ausgebüxt. Die Tür war einen Spalt weit offen. Man, was warst du da schnell! Und wie du unters Bett verschwunden bist, und sie es halb auseinander bauen mussten um dich vorzuholen. Völlig außer Puste vor lauter Aufregung und Freude über das Versteckspielen kamst du wieder zurück. Weißt du noch? Danach haben sie genau darauf geachtet die Tür geschlossen zu halten. Und du hast immer wie wild an die Tür gehauen und gekratzt, ob du sie womöglich aufbekommst.
Ich bin dir nie gefolgt. Niemals laufe ich über diese glatten Böden! Obwohl Frauchen behauptet sie wären gar nicht so glatt wie Fliesen, die auch du nicht betratst. Das macht für mich keinen Unterschied. Wie hast du das nur immer geschafft? Du bist auch manchmal gerutscht, aber dich hat das nie gestört. Dafür habe ich dich immer bewundert und dir oft sehnsüchtig nachgeschaut.

Du weißt, ich laufe nur über Teppiche. Und am liebsten liege ich darauf sowieso unter dem Sofa. Frauchen gefällt das gar nicht. Sie will mich immer motivieren vorzukommen oder möchte sogar knuddeln. Aber da laufe ich Gefahr das sie mich hochhebt. Doch genau wie du mag ich es gar nicht wenn mich jemand hoch nimmt und festhält. Streicheln ist in Ordnung. Aber immer nur mit allen vier Pfoten am Boden!

Frauchen und Herrchen vermissen auch sehr, uns zuzusehen wie wir uns regelmäßig Abends vor dem Fernseher synchron die Wangen leckten. Das vermisse ich auch so sehr. Nur mit dir konnte ich so toll schmusen und spielen. Du warst meine süße Wilde, hummelige Freundin. Nur du hast mich als Einzige immer verstanden. Nie warst du kratzbürstig oder bissig. Nicht mal zu Frauchen oder Herrchen. Und die kannten das schon anders.
Na gut, dein Fressen hattest du am liebsten allein. Aber damit war ich einverstanden. Ich habe mir schon geholt was ich brauchte. Damit war ich zufrieden. Hauptsache du warst bei mir.
Mir fehlt dein unermüdliches Gescharre in der Katzenklokiste. Mir fehlt dein Nagen und Reißen im Pappkarton. All das hat mich immer sehr beruhigt.
Jetzt ist alles doof ohne dich!

Damit hoppel ich mal wieder unters Sofa.
Dort riecht es immer noch so herrlich nach dir. Und hin und wieder finde ich auch noch Ecken, an denen dein Fell wie ein kleiner kurzer Vorhang hängt. Dort bin ich am liebsten.

Mach’s gut liebe Hummel. Wir sehen uns ganz bestimmt wieder.
Dein Rudi (Rüdiger)

schau in den garten

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , ,

Die Landesgartenschau fand dieses Jahr nicht weit entfernt von uns in Torgau statt. Also war ein Besuch dessen schnell eingeplant.

Im Sommer war es uns aber zu warm und eventuell zu voll, und so schoben wir es eine ganze Weile vor uns her. Doch endlich, auf die letzten Tage hin, sollte es noch sein. Anfang Oktober wurde die Gartenschau beendet.

Es war wieder einer dieser geschenkten freien Tage. Abgeknappst und mitten aus dem Alltag gesprungen. Das sind die schönsten. Und wir haben dazu einen herrlich sonnigen Tag für unseren Besuch erwischt. Diesen genossen wir ausreichend und bummelten genüsslich die Wege entlang.

Wie spaßig dann, dass es auch dort wieder eine Rutsche gab.. verfolgt uns irgendwie dieses Jahr. Und ich hatte erst so gar kein Verlangen darauf. Überwand mich dann aber doch. Unten angekommen waren wir sogleich einer Meinung: kein Vergleich. Diese hier ist entspannt sacht abfallend. Eine nette Abwechslung.

Einen Streichelzoo gab es auch, und da bin ich sowieso die Erste drin. Leider ohne Futter, daher wurde ich vom Schaf schnell wieder ignoriert. Bäähh..

Blumen gab es eine Menge. Im Wechsel der Jahreszeiten im Oktober sicher ganz andere als im trockenen heißen Sommer. Vielleicht sogar mehr.
Hunderte Fotos hätte ich machen können.

Viele von den Gewüchsen hätten wir auch gern im Garten stehen. Da ist immer noch gut zu tun.
Es gab Inspirationen aller Art zum Umsetzen… ob und wie jeder möchte.

Ein herrlicher Tag.

Lasst es Euch gut gehen.

das feld

Schlagwörter

, , , , , , ,

Manchmal fallen einem Bücher zu, ohne dass man direkt nach ihnen sucht.
Bei unserem Urlaub in der Steiermark wieder so passiert. Diesmal war es „Das Feld“  von Robert Seethaler.
Mein Meister entdeckte es in einem Aufsteller im Supermarktgang und war nach kurzer Übersicht schnell angetan. Und manchmal sind es zum Glück auch gleiche Leseinteressen bei uns beiden, und somit kam es mit.

Obwohl ich mir 2 Bücher für den Kurzurlaub eingepackt hatte, wollte ich dennoch am Abend im Hotelzimmer nochmal kurz nachschauen worum es bei diesem Buch genau geht. Es klang so vielversprechend. 24 Stunden später hatte ich es ausgelesen.

Es ist wunderbar kurzweilig geschrieben. Die Thematik ist spannend.
Was macht unser Leben aus? Was bereuen wir später vielleicht? Oder auf welche Entscheidungen sind wir unheimlich stolz?

Robert Seethaler gibt den Toten auf einem Friedhof eine Stimme und lässt sie aus ihrem Leben erzählen. Kuriose Geschichten, traurige und bizarre.
Nicht immer sind alle auserzählt, fand ich, und nicht alle Personen in diesem Ort sind, wie angedeutet wird, miteinander verbunden.
Eine Tote gibt nur den Kommentar ab: „Alles Idioten!“

Für mich waren es zu viele Personen. Und oft hatte ich den Wunsch es gäbe mehr Aufklärung, mehr Auflösung einer Geschichte und überhaupt mehr Verstrickungen mit anderen Bewohnern des Ortes. Ich sah da hin und wieder Potential. Mein Meister ebenso.
Am Ende blieben bei uns einige Fragen offen.
Und manche Geschichten wirkten für mich als ob dem Verfasser nichts weiter dazu einfiel und er diese damit schnell beendet haben möchte, um lieber eine Neue zu erzählen. Schade.

Aber für seinen Schreibstil und den Plot der Geschichte möchte ich ihn loben.
Was bleibt nach uns? Wieviel können wir beeinflussen? Womit sind wir am Lebensende zufrieden, gar glücklich? Bleibt nach dem Tod etwas ungesagt oder ungetan?

Lasst es Euch gut gehen.

von gleich auf jetzt in die steiermark

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , ,

Eine schnelle Entscheidung war das, dieses Jahr doch noch einen Sommer – Kurzurlaub zu verleben. Es war ungewohnt, nach 2 Jahren Pause, plötzlich einen Urlaub zu planen und Koffer zu packen. Ich war völlig aus der Übung. Aber wir hatten es uns so verdient. 2 Jahre Bauzeit bleiben auch irgendwie hängen. Und dabei sind wir auch immer noch nicht fertig.
Drei Tage nach Buchung ging es auch schon los. Eine Woche Graz mit Umgebung. Und wie herrlich war es, mal wieder österreichisch zu hören. Ich liebe es. Die Österreicher haben einfach für alles die schöneren Begriffe. Das geht mit den „Paradeisern“ schon los. Einfach nur „offen“ oder besser „aufgsperrt“. Einfach nur „Espresso“ oder besser „kleiner Brauner“. Einfach “ Umzug“ oder besser „Übersiedlung“. Entscheidet selbst.

Das Wetter war perfekt. Immer wenn es für uns darauf ankam schien die Sonne mit gefühlten 26 Grad. Nur Abends und Nachts regnete und gewitterte es manchmal. Oder es kam am Tag zwischendurch ein kurzer Guss, der kaum zu sehen und daher auszuhalten war.
Die Steiermark ist uns seit Jahren vom Rückweg aus Kroatien etwas bekannt. Wenn wir dabei auch noch lange nicht alle Ecken kennen lernen konnten. Aber das Klima ist eh ein besseres als bei uns und es gibt immer Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Eine davon, und das war die beeindruckendste und leider schmerzhafteste, war in Graz die rasante Bergtour abwärts. Dazu komme ich später.

Gleich den ersten Tag machten wir uns zu Fuß auf den Weg und es ging hoch hinauf. Wir liefen über den oberen Plattenweg zur Stephanienwarte. Eine grandiose Aussicht über Graz belohnte uns für diesen Anstieg. Wir liefen wieder runter, vorbei an Apfelwiesen und gingen durch die Rettenbachklamm. Da wo es sich anbietet sind wir immer wieder Gast einer Klamm. Jede ist anders schön, aber eben immer schööön.

Danach leuchteten riesige Apfelplantagen in rot und gelb und auch durch diese ging es nochmals steil bergauf. Wir wollten eigentlich einen anderen Weg zurück nehmen, verpassten ihn aber wahrscheinlich und standen nun atemlos wieder an der Warte. Zweimaliger Aufstieg an einem Tag. Davon hatten wir noch die nächsten Tage was.

Damit war auch klar einen Tag auszuspannen und wir verlümmelten diesen mit einem Buch auf einer Wiese.

Einen anderen Tag liefen wir zu einer Burgruine hoch und hatten dort einen tollen Ausblick auf die Landschaft und die Autobahn, über die wir angereist waren.

Da das Wetter auch noch durchaus sommerlich war, kam uns die Idee Baden zu gehen. Aber einen Badesee zu finden stellte sich als schwierig heraus. Der nächst gelegene See hatte derart viele miese Bewertungen, dass wir uns diesen Weg gleich ersparten. So viele Stimmen konnten nicht irren. Schade.
Dann lieber zum Thalersee. Dieser ist zwar zum Baden weniger geeignet, aber für einen Rundgang durchaus einen Besuch wert. Das Waldcafe direkt am Ufer wurde neu erbaut und erst Ende August eröffnet. Die Speisekarte läuft noch im Probemodus, wartet aber kurz und knapp mit neuartiger Gestaltung, wie ich finde, und ansprechenden Gerichten auf.
Wir laufen eine Runde um den See und lassen es uns danach auf der großen beschirmten Terrasse am Cafe gut gehen und sehen den Schwanentretbootfahrern zu. Vor uns auf den großen Stufen laden eine Menge Riesenkissen dazu ein sich auf ihnen den Kaffee schmecken zu lassen und dabei die Sonne zu genießen. Alles schön gechillt hier.

Und dabei wussten wir gar nicht, dass dies alles auch das Mekka für Arnold Schwarzenbergegger Fans ist. Ihm und seinen Besuchen in seiner Heimatregion wird an jeder Stelle gedacht und es gibt einen beschilderten und bebilderten Gedächtnisweg. So weit geht unsere Fanhysterie aber nicht und wir sahen zu das wir weiter kamen.

Da war uns ein Besuch der Hochalm auf dem Schöckl mehr wert. Wir waren auf den 1500 Meter Höhe fast allein und es freuten sich zwei Mitarbeiter als wir auch noch die 1 km lange Sommerrodelbahn nutzen wollten. Was für ein Spass. In selbstgewählter Geschwindigkeit am Berghang entlang schlängeln. Der Blick dabei ins Tal ist grandios und ich wollte am liebsten immer ganz anhalten und genießen.

Einen Tag wollten wir auf den Grazer Schlossberg, fanden aber den Zugang zum Lift nicht und liefen die Serpentinen nach oben. Der Zugang zum Lift war einfach auf der anderen Bergseite. Also verlangte es auch hier schon wieder nach viel Puste. Das nahm einfach kein Ende in Graz. Nichts ist Flach, es gibt nur Hoch oder Runter. Oben angekommen kann man einen schönen Ausblick über die Grazer Innenstadt genießen. Und dabei sollte man auch unbedingt den Uhrturm und seine Zeiger länger betrachten. Nicht ganz einfach da die Zeit abzulesen. Verdrehte Zeitenwelt sozusagen. Der Große Zeiger gibt hier die Stunde an und der Kleine die Minute.

Es könnte fast wildromantisch sein, da oben. Wenn nicht an jeder Stelle eine andere Musik einem den Nerv rauben würde. Ein Straßenmusiker spielt Gitarre und ein anderer ein Handpan. Und Flucht ist dort sinnlos. Genau an den strategisch wichtigen Punkten sitzen die Musiker und spielen mit einer Leibeslust ohne Unterlass. Muss man mögen.

Wir liefen eine Runde über den Schlossplatz und wollten wieder runter. Und nun gibt es hier mehrere Möglichkeiten.
Einmal könnten wir den Weg zurück gehen wie wir gekommen sind, und die Straße runter laufen. Oder wir nehmen auf der Vorderseite die steilen Treppen. Wir könnten aber auch bequem den Lift nach unten nehmen, denn hier finden wir den Einstieg ganz schnell.
Oooder man nimmt den schnellsten Weg mit „The Slide“! Die höchste Unterweltrutsche der Welt. Entscheidung? Na, wenn man schon mal da ist…

Mein Meister hatte sich bereits zu Hause darüber informiert und war natürlich fest der Überzeugung, nur darüber den Berg nach unten zu kommen. Ich war mir noch unsicher.
64 Meter hoch, 175 Meter lang und max. 40 Sekunden abwärts, mit einer Geschwindigkeit von ca. 25 km/h. Wären wir mit dem gläsernem Lift nach oben gefahren, hätte sich einem die ganze Wahrheit der Rutsche schnell gezeigt. Denn der Lift fährt direkt daneben im inneren des Berges.
So aber steht man doch recht unbedarft vor einem Einstiegsloch in Bodenhöhe, welches nicht halb so groß ist wie an einer Rutsche im Schwimmbad. In einem übergroßen Filzpantoffel nimmt man Platz, legt seinen Kram in die Schuhspitze rein, hält sich an der daran angebrachten Schlaufe fest und muss sich nun selbst, fast liegend, am Griff über dem Eingang ( das erklärt dann auch die geringe Höhe ) den Anstups zum Start geben. Was hilft da langes Zögern? Ab geht’s! Und das möchte ich hier wörtlich verstanden haben. Und ich denk‘ noch: Bloß nicht hinlegen – dann geht’s zu schnell!
Die meiste Zeit über ist es dunkel in der Röhre. Unterbrochen von nur wenigen kleinen Milchglasfenstern in großen Abständen. In den engen Kurven schleudert es mich von rechts nach links in die Bahn. Ich denke ich fliege aus dem Latsch. Zudem gibt es abrupt einen Richtungswechsel der Kurve. Den hab ich auch nicht kommen sehen..
Später sehe ich unter dem Milchglas eine scharfe Kurve nach rechts und kann dabei nicht glauben wo sie hinführt. Das Ende der Röhre ist irgendwo da unten… und ich spüre wie ich leicht abhebe uuund … falle. Ich falle einfach nach unten. Vielleicht ist es gar kein Fehler nichts zu sehen. Die Fallhöhe und die Kurven spüre ich auch so. Ein unglaubliches Gefühl. Und immer mehr frage ich mich wie die mich bei diesem mörderischen Tempo bremsen wollen. Und noch beim Gedanken schlittere ich auch schon in der Waagerechten aus dem Fallrohr und halte urplötzlich an. 38 Sekunden und mir zittern derart die Knie, das ich kaum aufstehen kann. Erst später bemerke ich die gemeine Abschürfung über meinem linken Ellenbogen. Die Arme eng am Körper halten!? Pfff! Muss ich da Oben beim Blick auf das winzige schwarze Loch überhört haben. Und außerdem: womit sollte ich denn sonst bremsen? Die Füße steckten ja fest!

Und weil mein Meister ganz sicher irgendwie aus einem bestimmten Grund das Gefühl hatte etwas gut machen zu müssen, fuhr er mit mir noch 2 Cafe’s mit glutenfreiem Kuchenangebot an. Die Österreicher können’s einfach! So lecker! Und wie sagen sie so schön:
„Wenn’s Kaffee regnet und Kipferln schneit, dann bitt i den Herrgott, dass des Wetter so bleibt.“

Bussis nach Graz.

Lasst es Euch gut gehen.

ein bot dichtet und eine katze ermittelt

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Poesie aus dem Roboter. Manchmal besser als von Menschen gemacht. Vor allem aber viel schneller. Und meistens noch viel lustiger.

Ein Abend mit Fabian Navarro. Dem Erfinder des „Eleoquentron3000“, einem Computerprogramm welches dichten kann.

Und dann werden auch schon einige Parameter durch den Raum gerufen und in wenigen Sekunden liegt der ausgedruckte Text vor. Je nachdem wie viele Zeilen verlangt wurden. Anlass, Name und Länge, und los geht’s. Gereimt oder ungereimt fliegt der Text nur so heraus. Das ist mal was Neues. Und verlangt nach mehr.

Hat er Angst vor Konkurrenz? Nein!
„Wenn ich auf einem Ast sitze der wackelt, fange ich an zu sägen.“ so der Herr Navarro. Humor hat er wirklich gepachtet.
Daher sah er auch die moderne Technik nicht als seinen Gegner an, sondern entwarf diesen Bot, um mit ihm zusammen zu arbeiten. Eine win win Situation zu schaffen, als sich an der neuen Technik zu stoßen.

Und was der Bot nun ausspuckt ist eine ganz eigene Form der Kunst, die noch dazu äußerst unterhaltsam ist. Ratz fatz entsteht immer wieder ein neues Dichtwerk. Und was für eins. Wer kann das schon am laufenden Band?

Der Anlass für diesen Abend war auch ein besonders schöner. In Wurzen feiert man jährlich den Ringelnatz Sommer. Und der Ringelnatzverein selbst zelebriert dieses Jahr sein 30 jähriges Bestehen. Und zu dieser Sause machte Fabian Navarro den Auftakt. Unerschrocken, trotz Anwesenheit des neu gewählten Oberbürgermeisters, führte er zuerst durch die Kunst seines Poetry Slams und machte mit rasanten Texten das Publikum schwindelig, um dann zur nicht minder schnell dichtenden Maschine zu gelangen.

„gemeinsam mit dir zerspringen, reden und feiern wir
für dich soll es regnen
alles gute zum geburtstag
du hast dir eine sommerfrische gewünscht
selbst dschingis khan feiert mit
die torte ist sogar xenophil
so opportun und wirklich
so unfehlbar und überwältigend
gemeinsam mit dir pendeln, fegen und feiern wir
selbst karl marx feiert mit
du hast dir ein farngrün gewünscht
bleib so gelehrt“

„Köpfe haben wir genug, lasst sie uns mit Inhalt füllen.“ J.R.
Tiefgründiger hat selbst der „Kuddeldaddeldu“ Erfinder Ringelnatz nicht gedichtet, aber ebenso lustig.

Und der Fabian Navarro ist auch ein Katzenliebhaber und -besitzer und ein Buchschreiber. Und in dieser Kombination heißt das dann: „Mietz Marple und die Kralle des Bösen“.

Eine Katze klärt einen Mord in der Menschenwelt auf und muss dafür tief in mafiose Machenschaften eintauchen. Da sind erpresserische Hähne noch die harmloseren Verdächtigen. Ermittelnd an ihrer Seite: der getreue Kater Watson.
Na klar, wer sonst.

Sehr amüsanter Lesestoff in Navarro Art.

Lasst es Euch gut gehen.

warten auf regen

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Der Mähdrescher hat schon ein gutes Stück Feld abgeerntet und zieht auf dem trockenen Boden eine meterlange Staubwolke hinter sich her. Kaum ist das Fahrzeug noch zu sehen. Weiter vorn, auf dem abgeernteten Teil hat sich eine Windhose gebildet und zieht – drehend – sacht eine Bahn über das Feld.
Der Mais auf dem Nachbarfeld sieht erbärmlich aus. Unterschiedlich groß und nicht wirklich grün. Das er überhaupt noch wächst wundert mich. Selbst unsere Sonnenblumen hängen alle die Köpfe. Nur die Tomaten wachsen weiterhin großartig. Wir haben vier Gläser voll konserviert. Und fast jeden Abend gibt es immer noch Tomatensalat.
Das Gras ist vertrocknet und sieht überall braun aus. Nur die Schafgarbe und der Spitzwegerich stechen auf der Fläche grün hervor. Unsere Winterlinde wird immer gelber, trotz das wir sie täglich gießen. Für die jungen Stauden ist es ein andauernder Kampf, durch diese Hitze und Trockenheit zu kommen und anzuwachsen.

Aber der Hahn hat noch Kraft zum Krähen. Und das zur Mittagszeit!
Es ist brütend heiß und ich will nur schnell die Weißwäsche abnehmen. Dabei werde ich halb Blind ohne Sonnenbrille.
Alles erinnert mich wieder mal an den Kinder- und/oder Jugendfilm „Warten auf Regen“. Dabei habe ich auch gleich wieder das Gefühl ich sitze ganz oben auf dem Dach und schaue, Beine baumelnd, von der Sonne beschienen, der Welt zu. Wenn es doch nur regnen würde. Wenn es regnen würde wäre alles besser.

Die sinnvollste Anschaffung vor dem Sommer war eindeutig die Hollywoodschaukel. Mein Lieblingsplatz. Beine baumelnd und dabei ab und zu schaukelnd, beim Lesen oder Häkeln, verbringe ich auf ihr die schönste Zeit. Und flach ausgeklappt zur breiten Liege, lässt es sich lang ausgestreckt im Schatten noch besser aushalten. Ein echter Luxuslümmelplatz für mich.

Nebenan wird in der kühleren Garage Fernsehen geguckt. Dessen Tore weit offen, höre ich einem Schauspiel Dialog zu. Kann aber kein Wort verstehen. Ich vermute irgendeine Serie, jeden Sonntag Nachmittag.
Eine alte Telenovela aus Brasilien hatte die gleiche musikalische Untermalung. Diese, die einem zusätzlich verdeutlichen soll das es gleich ganz hochdramatisch wird. Und dann plötzlich verstummt der Ton ganz. Dramatik pur. Man möchte dabei sein.
Ich kann dabei gut einschlafen. Die Hitze tut ihr übriges dazu.
Wenn es doch nur regnen würde.

Vom Nachbarn auf der anderen Seite wachsen die Kürbisse durch den Zaun. Wild und ungestüm wuchernd auf und über einem alten gemauerten Komposthaufen. Und er bekommt nicht einmal Wasser.

Lasst es Euch gut gehen.